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Klimagourmetwoche: Es geht um Aha-Erlebnisse

Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) eröffnete gestern die Woche rund um Klimaschutz und Gaumenfreuden. Im Fokus steht die interaktive Ausstellung „Klimagourmet“.
Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (r.) und Claudia Stiefel, Designerin bei „Ubermut“, demonstrieren am Plastikschwein den hohen CO2-Verbrauch bei der Massentierhaltung. Nur die Viehzucht übertrifft die Menge an klimaschädlichem CO2. Foto: Michael Faust Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (r.) und Claudia Stiefel, Designerin bei „Ubermut“, demonstrieren am Plastikschwein den hohen CO2-Verbrauch bei der Massentierhaltung. Nur die Viehzucht übertrifft die Menge an klimaschädlichem CO2.
Innenstadt. 

Essen ist ein emotionales Thema, und eines, das den Klimaschutz beeinflusst. Zum zweiten Mal initiieren deshalb das Energiereferat der Stadt Frankfurt, die Gruppe für nachhaltige Entwicklung „Ubermut“ und das Netzwerk „Nachhaltigkeit Lernen in Frankfurt“ die Klimagourmetwoche. 32 Veranstaltungspartner lassen das Projekt in diesem Jahr wachsen.

Die Aktionswoche, die gestern begann, läuft bis zum 20. September. Über 60 Angebote ranken sich um das Thema klimafreundliche und nachhaltige Ernährung mit Genuss. Zudem gibt es eine interaktive Ausstellung in der Zentralbibliothek der Stadtbücherei in der Hasengasse 4. Simpel ist sie konstruiert, besteht aus recycelten Materialien, wirkt fast unscheinbar. Erst auf den zweiten Blick wird klar, wie wertvoll bestückt sie doch ist.

Die Ausstellung

Zum Beispiel erklärt eine Station unter dem Motto „Schwein gehabt“ wie viel Kilogramm Kohlendioxid (CO2) bei der Herstellung von einem Kilogramm Lebensmittel freigesetzt werden. Erstaunlich dabei ist, dass Huhn und Schwein fast exakt den selben CO2-Ausstoß ergeben. Das läge an den ähnlichen Bedingungen der Massentierhaltung, informiert Paul Fay (51), Mitarbeiter im Energiereferat. Und warum stößt die Kuh am meisten CO2 aus? Seine Antwort: Weil Kühe bei der Futterverdauung große Mengen Methan freisetzen und das habe etwa den 20-fachen Effekt wie CO2.

Info: Weitere Aktionen

Podiumsdiskussionen zu den Fragestellungen: Können wir uns aus der Region ausreichend und gesund ernähren? Und Wie gut ist die Schulernährung an unseren Schulen?

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Eine andere Station zeigt vier rote Tomaten. Gut sichtbar liegen sie auf einer hellen Holzkiste. Intuitiv versteht man sie als Einladung, die Attrappe in die Hand zu nehmen, hochzuheben. Tut man das, fällt auf, dass zwei der Tomatenplastiken viel schwerer sind als die anderen beiden. Der Grund ist, dass die einen regional, saisonal und biologisch angebaute Tomaten simulieren. Die anderen, doppelt so schweren bilden Tomaten ab von Anbaugebieten auf den Kanaren oder aus regionalen, beheizten Gewächshäusern. Daraus lernt man, dass je länger der Transport dauert, der CO2-Ausstoß steigt.

Überhaupt steht die Ausstellung ganz unter dem Zeichen Aha-Erlebnisse, die es zu sammeln gilt. Umweltdezernentin Rosemarie Heilig steuert selbst auch ein einprägsames Beispiel bei: „Essen Sie ein Rindersteak, können sie mit dieser Menge CO2 mit dem Auto von Frankfurt nach Gießen fahren.“ Paul Fay ergänzt: „Oder wussten Sie, dass Sie durch den Verzicht auf Currywurst und Pommes einen halben Monat lang einen A+++ Kühlschrank betreiben könnten?“

Aktiver Klimaschutz

Erstaunliche Fakten kommen zum Vorschein bei der Frage, wie sich die Ernährung klimafreundlicher gestalten lässt. Immer dreht es sich dabei um den sogenannten CO2-Fußabdruck, der auch CO2-Bilanz genannt wird. Die Umweltdezernentin jedenfalls kauft Tomaten lieber in der Kleinmarkthalle. Hier weiß sie, die stammen aus der Wetterau und nicht aus Holland. Das senke nicht bloß den CO2-Fußabdruck, sondern schmecke auch besser.

Über das vollständige Programm zur aktuellen Klimagourmetwoche mit allen Terminen informiert die Internetadresse www.klimagourmet.de. Demnach finden täglich Veranstaltungen statt. Diese verheißen neben viel Wissenstransfer auch leckere Köstlichkeiten, die mit gutem Gewissen verzehrt werden können.

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