Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 20°C

Frankfurter Verband: Erfolgsprojekt "Restaurant im Viertel": An die Töpfe, fertig, los!

Von Das Erfolgsprojekt „Restaurant im Viertel“ des Frankfurter Verbandes wird ausgeweitet. Nach Nieder-Eschbach und Praunheim wird nun das dritte Restaurant in Eckenheim eröffnet.
Sie sind die Macher des Restaurants im Viertel am Ben-Gurion-Ring und von Beginn an dabei: Christian Meyer-Wolf (v. l.), Joachim Sturm, Jeannette Nold, Frédéric Lauscher und Peter Gehweiler. Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA Sie sind die Macher des Restaurants im Viertel am Ben-Gurion-Ring und von Beginn an dabei: Christian Meyer-Wolf (v. l.), Joachim Sturm, Jeannette Nold, Frédéric Lauscher und Peter Gehweiler.
Nieder-Eschbach. 

Man kann doch etwas von den Holländern lernen. Das weiß Frédéric Lauscher spätestens, seit er vor einigen Jahren bei unseren Nachbarn das „Restaurant von Herzen“ entdeckte und an den Main holte. „Restaurant im Viertel“ nannte der Vorsitzende des Frankfurter Verbandes das Frankfurter Pendant, das Prinzip gleicht dem in den Niederlanden. „Die Idee dahinter ist, Generationen miteinander zu verbinden, sie an einen Tisch zu bringen. Das geschieht mit ganz einfachen Dingen, mit dem wichtigsten Grundbedürfnis des Menschen: Mit Essen“, erklärt Lauscher.

Info: Hier kann geschlemmt werden

  Begegnungs- und Servicezentrum Nieder-Eschbach , Ben-Gurion-Ring 20: Am Donnerstag, 21. September, um 18 Uhr (Einlass 17.

clearing

Zu einhundert Prozent spendenfinanziert ist das Projekt, das es im Begegnungszentrum seit mittlerweile fünf Jahren gibt. Alle zwei Monate verwandeln dort Ehrenamtliche den großen Saal in ein Restaurant. Serviert wird ein Drei-Gang-Menü für vier Euro. „Der Betrag hat eher Symbolcharakter, das Essen soll nicht umsonst sein. Es ist aber ein Preis, der auch für die Menschen erschwinglich ist, die sich einen Restaurantbesuch sonst nicht leisten können“, so Frédéric Lauscher, der sich mit seinem Team 2012 bewusste dafür entschieden hat, das erste Restaurant im Viertel am Ben-Gurion-Ring zu eröffnen. Weil dort viele Kulturen neben- und miteinander wohnen, es sowohl ältere auch jüngere Menschen im Quartier gibt.

70 Besucher im Schnitt

Jeannette Nold, Leiterin des Begegnungszentrums in Nieder-Eschbach und damals noch ganz neu in ihrer Position, war zunächst skeptisch. „Es hat sich aber schnell gezeigt, dass es gut angenommen wird. Heute ist es schon eine Institution, der Aufschrei wäre groß, würde es das Restaurant nicht mehr geben“, sagt Nold, die im Durchschnitt um die 70 Gäste zählt. Einmal kamen 100 hungrige Menschen, die Ehrenamtlichen kamen an ihre Grenzen. „Wir versuchen, nicht mehr als 80 Personen zu sein“, so die Leiterin.

Christian Meyer-Wolf, Fachbereichsleiter Wohnen & Offener Seniorendienst, und Peter Gehweiler, Fachbereichsleiter Freiwilliges Engagement & Seniorenreisen, betreuen das Projekt von Beginn an. In Nieder-Eschbach, bei der Fortsetzung in der Heinrich-Lübcke-Siedlung sowie auch das dritte „Restaurant im Viertel“, das am 6. September im Sozialzentrum Marbachweg erstmalig öffnet. „Wir haben das Konzept entwickelt, Jeannette Nold die Ehrenamtlichen zusammengetrommelt. Die sind ein eingespieltes Team, bis heute sind fast alle dabei geblieben“, so Meyer-Wolf. Finanzielle Unterstützung gebe es auch von ortsansässigen Firmen, wie dem Möbelhaus Ikea, Baumarkt Hornbach oder dem Sanitätshaus Reininger.

Fünf Vorbesprechungen gibt es, ehe das „Restaurant im Viertel“ in Nieder-Eschbach seine Türen öffnet. Das geschieht immer um 17.30 Uhr, jeder Gast wird persönlich begrüßt, die Ehrenamtlichen tragen weiße Oberteile und dunkelrote Schürzen. Die Tische sind eingedeckt, Blumen stehen in der Mitte. „Es ist ein etwas edleres Ambiente, wir sind ein richtiges Restaurant. Allerdings können sich das auch Menschen leisten, die nicht so viel Geld haben“, beschreibt Frédéric Lauscher die Atmosphäre, wenn das Begegnungszentrum sich an einem Abend in eine Speisegaststätte verwandelt.

Den Hut in der Küche hat Joachim Sturm, Koch beim Frankfurter Verband, auf. Er ist bei der Erstauflage vor fünf Jahren „nur eingesprungen und dann dabei hängengeblieben“. Bereut hat er es jedoch nie, es macht ihm viel zu sehr Spaß. Trotzdem herrsche in der Küche „ab und zu auch ein etwas rauerer Ton“. Schließlich soll die Vorspeise pünktlich auf dem Tisch stehen.

Entwickelt wird das Menü von Sturm, er kümmert sich auch um den gesamten Einkauf und bereitet in seiner Großküche die ersten Speisen vor. „Wir kochen in den Küchen der Begegnungszentren, dort ist es ziemlich eng, wir müssen improvisieren und gut organisieren“, sagt Sturm.

Köche gesucht

All diese Strapazen sind vergessen, wenn der Service läuft, das Essen gelobt wird und die Menschen an den Tischen miteinander ins Gespräch kommen. Die Hälfte der Gäste in Nieder-Eschbach sind mittlerweile Stammgäste, sogar aus anderen Stadtteilen kommen sie immer wieder an den Ben-Gurion-Ring. Das macht Frédéric Lauscher glücklich. Zudem bestätigt es ihn, die Idee aus Holland auch am Main zu etablieren. Gerne würde er noch mehr Restaurants eröffnen. „Dafür müssen zwei Voraussetzungen erfüllt werden: Das Projekt muss von Spenden getragen werden und wir brauchen mehr Köche. Die sind jedoch derzeit Mangelware“, tritt er deswegen zunächst einmal auf die kulinarische Bremse.

Zur Startseite Mehr aus Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse