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Ökumenische Zentrum Pax: Es geht um Gott, nicht Konfessionen

Von Als offener Treffpunkt heißt das ökumenische Zentrum „Pax & People“ die Menschen im Europaviertel willkommen und arbeitet vor allem mit der benachbarten Dreifaltigkeitsgemeinde eng zusammen.
Meditativ in den Morgen.Fast täglich bietet Pax & People von 8.15 bis 8.30 Uhr eine besinnliche Runde an. Foto: Leonhard-Hamerski Meditativ in den Morgen.Fast täglich bietet Pax & People von 8.15 bis 8.30 Uhr eine besinnliche Runde an.
Europaviertel. 

Eine kleine Gruppe von Besuchern hat sich in dem lichten Meditationsraum versammelt, als die evangelische Pfarrerin Katja Föhrenbach zum Gebet bittet. Aber es ist kein klassisches Mittagsgebet, eher ein gedanklicher und meditativer Impuls, dem einige gefühlte Minuten der Stille folgen. Jeder kann hier werktags von 8.15 bis 8.30 Uhr zur Ruhe und Besinnung kommen und beim anschließenden Espresso selbst entscheiden, was er aus dieser Einkehr mit in den Alltag nimmt.

Spirituelle Begegnungen

Seit drei Monaten lädt das ökumenische Zentrum „Pax and People“ auf 130 Quadratmetern in guter Nachbarschaft zum Gemeindehaus der evangelischen Dreifaltigkeitsgemeinde die Anwohner und Passanten in der Pariser Straße 6 zu gemeinsamen spirituellen und geselligen Begegnungen. Angesprochen sind vor allem die rund 8000 Nachbarn des Europaviertels, von denen sich jedoch nur rund 25 Prozent zu einer der beiden großen christlichen Kirchen bekennen. Zudem bietet sich den Protestanten der Kuhwaldsiedlung hier eine weitere Anlaufstelle.

Ende Januar starteten die beiden Kirchen ihr Experiment, sich rund 300 Quadratmeter des Gebäudes zu teilen. Finanziert hat der Evangelische Regionalverband das Zentrum für 260 000 Euro, denn dafür hat die Dreifaltigkeitsgemeinde ihr früheres Gemeindehaus in der Kuhwaldsiedlung abgegeben. Dort sehen sich vor allem ältere Menschen damit konfrontiert, nun weitere Wege in Kauf nehmen zu müssen. „Deshalb haben wir einen Fahrdienst eingerichtet, inzwischen hat sich das ganz gut eingespielt“, sagt der dortige Pfarrer Tobias Völger. Hoffnungsvoll sei auch die gemeinsame Aktion „Pax and Parents“, ein Krabbeltreff für Kinder und Eltern, das dienstags von 10 bis 12 Uhr angeboten wird.

Die Räume von Pax & People sind einladend, aber schlicht gehalten – auch das Lichtkreuz im Meditationsraum kommt nur bei Bedarf zum Einsatz. Und auch von außen hat das ökumenische Zentrum in einem typischen Wohnhaus des Europaviertels kaum eine sakrale Ausstrahlung. Aber das ist Absicht.

„Neben dem Meditationsraum laden wir hier die Besucher an den großen runden Tisch ein“, sagt Harald Stuntebeck, Pastoralreferent an Sankt Pius. Manchmal gebe es hier sogar ein Abendmahl, wenn auch im Sinn eines gemeinsam Kochens mit anschließendem Gespräch. Denn hier zeigen sich die katholische und evangelische Kirche von einer anderen Seite, mitten im Leben und offen für alle Menschen und Religionen. „Wir arbeiten zusammen und sind dabei als Institutionen doch getrennt“, stellt Pfarrerin Katja Föhrenbach fest, die noch mit halber Stelle in der Praunheimer Wicherngemeinde arbeitet.

Christliche Minderheit

„Inzwischen hat sich das Angebot unseres Zentrums auch in den Gemeinden der Umgebung angenommen“, erklärt Föhrenbach.

„Wir sind hier eine christliche Minderheit gegenüber Menschen, die anderen oder keiner Religion angehören“, unterstreichen Föhrenbach und Stuntebeck. Wichtig sei es, als Kirche mit einem offenem Programm, aber nicht als Konkurrenz wahrgenommen zu werden. „Pax & People ist im Europaviertel wie ein Laboratorium, aber gerade hier können die beiden Kirchen zeigen, dass sie die Ökumene selbstverständlich und innovativ leben“. erklärt Bischof Georg Bätzing.

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