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Tierheim Fechenheim: Empörung im Tierheim: Welpen einfach ausgesetzt

Immer wieder finden die Pfleger ausgesetzte Hunde vor ihrer Tür. Besonders wütend werden sie, wenn es Welpen sind – so wie unlängst drei kleine Mischlinge.
Wenigstens ein paar Decken hatte der Besitzer den kleinen Mischlingen in ihre Kiste gelegt.	Foto: Tierheim Wenigstens ein paar Decken hatte der Besitzer den kleinen Mischlingen in ihre Kiste gelegt. Foto: Tierheim
Fechenheim. 

Kopfschütteln und Unverständnis herrscht bei den Pflegern des Tierheims Fechenheim: Eines Abends saßen die drei kleinen Staffordshire-Mischlinge einfach in einem Pappkarton vor ihrem Tor. „Unser Hausmeister hat die Hunde gefunden, hat sich um sie gekümmert, ihnen Wasser und etwas zu Fressen gegeben“, erzählt Tierheimleiterin Sabine Urbainsky. Was sie nicht versteht: „Warum rufen uns die Leute nicht einfach an? Wir helfen, wo wir nur können, holen die Tiere notfalls auch bei den Leuten zu Hause ab.“

Vor allem bei Welpen hätten sie und ihre Kollegen wenig Verständnis, wenn diese einfach ausgesetzt werden. „Welpen gehören in eine Familie. Sie müssen dort geprägt und sozialisiert werden: Autofahren, mit Menschen und anderen Tieren zurechtkommen, Gassi gehen.“ Im Tierheim sei das nicht zu leisten, auch wenn sich die Pfleger „alle Mühe geben“. Soweit möglich, werden die Welpen an Pflegestellen vergeben oder eine Pflegerin erbarmt sich und nimmt einen mit nach Hause.

Begrenzte Kapazitäten

„Aber unsere Kapazitäten sind begrenzt. Dann müssten die Kleinen in einem Zwinger bleiben – und dort leiden sie“, sagt Urbainsky. Denn eigentlich wollten sie spielen, herumtoben, sich ausprobieren. „Wenn wir das sehen, leiden die Pfleger mit. Wir stellen möglichst wenigstens für eine halbe Stunde am Tag jemanden ab, der sich um die Welpen kümmert. Aber der fehlt dann an einer anderen Stelle.“

„Richtig sauer“ werde sie, wenn Flaschenkinder ausgesetzt werden – so wie jene acht Labradorwelpen vor einiger Zeit. „Die waren nur ein paar Tage alt. Die hätten auch sterben können.“ Besser sei, wie es der Besitzer einiger Jack-Russel-Welpen machte. „Er hat uns angerufen, und wir haben sie vermittelt. Die Kleinen mussten gar nicht ins Tierheim.“

Schlimme Quarantäne

Schlimm sei für die Hunde auch die Quarantäne, in die sie zunächst müssen. Um auszuschließen, dass sie ansteckende Krankheiten haben. „Parvovirose etwa ist hochansteckend und endet meist tödlich. Giardien, das sind einzellige Parasiten, können auch Kindern und älteren Menschen gefährlich werden.“

Die drei Staffordshire-Mischlinge haben die Quarantäne inzwischen hinter sich, würden in der kommenden Woche vermittelt, sagt Urbainsky.

Wer sich für die Aufnahme eines der Listenhunde interessiert, kann sich telefonisch an das Tierheim wenden unter der Nummer 0 69 / 41 45 79.

(hau)
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