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Frank Reuter bastelt Hochhäuser aus Papier: Er faltet Frankfurt zusammen

Aus normalem Papier und handelsüblichem Kleber baut Frank Reuter aus Niedersachsen Hochhäuser und ganze Städte detailgetreu nach. Frankfurt übt deshalb eine besondere Faszination auf ihn aus. Einen Traum will sich der 52-Jährige noch erfüllen.
Und noch ein Hochhaus: Frank Reuter setzt seinen Taunusturm neben das Japan Center. Bilder > Foto: Swen Pförtner (dpa) Und noch ein Hochhaus: Frank Reuter setzt seinen Taunusturm neben das Japan Center.
Frankfurt. 

„Oben steht New York, im Keller das Frankfurter Bankenviertel“ – so begrüßt Frank Reuter in seinem Haus im niedersächsischen Northeim nicht weit von der Landesgrenze zu Hessen die Besucher. Der 52-Jährige ist womöglich der einzige Modellbauer in ganz Deutschland, der nur aus Papier und Kleber ganze Städte aufleben lässt. Angefangen hat alles in seiner Kindheit. Für hohe Gebäude und außergewöhnliche Architektur hat sich der auch beruflich mit Kleinst- und Geduldsarbeit vertraute Uhrenmacher nach eigener Aussage schon immer interessiert. Irgendwann habe er dann sehen wollen, ob er längst abgerissene Häuser wieder aufleben lassen kann. Er kann!

Drei Jahre Bauzeit

Zehn Jahre hat er recherchiert, um es mit dem Singer Building in New York aufzunehmen. Das einst höchste Gebäude der Welt steht längst nicht mehr, hat von seiner Faszination aber nichts eingebüßt. Wenn Frank Reuter von dem Hochhaus redet, kommt er ins Schwärmen: „Das ist mein Meisterstück. Der Bau der 47 Etagen hat drei Jahre gedauert.“

Die zwei Meter hohe und von innen beleuchtete Nachbildung ziert das Wohnzimmer der Familie. „Wir haben extra passend zu dem Modell die Tapete ausgesucht, als wir vor zwei Jahren renoviert haben“, sagt Christine Reuter lachend. Die Ehefrau trägt die Architektur- und Modellbau-Begeisterung ihres Mannes mit. „Ich habe früher nicht gewusst, wie spannend Hochhäuser sein können“, erzählt die 47-Jährige.

Christine Reuter unterstützt ihren Mann bei seinem Hobby. Wenn er mal wieder nach Frankfurt fährt, um sich die Baustelle eines neuen Hochhauses anzusehen, ist sie dabei. „Zwei bis dreimal im Jahr bin ich in Frankfurt“, erzählt der Modellbauer. Einige Stunden nimmt er sich dann Zeit, um eine Baustelle zu inspizieren und Fotos für sein Archiv zu machen. So entstand in einem knappen Jahr das Frankfurter Bankenviertel aus Papier. „Ich habe wirklich nur Papier und Kleber gebraucht“, erzählt Reuter, der Bausätze grundsätzlich ablehnt. Jeder Strich am Modell ist von Hand gezeichnet. Die winzigen Autos, die die Kunstwelt beleben, hat er selbst gesägt und bemalt. Zu jedem Haus kann Reuter eine Geschichte erzählen, kennt Nutzung und Maße genauso wie Baujahr und Grundriss.

Reuter ist Perfektionist. „Es ist ein tolles Gefühl, aus Nichts etwas zustande zu bringen“, beschreibt er sein Hobby. Er kann nicht verstehen, wieso nicht mehr Menschen mit Papier und Kleber basteln. „Die Leute müssen einfach kreativer sein“, findet er. „Das Hobby ist nicht teuer, aber ein großer Gewinn.“ Sich selbst bezeichnet Reuter als „Holzwurm“.

Recherche vor Ort

Der Niedersachse schont sich dabei selbst nicht. Bei 14 Grad sitzt er im Winter in seiner 20 Quadratmeter großen Werkstatt im Keller und faltet das weiße Papier so lange, bis es hundertprozentig dem Original entspricht. Und wenn seine Augen von der filigranen Arbeit brennen, schmiedet er mit seiner Frau neue Pläne.

„Meistens fahre ich nämlich erst zu den Hochhäusern und sehe mir die Gebäude an“, berichtet er. Flugreisen nach New York, Hongkong oder Dubai sind die Höhepunkt für den Modellbauer. „Wir feiern 2017 unsere Silberhochzeit und überlegen schon, welche Hochhäuser wir noch besichtigen wollen“, erzählt Christine Reuter.

Sie ist stolz auf das ungewöhnliche Hobby ihres Mannes. „In Northeim ist mein Mann bekannt. Wenn wir in der Stadt unterwegs sind, wird immer wieder gefragt, woran er gerade arbeitet.“

Und obwohl Frank Reuter sagen kann, dass er „alles gebaut hat, was er sich vorgenommen hat“, hat er noch einen großen Traum. „Ich würde mein Singer-Building gerne in New York ausstellen und den New Yorkern zeigen, was für ein großartiges Gebäude in ihrer Stadt einmal stand.“

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