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Experiminta auf Rekordkurs

Von Seit dem 1. März 2011 ist das Mitmachmuseum „Experiminta“ an der Hamburger Allee geöffnet. Die Besucherzahlen steigen. Trotzdem werden aber weitere Förderer gesucht.
Bei der Überreichung der Urkunde posieren die Schüler der Klasse 7 f und halten Tafeln hoch, die gemeinsam die Besucherzahl ergeben. Bilder > Bei der Überreichung der Urkunde posieren die Schüler der Klasse 7 f und halten Tafeln hoch, die gemeinsam die Besucherzahl ergeben.
Bockenheim. 

Mathematik und Physik findet Helena Hinkel toll. In beiden Fächern hat sie eine Eins im Zeugnis stehen. „Mich begeistert die Logik und dass es auf alles eine klare Antwort gibt“, sagt die Siebtklässlerin, die die Anna-Schmidt-Schule im Gärtnerweg besucht. Gestern war sie mit ihren Klassenkameraden in der Experiminta zu Gast und wurde überrascht – die Schüler der Klasse 7 f wurden als 250 000. Besucher geehrt.

Die entsprechende Urkunde überreichte Birgit Simon, Erste Beigeordnete des Regionalverbandes Frankfurt/Rhein-Main. „Es wird viel zu wenig gelehrt und gelernt, was in der Physik wichtig ist. Ich finde es großartig, was sie hier machen“, lobte Simon die Anstrengungen des Fördervereins Experiminta Frankfurt am Main, der das Wissenschaftscenter seit knapp drei Jahren in den Räumen der Hamburger Allee 22-24 betreibt.

Große Anstrengungen

Und diese Anstrengungen sind in der Tat vielfältig. In erster Linie geht es den Machern – mehrheitlich pensionierte Lehrer, die ehrenamtlich tätig sind – darum, für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu begeistern. Auf 2200 Quadratmetern Ausstellungsfläche stehen 120 Mitmachstationen bereit. Schließlich sind Experimentieren, das Erfahren und Begreifen physikalischer oder chemischer Reaktionen Programm in der Experiminta.

Doch das alles gibt es nicht zum Nulltarif. Und so hat der Förderverein um den Vorsitzenden Norbert Christl alle Hände voll zu tun, um die Finanzierung des Angebotes zu sichern. Vor knapp zwei Jahren drohte dem Mitmachmuseum schon einmal das Aus, weil Ausgaben und Einnahmen nicht im Verhältnis zueinander standen. Das Hessische Finanzministerium, das das Gebäude an die Experiminta vermietet, verzichtet seitdem auf 50 Prozent der ursprünglich vereinbarten Monatsmiete in Höhe von 27 600 Euro. Diese Vereinbarung gilt noch bis März 2017.

Laut Christl hat auch die Stadt Frankfurt signalisiert, weiter einen jährlichen Zuschuss in Höhe von 60 000 Euro zu gewähren. „Meist geht es gerade so Null auf Null auf“, rechnet Dr. Herbert Schnell, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins, vor. Die aktuelle Kalkulation weist Ausgaben in Höhe von rund 750 000 Euro aus – 165 600 Euro für Miete, 180 000 Euro für Nebenkosten wie Reinigung oder Strom, 330 000 Euro Personalkosten (30 Minijobber, 42 ehrenamtliche und drei hauptamtliche Mitarbeiter) sowie 70 000 Euro für kleinere Umbauten und die Anschaffung neuer Ausstellungstücke. Dem stehen Einnahmen von 610 000 Euro aus Eintritt und Verkauf im Museumsshop sowie der städtische Zuschuss gegenüber. Der Fehlbetrag muss nach Angaben von Christl über Zuwendungen Dritter, etwa von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft als einem der großen Förderer, gedeckt werden.

Besucherzahlen steigen

Doch neue Förderer zu finden, ist eine zeitaufwendige Angelegenheit. „Vier der insgesamt acht Vorstandsmitglieder sind überwiegend damit beschäftigt“, erklärt Christl. Allerdings haben sie ein wahrlich gutes Argument, um potenzielle Sponsoren zu überzeugen. Denn die Besucherzahlen stimmen. „Wir haben im vergangenen Jahr als einziges Museum neben dem Städel unsere Besucherzahlen gesteigert“, sagt der Vorsitzende. Insgesamt 90 000 Besucher wurden gezählt.

Und zufriedene Besucher, das weiß Christl natürlich, sind die beste Werbung für die Experiminta. Auch deshalb hat der Förderverein jüngst eine Kooperation mit dem Goethe-Gymnasium geschlossen. Die Schule leistet eine Einmalzahlung, dafür können so viele Schüler wie wollen das Mitmachmuseum 2014 besuchen. „Das ist sozusagen die Flatrate für die Experiminta“, erklärt deren kaufmännischer Leiter Michael Kip.

Hätte er drei Wünsche frei, würde er sich „Besucher, Besucher und noch mal Besucher“ wünschen. Dem stimmt Christl zu. Eine Entlastung und Verjüngung des Vorstandes stünden zudem auf seiner Liste. „Ich würde mir wünschen, dass die Lebendigkeit, Kreativität und Freude der Besucher in Zusammenhang mit der Ausstellung weitergeht. Das motiviert und bestätigt uns zugleich“, sagt Schnell.

Motiviert werden mussten die Anna-Schmidt-Schüler nicht zum Besuch in der Experiminta. Für sie war der Ausflug eine willkommene Abwechslung. „Die Urkunde hängen wir wahrscheinlich bei uns im Klassenzimmer auf“, sagte Klassensprecherin Vivienne Tsalmas.

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