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Mehr Grün, weniger Wohnungen: Ernst-May-Viertel: CDU für größeren Grünzug

Die Frankfurter CDU rückt von den bisherigen Plänen für das „Ernst-May-Viertel“ ab. Es sollen weniger Wohnungen gebaut werden, der Abenteuerspielplatz soll an seinem bisherigen Standort bleiben, die Länge der geplanten Autobahn-Einhausung soll überprüft werden.
Nach den Plänen der CDU soll der Abenteuerspielplatz am Günthersburgpark bestehen bleiben. Foto: Rainer Rüffer Nach den Plänen der CDU soll der Abenteuerspielplatz am Günthersburgpark bestehen bleiben.
Frankfurt. 

In der Debatte um die neuen Wohngebiete rund um die Autobahn A 661 zeichnet sich ab, dass die Pläne nicht so verwirklicht werden, wie sie der frühere Planungsdezernent Olaf Cunitz (Grüne) erarbeiten ließ. Der Fachausschuss Stadtentwicklung der Frankfurter CDU hat sich jedenfalls eindeutig positioniert und fordert Korrekturen am „Ernst-May-Viertel“, das unter anderem aus dem besonders umstrittenen „Innovationsquartier“ am Günthersburgpark mit geplanten 1500 Wohnungen besteht. Der Ausschussvorsitzende Nils Kößler, der auch planungspolitischer Sprecher der Römer-CDU ist, machte am Mittwoch deutlich, wo er Veränderungsbedarf sieht. „Gerade weil die Flächen im Frankfurter Stadtgebiet knapp sind, muss das richtige Gleichgewicht zwischen Wohnen und Grün beachtet werden“, sagte er.

Deshalb schlägt er vor, die Bebauung zu reduzieren. Im Osten des Innovationsquartiers und am westlichen Rand des benachbarten Geländes der ehemaligen Gärtnerei Friedrich sollten jeweils Häuser zugunsten öffentlicher Grünflächen wegfallen. „Wenn wir einen neuen organischen Grünzug schaffen wollen, der seine Funktionen für die Menschen erfüllt, sollte das keine untergeordnete Restfläche sein“, sagte Kößler.

Für den Abenteuerspielplatz am Günthersburgpark soll nach Ansicht des CDU-Politikers eine Lösung am derzeitigen Standort gefunden werden. Bisher erwägen die Planer, den Spielplatz wegen der Nähe zu dem geplanten Wohngebiet an einen neuen Standort in der Nähe zu verlegen.

Werben um Zustimmung

Kößler findet, dass aus planerischer Sicht eine Verlegung gar nicht nötig ist, da sich der Spielplatz am Rand und nicht in der Mitte des Innovationsquartiers befindet. Ob Kößler damit auf Zustimmung bei den Koalitionspartnern von SPD und Grünen stößt, ist noch offen – jedenfalls will er „bei den anderen Parteien für einen Erhalt des Standorts werben“, betonte er.

Weichen müssen nach den aktuellen Plänen auch die Sportplätze der SG Bornheim zwischen der Berger Straße und der Seckbacher Landstraße. Dort soll, direkt an der A 661, ein weiteres Baugebiet mit rund 350 Wohnungen entstehen. „Es muss bald geklärt werden, wie die notwendige Verlegung der Sportflächen konkret aussehen soll“, sagte Kößler. Der Sportverein brauche eine klare Perspektive, um sich auf die Veränderungen vorbereiten zu können.

Einhausung überprüfen

Auf den Prüfstand stellen will Kößler die Planung für die Teileinhausung der A 661. Wie berichtet, bevorzugt das Stadtplanungsamt aus Kostengründen eine nur noch 400 Meter lange Variante in Höhe des Bornheimer Friedhofs. Nach Ansicht Kößlers wäre zu klären, ob dabei eine Lücke zwischen dem neuen Deckel und der vorhandenen Lärmschutzgalerie bei Seckbach entsteht. „Das würde niemandem einleuchten.“ Anwohner fordern, den gesamten, etwa 1200 Meter langen Abschnitt zwischen Seckbacher und Friedberger Landstraße unter einem Deckel verschwinden zu lassen. Grundsätzliche Probleme sieht Kößler in der Entscheidung des Bundes, die A 661 zunächst nicht sechsspurig auszubauen. Der Magistrat müsse prüfen, ob sich dadurch der Zeitplan für das Ernst-May-Viertel ändert.

Kößler plädiert für eine größtmögliche Transparenz im Verfahren. „Es gibt keinen Grund, die relevanten Gutachten unter Verschluss zu halten.“ Bei der Aufstellung der Bebauungspläne sollten Stadtverordnete und Ortsbeiräte nicht nur wie bisher vorgesehen am Anfang und am Ende des Verfahrens gefragt werden.

(mu)
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