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26-Jähriger muss ins Gefängnis: Erpressung, Raub, Nötigung, Beleidigung: Sohn tyrannisiert jahrelang seine Eltern

Das Landgericht Frankfurt verurteilte einen 26-jährigen Mann wegen räuberischer Erpressung und Raub, Nötigung, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruchs und Beleidigung zu einer Haftstrafe.
Die Statue der Justitia ist zu sehen. Foto: Peter Steffen/Archiv Die Statue der Justitia ist zu sehen. Foto: Peter Steffen/Archiv
Frankfurt. 

Weil er über Jahre seine Eltern tyrannisiert hat, muss ein heute 26-Jähriger eine Haftstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verbüßen. Das Landgericht Frankfurt verurteilte den Angeklagten in einem gestern bekannt gewordenen Urteil wegen räuberischer Erpressung und Raub, Nötigung, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruchs und Beleidigung.

Wie berichtet, kam es bis zum Herbst vergangenen Jahres in der Wohnung der eritreischen Familie im Ben-Gurion-Ring immer wieder heftige Auseinandersetzungen zwischen dem alkoholabhängigen und in einschlägigen Jugendgangs im Viertel agierenden Sohn und seinen Eltern. Diese hatten offenbar Angst vor ihrem gewalttätigen Sohn und ließen in der Wohnung kein Messer mehr offen liegen – entsprechende Vorfälle waren aber erst gar nicht gerichtsbekannt geworden.

Dafür aber der Übergriff am Morgen des 24. September: Der Sohn forderte 20 Euro Bargeld vom Vater. Als dieser nicht sofort reagierte, drohte der Sohn, ihn umzubringen. Die Mutter „rettete“ die brenzlige Situation, indem sie dem Sohn schließlich das Geld gab. Auch dieser „Erfolg“ hinderte den jungen Mann allerdings nicht daran, eine Stunde später die Wohnungstür einzutreten, weil die Eltern auf sein Klingeln hin nicht gleich geöffnet hatten.

Zwischenzeitlich hatte der Sohn davon mitbekommen, dass der Vater die Polizei verständigt und Anzeige erstattet hatte: „Ich möchte, dass ihm geholfen wird, wir sind mit unserer Kraft am Ende“, sagte er als Zeuge vor Gericht. Doch der Sohn nahm dem Vater den Hilferuf übel: „Nimm die Anzeige zurück, sonst bringe ich dich um“, schrie er den Vater an. „Hure“ (zur Mutter) und „Hurensohn“ (zum Vater) waren außerdem gängige Beleidigungen.

Ende Oktober lief das Fass schließlich über. Die eintreffenden Polizeibeamten fanden Vater und Sohn beim Gerangel auf dem Fußboden im Flur. Wieder ging es um eine Geldforderung des Sohnes. Die Beamten nahmen den heute 26-Jährigen in Haft, bei ihm wurden drei Promille Blutalkohol festgestellt. Das Landgericht Frankfurt ordnete deshalb nun an, dass der Mann eine Alkoholtherapie machen muss.

Doch der Angeklagte ist uneinsichtig und legte Revision beim Bundesgerichtshof ein. Bis das Urteil rechtskräftig ist, kann er die Therapie jedoch nicht antreten – und danach könnte es bereits zu spät sein.

(ge)
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