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Prozess vor dem Landgericht: Exorzismus-Prozess: Experte schließt Selbsttötung der Koreanerin aus

Von Im Prozess um den tödlichen Exorzismus in Zimmer 433 des Interconti-Hotels kam gestern vor dem Frankfurter Landgericht die Rechtsmedizin zu Wort.
In diesem Frankfurter Hotel am Mainufer soll eine 41-jährige Koreanerin durch einen Exorzismus qualvoll gestorben sein. Foto: Boris Roessler (dpa) In diesem Frankfurter Hotel am Mainufer soll eine 41-jährige Koreanerin durch einen Exorzismus qualvoll gestorben sein.
Frankfurt. 

Eine 41-jährige Koreanerin starb im Dezember 2015 bei einer Teufelsaustreibung im Hotelzimmer. Fünf Familienmitglieder sollen sie stundenlang gequält haben. Bereits kurz nach der Entdeckung der Toten lag die Leiche auf dem Seziertisch im Sachsenhäuser Institut der Rechtsmedizin. Der Sachverständige berichtete gestern von zahlreichen Einblutungen im Körper der Frau, die mit 62,3 Kilogramm Idealgewicht hatte. Sie soll erstickt sein, weil mutmaßlich eine Person längere Zeit auf ihrem Brustkorb saß, möglicherweise aber auch durch Einwirkungen am Hals oder dem Atemorgan. Ein Kleiderbügel, der laut Anklage mitursächlich für den Tod war, kam dem Fachmann erst während der Sezion vor Augen, er wurde nachgeliefert.

Der Todeszeitpunkt und der Zeitraum zwischen Gewalteinwirkung und Tod muss aufwändig anhand von Zahlen und Formeln bei der Berechnung der jeweiligen Körpertemperatur ermittelt werden. Dennoch konnte der Sachverständige den Todeszeitraum auf nur gut zweieinhalb Stunden einengen: Zwischen 6.30 bis 8.50 Uhr. „Es könnte also sein, dass die Frau noch gelebt hat, als der Pfarrer um 8.45 Uhr kurz im Zimmer war?“, fragte der Vorsitzende Richter Ulrich Erlbruch. Ja, aber genau sagen könne man es nicht, antwortete der Mediziner. Auch zur Frage eines möglichen Todeskampfes oder Abwehrbewegungen hielt er sich bedeckt. Bei fünf Personen im Raum (den fünf wegen gemeinschaftlichen Mordes angeklagten Koreanern), könne es sein, dass die Frau gar keine Abwehrbewegungen mehr habe machen können. Auszuschließen sei, dass das um sich schlagende Opfer sich selbst getötet habe und dass die Schläge ihres mitangeklagten 16-jährigen Sohnes auf die Brust seiner Mutter – offenbar eine Verzweiflungstat – Ursache für den Tod gewesen sein können. Heute soll der Prozess fortgesetzt werden.

Zwischenzeitlich beschäftigte sich auch das Oberlandesgericht (OLG) indirekt mit der Materie. Ein Ordnungsgeld von 250 Euro, das die Richter der Jugendstrafkammer einer als Vormund eines der minderjährigen Angeklagten fungierenden Rechtsanwältin aufgebrummt hatten, wurde vom OLG bestätigt. „Ein Vormund hat als Zeuge kein Zeugnisverweigerungsrecht“, stellten die Richter fest. Und als verweigerungsberechtigte Rechtsanwältin sei sie in dem Verfahren nicht aufgetreten.

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