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Schulgebäude in der Nordweststadt: Europäische Schule wächst weiter

Während auf dem Campus der Ernst-Reuter-Schulen emsig die Modernisierung der Schulgebäude aus den 1960er Jahren in Planung ist, wird auf dem Nachbargelände der Europäischen Schule der Raum knapper und knapper. In der Sitzung des Ortsbeirats 8 soll ein Antrag die Möglichkeit verhindern, dass sich die beiden Schulen in die Quere kommen.
Erst 2015 wurde der Erweiterungsbau eingeweiht, aber auch das Gebäude ist bald ausgelastet. Foto: Holger Menzel Erst 2015 wurde der Erweiterungsbau eingeweiht, aber auch das Gebäude ist bald ausgelastet.
Nordweststadt. 

Ungewiss ist am Schulstandort zwischen Praunheimer Weg und Hammarskjöldring schon seit Jahren einiges: Wann und ob die Europäische Schule einen Ausweichstandort im Stadtgebiet findet, und ob – bis es so weit ist – alle Schüler langfristig am alten Standort untergebracht werden können. Auch die dringend notwendige Modernisierung des Campus’ der beiden Ernst-Reuter-Schulen stand viele Jahre in den Sternen. Seit einigen Monaten trifft sich hierzu eine Zukunftswerkstatt, die die Modernisierung der Vorzeigegesamtschule aus den 1960er Jahren plant.

Dass die vielen offenen Fragen auch dem Ortsbeirat 8 (Heddernheim, Niederursel, Nordweststadt) Kopfzerbrechen bereiten, zeigt ein Antrag, den die SPD-Fraktion für die Sitzung heute Abend auf die Tagesordnung gesetzt hat. Die Stadtteilvertreter fordern darin, durch einige Fragen an die zuständigen Behörden sicherzustellen, dass die Modernisierung der Ernst-Reuter-Schulen nicht unter dem akuten Platzmangel des Nachbarn zu leiden hat.

Fraktionsvorsitzender Jürgen Schmidt erklärte auf Nachfrage, dass ihm die Maßnahme nötig erschien, nachdem er und seine Parteifreunde von einem Rundbrief des Elternvereins der Europäischen Schule erfuhren: „Darin wurde zum wiederholten Mal gefordert, dem akuten Platzmangel Rechnung zu tragen und den Modulbau um Kapazitäten für zehn zusätzliche Klassen zu erweitern“, erklärt der 74-Jährige. „Uns ist klar, dass der Bedarf groß ist, dennoch ist es uns wichtig, sicherzustellen, dass die Ernst-Reuter-Schule dadurch nicht in Mitleidenschaft gezogen wird.“ Durch die Nachfrage bei der Stadt, wie die konkreten Planungen aussehen, will seine Fraktion für den Ortsbeirat eine Grundlage schaffen, von vornherein dafür zu sorgen, dass „die richtigen Entscheidungen seitens der Stadt mit Augenmaß getroffen werden“.

1500 Schüler

Dass die Situation an der Europäischen Schule, wo vor allem der Nachwuchs von EZB-Mitarbeitern von mehrsprachigen Unterrichtsangeboten profitiert, dieses Augenmaß für einen dringenden Ausweg verlangt, bestätigt auch Schulleiter Ferdinand Patschneider: „Derzeit unterrichten wir etwa 1500 Schüler im Schulgebäude und einem seit 2015 bestehenden Anbau. Die Anzahl der Klassen der Primarschule pro Jahrgangsstufe ist jedoch höher als die Abgängerklassen in der Sekundarschule, so dass wir in den nächsten Jahren zusätzliche Klassenräume brauchen werden – und zwar unabhängig davon, ob die EZB zusätzliches Personal rekrutiert oder nicht.“ Laut Patschneider sei eine Erweiterung um neun Klassen noch möglich, dann aber sei mit dem verfügbaren Platz endgültig Schluss.

Gleichzeitig sei damit zu rechnen, dass die Schülerzahl durch die Personalpolitik der EZB über die nächsten Jahre noch stärker wachsen wird. Grund genug für die Schule, gemeinsam mit Vertretern der Bundes- und Landesregierung sowie der Stadt Frankfurt nach kurz- wie langfristigen Lösungsmöglichkeiten zu suchen: Dass die Schule in einigen Jahren umziehen soll, ist fest in Planung, eine Entscheidung für einen geeigneten Standort steht jedoch noch aus.

Eine Lösung für alle

Für Gerhard Schneider, Schulleiter der Ernst-Reuter-Schule II, ist die Nachricht über das Engagement des Ortsbeirats eine angenehme Überraschung: „Gerade weil wir uns mit dem Gedanken, dass sich die beiden Schulen in die Quere kommen könnten, bislang noch gar nicht beschäftigt hatten, finde ich die Idee extrem verantwortungsvoll und begrüßenswert und kann mich für das Mitdenken der Ortsbeiratsmitglieder nur bedanken. Auch wir verfolgen aufmerksam, was bei unseren Nachbarn passiert, und hoffen, dass sich bald die beste Lösung für alle finden lässt.“ Eine Lösung, die die Ungewissheit ein für alle Mal vom Schulstandort in der Nordweststadt verbannt.

 

Der Ortsbeirat 8 tagt heute um 20 Uhr im Bürgerhaus Nordweststadt (Saalbau Titus Forum), Walter-Möller-Platz/Nidaforum 2.

 

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