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Mit dem Umbau wird die Strecke ab April einspurig: Eschersheimer Landstraße: Autos machen Platz für Radler

Von Es ist soweit: Die Eschersheimer Landstraße nördliche der Hügelstraße wird umgestaltet und einspurig. Was viele Autofahrer ärgert, freut Radler und Fußgänger. Neben dem Bau eines Fahrradschutzstreifens werden die Gehwege verbreitert.
An der Ecke Hügelstraße wird die Eschersheimer Landstraße in Richtung Norden bis zum Weißen Stein einspurig. Foto: Bernd Kammerer An der Ecke Hügelstraße wird die Eschersheimer Landstraße in Richtung Norden bis zum Weißen Stein einspurig.
Eschersheim. 

Große Schilder an der Kreuzung Eschersheimer Landstraße/Hügelstraße und am Weißen Stein weisen den Autofahrern den Weg. Denn sie müssen sich ab kommenden Montag umstellen: Die Eschersheimer Landstraße wird einspurig. Und das nicht nur für einige Wochen oder Monate, sondern für immer. Der Verzicht auf eine Fahrspur ist Teil der Umgestaltung der Verkehrsader zwischen Hügelstraße und Weißem Stein im Frankfurter Norden. 18 Monate sollen die Bauarbeiten dauern, 4,45 Millionen Euro werden sie kosten.

„Wir sind guter Hoffnung, dass wir sowohl im Zeit- als auch im Kostenrahmen bleiben“, so Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) beim gestrigen Spatenstich, dem offiziellen Startschuss für den Baubeginn. Selten habe es ein Projekt in Frankfurt gegeben, über das soviel diskutiert wurde, wie die Umgestaltung der Eschersheimer Landstraße. Die jetzt anstehenden Arbeiten würden auch nicht die letzten sein. Zuviel gebe es noch zu tun auf der Straße, die durch die U-Bahn die Stadtteile zerschneidet.

Die Stadtbahn kann zwar nicht weggezaubert werden, die stark befahrene Straße soll durch die Neuordnung des Verkehrs auf dem 1,3 Kilometer langen Abschnitt aber attraktiver werden. Vor allem für Radfahrer und Fußgänger sowie die angesiedelten Geschäfte. Für die Radler gibt es einen Schutzstreifen sowie sicherere Querungsmöglichkeiten. Zudem werden die Gehwege künftig breiter, so dass Tische und Stühle auf dem Trottoir platziert werden können. Und trotzdem noch genug Platz für vorbeischlendernde Passanten ist. 32 Bäume werden neu gepflanzt und erinnern daran, wie die Straße früher einmal aussah. „Die Älteren unter uns wissen, dass die Eschersheimer Landstraße einmal eine richtige Allee war“, erinnert sich Oesterling.

Die Schilder an der Kreuzung Hügelstraße und am Weißen Stein zeigen an: Ab hier läuft der Verkehr künftig nur noch auf einer Spur. Bild-Zoom
Die Schilder an der Kreuzung Hügelstraße und am Weißen Stein zeigen an: Ab hier läuft der Verkehr künftig nur noch auf einer Spur.
Durch die Umgestaltung müssen allerdings einige Parkplätze wegfallen – statt wie bisher 182 Stellplätze gibt es künftig elf weniger. Das ist für Friedrich Hesse (CDU), Vorsteher im Ortsbeirat 9 (Dornbusch, Eschersheim, Ginnheim), zwar „weniger schön“, aber verschmerzbar. Weil er 65-Jährige überzeugt ist, dass die noch vierspurige Trasse künftig „viel schöner“ sein wird. Sicher werde es an den Ampeln zu Staus kommen, wenn die Autofahrer künftige nur noch auf einer Spur unterwegs sind. Allerdings habe der Verkehrsversuch – sowohl virtuell, als auch in der Praxis – gezeigt, dass es mit einer Spur nicht zu dem vielerorts befürchteten Verkehrschaos komme.

Verkehrsversuch

Vor zwei Jahren war die Eschersheimer Landstraße für einige Wochen einspurig – auf Probe. Um in der Realität zu zeigen, was Experten bereits wissenschaftlich belegt hatten. Mit einer Spur kommt es zu keinen großen Staus und auch die Nebenstraßen wie die Kurhessenstraße werden nicht über Gebühr belastet. Diese Untersuchungen überzeugte fast alle Kritiker – der Ortsbeirat stimmte den Umbauplänen mit deutlicher Mehrheit zu.

„Wir haben uns lange für den Umbau eingesetzt, damit der Stadtteil zusammenwachsen kann“, freut sich Sylvia Kunze, SPD-Fraktionsvorsitzende im Ortsbeirat. Nur Positives kommt von den Grünen. „Damit setzt sich unsere Idee durch, den Straßenraum zugunsten von Radfahrern, Fußgängern und mehr Grün weiterzuentwickeln“, erklärt Manuel Stock, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Römer.

Judith Dietermann
Kommentar Umgestaltung ordnet den Verkehr

Die Eschersheimer Landstraße ist im nördlichen Teil praktisch bereits einspurig. Das ist gefährlich. Die Umgestaltung der Strecke wird Besserung bringen.

clearing

Dass auf der Eschersheimer ohnehin in den kommenden Monaten gebaut wird, nutzen die Netzdienste Rhein-Main (NRM): Sie verlegen neue Leitungen. Und auch die Frankfurter Verkehrsgesellschaft (VGF) springt auf den Zug auf – vom 1. bis 31. Juli finden zwischen den Stationen „Heddernheim“ und „Dornbusch“ Gleisbauarbeiten statt. Weil Gleise, Boden und Schotterbelag in den vergangenen Jahren gelitten haben. Jede eineinhalb Minuten brettert eine U-Bahn über die Trasse. Für die Fahrgäste bedeuten die Arbeiten eine Geduldsprobe: Die VGF richtet einen Schienenersatzverkehr mit Bussen ein.

Probleme per Mail

Starke Nerven brauchen bald auch die Anwohner zwischen Hügelstraße und Weißer Stein. Denn ganz ohne Lärm, Dreck und Sperrungen wird der Umbau nicht vonstatten gehen. Doch die Stadt verspricht ein sogenanntes Anwohnermanagement. Per E-Mail oder Telefon sollen sich die Anwohner dort mit Problemen melden können. Wenn irgendwann alles freigeschaltet ist. Denn daran hapert es noch. „Wir haben noch keine E-Mail-Adresse oder Telefonnummer eingerichtet, das wird noch etwas dauern“, bittet Michaela Kraft, Leiterin des Amts für Straßenbau und Erschließung, um Verständnis. In den nächsten Tagen, verspricht sie, würde sicher alles funktionieren.

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