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Flughafen Frankfurt: Engpässe bei Sicherheitskontrollen drohen wieder

Von Das Chaos am Flughafen in den Osterferien war wohl nur der Anfang. Mit einer Entspannung rechnet bisher niemand. Und das, obwohl der Flughafenbetreiber Fraport AG bereits neue Techniken einsetzt, um die Prozesse an den Sicherheitskontrollen zu beschleunigen.
Beamte der Bundespolizei stehen zwischen Passagieren an der Sicherheitskontrolle. Foto: Frank Rumpenhorst (dpa) Beamte der Bundespolizei stehen zwischen Passagieren an der Sicherheitskontrolle.
Frankfurt. 

Drängelnde Menschen. Genervt, ungeduldig, aggressiv. Und weinende Menschen, weil sie in einer ewig langen Warteschlange vor den Sicherheitskontrollen am Flughafen stehen und gerade ihren Flieger verpasst haben. Dies ist zahlreichen Passagieren in den Osterferien passiert. Da kam einiges zusammen: Zu wenig Personal, Grippewelle und eben Reisezeit mit mehr als 200 000 Passagieren pro Tag zu Spitzenzeiten. Und die Aussichten für die bevorstehenden Sommerferien ab Ende Juni sind nicht besser. Der Flughafenbetreiber Fraport rechnet nicht mit einer Entspannung.

Doch woran liegt das? Die Passagierzahlen wachsen rasant – davon wurde selbst Fraport überrascht. „Das anhaltend hohe Passagierwachstum stellt uns 2018 vor große Herausforderungen“, heißt es beim Flughafenbetreiber. Und weiter: „Auch im Sommer stehen uns am Flughafen wieder Spitzenzeiten im Flugverkehr bevor, in denen es vorkommen kann, dass wir unseren Komfortanspruch gegenüber unseren Kunden nicht immer erfüllen werden können.“

Passagierzahlen steigen

Waren im Jahr 2016 die Passagierzahlen noch auf 60,8 Millionen Fluggästen zurückgegangen, sind sie im vergangenen Jahr auf 64,5 Millionen angestiegen – ein Plus von 6,1 Prozent. Damit hatte wohl kaum jemand gerechnet. Für dieses Jahr rechnet der Flughafenbetreiber sogar mit rund 68 Millionen Passagieren. Für so viele Menschen sind die bestehenden Terminals 1 und 2 aber gar nicht ausgelegt. Die bestehende Infrastruktur kommt an ihre Grenzen. Deshalb wird Fraport nicht müde, für sein neues Terminal 3 im Süden des Airports zu werben – so umstritten es auch ist. „Die derzeitige Entwicklung zeigt sehr deutlich, wie nötig der Ausbau ist, der mit Terminal 3 bald die Kapazität erweitern wird“, sagt eine Fraport-Sprecherin. Nach derzeitiger Planung wird der erste Flugsteig des neuen Terminals 2020 in Betrieb gehen. Dort können jährlich bis zu fünf Millionen Fluggäste abgefertigt werden.

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Doch das ist vorerst noch Zukunftsmusik. Deshalb wird immer wieder geschaut, an welchen Stellschrauben an den Sicherheitskontrollen gedreht werden kann, um die Prozesse dort zu beschleunigen. Dazu gab es vor drei Jahren sogar einen Workshop von Fraport, Lufthansa und Bundespolizei. Das Resultat waren verschiedene Maßnahmen, die zum Teil auch schon umgesetzt sind wie etwa zusätzliches Personal vor den Kontrollstellen, ein vollautomatisiertes Zuweisungssystem (siehe Infotext), die elektronische Grenzkontrolle sowie Bildschirme, die aus der Leitstelle gesteuert werden, um Passagiere gezielt etwa zu Kontrollstellen mit geringer Wartezeit zu leiten. Zudem wurde zwischen Terminal 1 und 2 ein neuer Abfertigungsbereich geschaffen, mit eigener Sicherheitskontrolle und eigenem Warteraum, von dem aus die Fluggäste direkt mit dem Bus zur Maschine auf dem Vorfeld gebracht werden.

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Doch all das reicht bisher nicht aus, um die längeren Wartezeiten vor den Sicherheitskontrollen zu beschleunigen. Das liegt einerseits daran, dass die drei Sicherheitsdienstleister Probleme haben, Personal, vor allem qualifiziertes, zu finden. Andererseits hat sich aber auch das Reisen in den vergangenen Jahren geändert. So nehmen die Passagiere vermehrt elektronische Geräte mit an Bord: Smartphone,Laptop, Tablet, E-Book, Ladekabel. Das verlängert den Kontrollprozess enorm.

Veränderte Preispolitik

Zudem hat sich die Preispolitik bei den Fluggesellschaften verändert: Heutzutage fliegt man nicht mehr nur bei den Billigairlines, sondern auch bei Lufthansa oder Condor am günstigsten, wenn man auf den großen Koffer verzichtet und sich auf das Handgepäck beschränkt. Die Folge: Benötigten die Passagiere früher ein bis zwei Wannen mit ihrem Hab und Gut, die kontrolliert werden müssen, sind es heute fünf oder mehr. „Auf dieses Mehr an Kontrollen und die längeren Prozesse sind die Sicherheitsfirmen aber noch gar nicht eingestellt“, heißt es aus Flughafenkreisen.

Und so lautet die Empfehlung für Passagiere von Fraport und der Bundespolizei auch für die Sommerreisezeit: Mindestens zweieinhalb Stunden vor Abflug am Flughafen sein.

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