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Immobilienmarkt in Frankfurt: Es werden zu wenige Wohnungen gebaut

Der Gutachterausschuss für Immobilienwerte Frankfurt hat den Immobilienmarktbericht für das erste Halbjahr 2018 veröffentlicht. Das Ergebnis: ein geringes Angebot bei weiter steigenden Preisen.
Ein Neubau des städtischen Wohnungsunternehmens ABG Frankfurt Holding steht nahezu bezugsfertig im Stadtteil Oberrad. Foto: Frank Rumpenhorst (dpa) Ein Neubau des städtischen Wohnungsunternehmens ABG Frankfurt Holding steht nahezu bezugsfertig im Stadtteil Oberrad.
Frankfurt. 

Frankfurt ist teuer, vor allem zum Wohnen. Und es wird immer teurer, zu diesem Ergebnis kommt der Immobilienmarktbericht für das erste Halbjahr. Aufgrund des geringen Angebotes am Wohnimmobilienmarkt ging in diesem Zeitraum die Anzahl der Transaktionen weiter zurück. Gleichzeitig stieg der Gesamtgeldumsatz erneut, und zwar um rund drei Prozent. Der Anstieg ist dabei vor allem auf die starke Nachfrage nach hochpreisigen gewerblichen Immobilien zurückzuführen. Dazu ist der Investitionsdruck bei einigen Kapitalanlegern sehr hoch; auch fehlen sichere alternative Investitionsmöglichkeiten.

Das Preisverhalten auf dem Wohnungsmarkt ist dagegen sehr unterschiedlich. Während der Preisanstieg bei Neubauwohnungen unverändert hoch ist, gehen die Quadratmeterpreise bei Wohnungseigentum in den Wohnhochhäusern statistisch gesehen sogar zurück. Das Kaufpreisverhalten gerade bei den Hochhäusern wird allerdings stark dadurch beeinflusst, welches Objekt und welche Stockwerkslagen gerade zur Vermarktung anstehen, heißt es in dem Bericht weiter.

In den zurückliegenden Jahren verzeichneten vor allem innenstadtnahe Lagen sowie die Verkaufszahlen von Wohnungseigentum in Wohnhochhäusern hohe Zuwachsraten. Obwohl der prozentuale Anteil der verkauften Objekte dort erheblich abnahm, erhöhten sich die Kaufpreise von neuen Eigentumswohnungen von 5290 Euro pro Quadratmeter im ersten Halbjahr 2017 auf 6170 Euro in den ersten sechs Monaten 2018. Das entspricht einem Anstieg um 17 Prozent. In den Stadtteilen westlich der A 5 sind Neubauwohnungen noch für rund 4200 Euro erhältlich; bei Altbauten der Baujahre vor 1950 liegen die Kaufpreise bei rund 2800 Euro.

Gute Lagen, teure Lagen

Die höchsten durchschnittlichen Neubaupreise finden sich mit 7320 Euro pro Quadratmeter rund um den Ostbahnhof und die Europäischen Zentralbank. Neue Eigentumswohnungen werden in der Innenstadt, Gutleutviertel und Gallus sowie Europaviertel mit rund 6600 Euro gehandelt. Die Spitzenlagen im West-, Nord- und Ostend zeigen sich bei den Verkaufszahlen der Altbauwohnungen (vor 1950) mit 7920 Euro sowie 5990 Euro.

Die Wohnhochhäuser sind zwar weiterhin gefragt, dennoch erzielten diese Neubaueigentumswohnungen mit rund 7430 Euro Preise, die um rund 5 Prozent unter den Vorjahreswerten lagen. Die Aussage „Je höher, desto teurer“ findet weiterhin ihre Bestätigung. In den oberen Stockwerken sind Kaufpreise zwischen 10 000 und 20 000 Euro nicht ungewöhnlich. Es ist allerdings auch festzustellen, dass in den unteren Stockwerken oft lediglich Kaufpreise erzielt werden, die sogar unter den Kaufpreisen im üblichen Geschosswohnungsbau liegen.

Kaum noch Ausnahmen

Für Reihenmittelhäuser wurden durchschnittlich je nach Baujahr Kaufpreise zwischen 343 000 und 765 000 Euro erzielt. Kaufpreise von Eigenheimen unter 200 000 Euro sind in Frankfurt nur noch in Ausnahmefällen zu finden. Spitzenwerte für Reihenmittelhäuser erreichen Werte bis zu 850 000 Euro.

Die Preissteigerungen im gesamten Wohnungsbau bei gleichzeitigem Umsatzrückgang sind ein Beleg dafür, dass um der hohen Nachfrage zu entsprechen, dringend umfangreiche Wohnbauflächen benötigt werden, so das Fazit des Gutachterausschusses.

(red)

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