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Betreuungslücke in Frankfurt: Eltern demonstrieren für mehr Hortplätze

In grellen Westen, mit großen Plakaten sowie Trommeln und Rasseln gingen Eltern und Kinder am Samstag in Bockenheim auf die Straße. Ihre Forderung: Die Stadt müsse mehr Hortplätze für Franckeschule, aber auch stadtweit schaffen. Fotos: Rainer Rüffer In grellen Westen, mit großen Plakaten sowie Trommeln und Rasseln gingen Eltern und Kinder am Samstag in Bockenheim auf die Straße. Ihre Forderung: Die Stadt müsse mehr Hortplätze für Franckeschule, aber auch stadtweit schaffen. Fotos: Rainer Rüffer
Frankfurt. 

„Nur durch Druck können wir erreichen, dass die Stadt sich bewegt!“, rief Sybille Förster an der Bockenheimer Warte. Um sie herum standen etwa 200 Erwachsene und Kinder, die in Trillerpfeifen und Tröten bliesen, Rasseln schüttelten und jubelnd Plakate hochhielten: „Jedem Kind ein Platz“, „Hortlos = arbeitslos“ oder „Hortplatz her, sonst geht nichts mehr“ stand darauf.

Gemeinsam mit anderen Eltern hatte Förster eine Initiative gegründet, weil für über 40 Kinder, die nach den Sommerferien in die erste Klasse der Franckeschule kommen, die Nachmittagsbetreuung fehlt. Die Wartelisten sämtlicher Bockenheimer Horte sind überlang; Eltern fürchten, ihre Jobs aufgeben zu müssen, um die Kinder selbst zu betreuen, oder gar umziehen zu müssen. Von der Stadt fordert die Initiative daher schnell mehr Hortplätze (wir berichteten).
 

Betreuungsangebote in Frankfurt Betreuung: Für jede Schule anders

Ganztagsschulen gelten als das beste Zukunftsmodell – bis es sie überall gibt, herrscht unübersichtliches Durcheinander: Hunderte Eltern suchen derzeit einen Hortplatz für ihre Kinder. Nur in einigen privilegierten Schulbezirken bleiben ihnen solche Sorgen ganz erspart.

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Dieser Knirps bietet gar seine Schultüte für einen Hortplatz. Bild-Zoom
Dieser Knirps bietet gar seine Schultüte für einen Hortplatz.

 

Die Demonstration, welche sich eine knappe Stunde lang über die Leipziger Straße bis zur Franckeschule in der Falkstraße zog, sollte nun nicht nur den Ärger der Bockenheimer Eltern sicht- und hörbar machen, sondern zeigen, dass Problem auch andernorts akut ist. Die vierfache Mutter Alix Puhl, zugleich Vorsitzende des Stadtelternbeirates, erklärte dazu: „Alle Eltern, denen jetzt noch ein Hortplatz fehlt, haben existenzielle Sorgen, egal in welchem Stadtteil.“ An der Textorschule in Sachsenhausen etwa fehlten über 60 Hortplätze. Dort organisiert eine Eltern-Initiative die Nachmittagsbetreuung ihrer Kinder nun selbst. „Wir Eltern retten die Stadt seit Jahren, das kann nicht sein!“, erregte sich Puhl.
 

Für die Bockenheimer Eltern prüfte das Stadtschulamt zunächst eine Zusammenarbeit mit der Kinderwerkstatt gegenüber der Franckeschule. Doch laut Förster lehnte deren Vermieter die nötigen Umbauten für den Brandschutz ab. Die 80 Quadratmeter der Werkstatt seien ohnehin viel zu klein für die Betreuung von 30 Kindern. Im Gespräch sind nun 200 Quadratmeter leerstehende Bürofläche in der Clemensstraße. „Und diese Räume sind von uns geliefert“, sagte Förster mit einigem Trotz.
 

Kommentar: Ungerechtigkeit abhängig von der Adresse

Einen schönen Namen hat er ja schon, der „Pakt für den Nachmittag“, den die Landesregierung mit den Kommunen schmieden will, um endlich auch Eltern von Grundschulkindern ein zuverlässiges Betreuungsangebot zu machen.

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Bildungsdezernentin Sarah Sorge (Grüne) bestätigt derweil, dass die Büros in der Clemensstraße und „eine ganze Reihe von Örtlichkeiten“ geprüft würden, für Vorschläge weiterer Vermieter sei man darüber hinaus offen: „Wir sind sehr, sehr ernsthaft dran“. Mit der städtischen Abdeckungsquote für Hortplätze von 55 Prozent stehe man zwar gut da, doch wisse die Stadt, „dass das nicht ausreicht“, so Sorge. Um mehr Planungssicherheit für die Eltern zu schaffen — Absagen für Hortplätze kommen oft erst im Mai, Zusagen noch später –, plant die Stadt ein Online-Anmeldesystems zur zentralen Bedarfsanalyse und Platzvergabe. Laut Sorge geht es 2015 an den Start.

Ungeachtet dessen rief Sybille Förster die Demonstranten auf, am Montagnachmittag zur Sitzung des Bildungsausschusses in den Römer zu kommen: „Wir müssen weiter Druck machen!“.

(peh)
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