Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 17°C

Er ist Nieds größter Heimatforscher

Adalbert Vollert kann auf mehr als drei Jahrzehnte Stadtteilforschung zurückblicken. Jetzt bekommt der "Nieder Bub" die Bürgermedaille der Stadt Frankfurt verliehen.
Adalbert Vollert ist ein unermüdlicher Forscher der Nieder Geschichte.	F: mak Adalbert Vollert ist ein unermüdlicher Forscher der Nieder Geschichte. F: mak
Nied. 

Adalbert Vollerts Arbeitszimmer gleicht einer Schatztruhe voller Geschichten. Klug geordnet reihen sich die Bände zur Historie Frankfurts – und speziell Nieds – im Bücherregal hinter dem Schreibtisch des 86-jährigen Stadtteilhistorikers. Dessen Leidenschaft für seine Heimat ist auch nach mehr als 30 Jahren Forschung ungebrochen. "Ich habe es nie so gesehen, dass ich auf irgendetwas verzichtet hätte in den ganzen Jahren", sagt Vollert, wenn er zurückdenkt an die Anfänge als Stadtteilhistoriker im Jahr 1975. Nun, am Mittwoch, 14. Dezember, wird Adalbert Vollert für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement die Bürgermedaille der Stadt Frankfurt verliehen.

Es ist nicht die erste Ehrung, die dem rührigen Nieder mit den klugen Augen zuteil wird. Bereits 1992 erhielt er die Verdienstmedaille der Bundesrepublik, 2003 den Ehrenbrief des Landes Hessen. Gestrebt hat Vollert nie nach diesen Auszeichnungen. "Für mich haben diese Ehrungen weniger eine persönliche Bedeutung. Ich sehe mich damit als Mittler zum Stadtteil und habe sie für meinen Heimatort angenommen", sagt der bescheidene Mann.

Erstlingswerk Chronik

Dabei hat er Grund genug, sich auch persönlich geehrt zu fühlen. 1975 begann der ehemalige Geschichtslehrer und frühere Rektor der Gerhart-Hauptmann-Schule mit der Arbeit an seiner ersten Stadtteilchronik. Es sollte die seines Heimatorts Nied werden. "Den Auftrag bekam ich damals von der Frankfurter Sparkasse", erinnert sich Vollert. Drei Jahre dauerte es, bis 1978 die erste Chronik Nieds seit dem Jahr 1910 erschien. "Das war meine Gesellenarbeit", sagt der Historiker mit einem Lächeln. Die allerdings kam so gut an, dass Vollert gleich auch noch die Chroniken Sossenheims, Zeilsheims und Sindlingens schreiben sollte. "Das habe ich allerdings nur gemacht, da sich in den Stadtteilen niemand gefunden hat. Sonst hätte ich nicht zugesagt", erinnert er sich.

Konsequenz der Recherche zu seinem ersten Buch über Nied war 1982 die Gründung des Heimat- und Geschichtsvereins Nied. "Wir hatten rund 1000 Bilder zusammen, die wir als Dias auch bei Ausstellungen gezeigt haben. Für eine Dauerausstellung brauchten wir einen Raum, und um den zu bekommen, mussten wir den Verein gründen", sagt der Historiker. 1986 wurde das Heimatmuseum an der Beunestraße eröffnet. Vollert blieb bis 2007 Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins, ehe Wolfgang Lampe sein Nachfolger wurde.

Aus den offiziellen Geschäften des Vereins hat sich Vollert weitestgehend zurückgezogen. Seine Leidenschaft für die Geschichte Nieds ist aber nicht erloschen. Sechs Bücher schrieb er nach seiner ersten Chronik über den Stadtteil. Ob noch ein oder zwei hinzukommen? Gut möglich. Ideen hat der Stadtteilhistoriker genug. Und Nied liefere auch ausreichend Material.

Tochter als Nachfolgerin

"An ein oder zwei Dingen arbeite ich noch. Zumindest so lange, wie die Gesundheit noch mitspielt. Ein Projekt gehe ich gemeinsam mit meiner Tochter Brigitte an", sagt Vollert nicht ohne Stolz auf seinen Nachwuchs. Brigitte sei auch der Leidenschaft zur Geschichte Nieds verfallen, ist Mitglied im Geschichtsverein. "Die bohrt richtig dicke Bretter. Und ihr Stil ist sogar besser als meiner", sagt der Vater zufrieden.

Wann die nächsten Werke Vollerts zur Geschichte Nieds erscheinen, ist ungewiss. Klar ist aber, in der Geschichte seines Stadtteils hat er sich selbst durch seine jahrzehntelange ehrenamtliche Arbeit einen Platz verdient. Denn auch wenn er, wie er selbst sagt, nie etwas vermisst hat, Entbehrungen brachte seine Forschung schon mit sich. "Im Urlaub auf Mallorca waren wir nie, dafür eben in den Archiven", sagt Adalbert Vollert. göc

(Robin Göckes)
Zur Startseite Mehr aus Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse