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Straßenbeleuchtung: Es werde Licht in der Freßgass’

Von Kein gutes Licht auf die Stadt wirft die Straßenbeleuchtung in der Freßgass’. Zumindest meint das der ehemalige Einzelhandelspräsident Frank Albrecht. Er fordert ein neues Konzept und regelmäßigere Wartungen.
Im Vergleich zu anderen Straßen ist es in der Freßgass’ nachts relativ dunkel. Zumindest empfinden das viele Anlieger so und wünschen sich ein neues Beleuchtungskonzept. Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA Im Vergleich zu anderen Straßen ist es in der Freßgass’ nachts relativ dunkel. Zumindest empfinden das viele Anlieger so und wünschen sich ein neues Beleuchtungskonzept.
Innenstadt. 

Auf einer Länge von 300 Metern stehen 35 Laternenmasten mit insgesamt 117 Leuchten in der Freßgass’. Doch der Zustand der im Jahr 1977 aufgestellten Straßenbeleuchtung ist nach Ansicht von Frank Albrecht „miserabel“. Die Leuchtkraft sei nicht ausreichend und die Sauberkeit absolut inakzeptabel, kritisiert der Geschäftsmann, der Inhaber einer Parfümerie in der Straße ist und früher Frankfurter Einzelhandels-Präsident sowie zehn Jahre im Vorstand der Aktionsgemeinschaft Freßgass’ war.

„Die Geschäftsleute haben ein Recht auf eine vernünftige Beleuchtung“, sagt er. Denn im Vergleich zur Zeil oder der Goethestraße sei die Freßgass’ viel dunkler, so Albrechts Eindruck. Seine Bitte an die Stadt lautet: LED-Leuchten nachrüsten, die viel heller strahlten, und die Laternen häufiger reinigen. Denn die Glaskugeln seien doch sehr dreckig, teils wachse darauf schon Moos und Wasser sei eingedrungen. Zudem sei alles über und über mit Taubenkot verdreckt.

Der schlechte Zustand der Laternen hätte nach Meinung des Geschäftsmannes längst schon auffallen müssen. „In jedem Haus schaut der Hausmeister danach, ob alles in Ordnung ist“, sagt Albrecht, der die gleiche Sorgfalt in der Freßgass’ allerdings schmerzlich vermisst. Jeder Tourist gehe doch durch diese Renommierstraße, da könne man ein gewisses Maß an Ordnung durchaus erwarten.

Könnte Albrecht bestimmen, würde er gleich komplett neue Laternen aufstellen lassen. Seiner Ansicht nach sollten sie zum Stadtbild passen, weshalb er das gleiche Modell wie auf dem Rathenauplatz oder auf der Zeil vorschlagen würde. „Ich mische mich aber nicht ein, wenn dann müsste der Ortsbeirat entscheiden“, sagt der Geschäftsmann.

Ortsvorsteher Oliver Strank (SPD) hat nach eigenen Angaben zuletzt tatsächlich oft Kritik über die schlechte Beleuchtung in der Freßgass’ gehört. „Ich kann das auch selbst bestätigen“, sagt Strank. Deshalb legt er in der kommende Sitzung des Ortsbeirates 1 (Innenstadt, Altstadt, Gutleut, Gallus, Bahnhofsviertel) am 4. Oktober einen Antrag zur Abstimmung vor. In dem Papier wird der Magistrat gebeten, zu prüfen und zu berichten, ob und inwieweit die Freßgass in den Nachtstunden hinreichend beleuchtet ist und, falls dies nicht der Fall sein sollte, die dortige Beleuchtung durch geeignete Maßnahmen zu verbessern.

Jährliche Kontrollen

Grundsätzlich werden die Laternen ein Mal im Jahr von Mitarbeitern der Straßenbeleuchtung Rhein-Main GmbH (SRM) kontrolliert – zuletzt im November 2015, berichtet Sven Birgmeier, Pressesprecher der Mainova AG. Die SRM ist ein Tochterunternehmen der Mainova und für die Straßenbeleuchtung im gesamten Stadtgebiet zuständig. Regelmäßig würden auch die Leuchten gewechselt, nächster Termin sei Anfang 2017. Dabei werden die Leuchten laut Birgmeier gereinigt. Wegen der Beschwerde von Albrecht sei gestern kurzfristig eine Begehung in der Freßgass’ anberaumt worden. Offenbar ist die Kritik von Albrecht teilweise berechtigt, denn die SRM werde der Stadt eine Zwischenreinigung einiger Laternen empfehlen.

Weil Ersatzteile für die fast 40 Jahre alten Masten und Leuchten fehlen, habe die SRM auch den Komplettaustausch angeregt. Die Umrüstung auf LED-Leuchtkörper ohne den gleichzeitigen Austausch der Masten sei jedoch sowohl technisch als auch energetisch nicht sinnvoll. Im Gegensatz dazu könnten bei einer Komplettsanierung (neue Masten und Leuchten) die Leuchthöhen und -abstände optimiert werden, erklärt Birgmeier. Dadurch ließen sich Energie- und Wartungskosten reduzieren.

Dringendere Maßnahmen

Laut Dan Orbeck, Referent von Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD), sind momentan allerdings keine Veränderungen vorgesehen. Er begründet dies einerseits mit der knappen Haushaltslage und andererseits mit dringlicheren Maßnahmen wie der Aufwertung der Zeil-Nebenstraßen. Orbeck versprach aber, dass in den kommenden Tagen die Laternen in der Freßgass’ kontrolliert und defekte Lampen ausgetauscht würden.

Ähnlich äußert sich Mark Gellert, Sprecher von Planungsdezernent Mike Josef (SPD): Derzeit seien keine Maßnahmen in der Freßgass’ geplant. Auch neue Laternen würden nicht aufgestellt. Grundsätzlich sei dafür die Aufnahme ins Programm „Schöneres Frankfurt“ erforderlich. Doch selbst dann seien die Aussichten nicht besonders rosig, weil andere Maßnahmen viel dringlicher seien.

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