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Dauerthema: FDP will lieber Ateliers als Wohnungen in Alt-Sachsenhausen

Alt-Sachsenhausen ist derzeit eine Art Dauerthema bei den Stadtteilpolitikern im Ortsbeirat. In der Sitzung am Freitag steht ein Antrag der FDP auf der Tagesordnung, der die Kreativität und Historizität des Quartiers fördern soll. Für die Liberalen steht das Wohnen in Alt-Sachsenhausen weniger hoch im Kurs, kann es doch zu Spannungen führen.
Alt-Sachsenhausen boomt: In den Gassen ist abends immer viel los. Foto: Rainer Rüffer (Rueffer) Alt-Sachsenhausen boomt: In den Gassen ist abends immer viel los.
Sachsenhausen. 

Florian Reineking lebt selbst in Sachsenhausen, ganz in der Nähe von Alt-Sachsenhausen. Und so hat es sich der Stadtteilpolitiker der FDP auf die Fahnen geschrieben, etwas Gutes für das nicht immer gut gelittene Ausgehviertel zu tun. Deshalb schreibt er zahlreiche Anträge für die Sitzungen des Ortsbeirats (Niederrad, Oberrad, Sachsenhausen), die die derzeitige Situation des Quartiers nachhaltig verbessern sollen – so auch für die kommende Sitzung des Stadtteilgremiums am Freitag. Dieses Mal nimmt sich Reineking die Kreativität und Historizität Alt-Sachsenhausens vor.

Probleme mit Lärm

Mit dem neuerlichen Antrag bittet die FDP den Magistrat, dass gleichrangig zur Wohnungsnutzung auch Anbieter aus dem Kreativ-Sektor gefördert werden. Das alles in Anlehnung an die Kriterien des Frankfurter Programms zur Förderung des Umbaus leerstehender Räume für Kreative. Zur Begründung nennen die Liberalen die Förderrichtlinie Alt-Sachsenhausen, die zum Hauptziel hat, das Thema Wohnen in dem Viertel zu stärken.

Alt-Sachsenhausen ist viel besser als sein Ruf. Das findet vor allem die Initiative „AltSaxneu“, die im Ausgehviertel viel Steigerungspotenzial erkennt.
Standortinitiative So setzen sich die Bürger für das Ausgehviertel ...

Das Image des Ausgehviertels Alt-Sachsenhausen ist ramponiert, nicht zuletzt "dank" ausufernder Junggesellenabschiede, seelenloser Billig- und Sauflokale und überproportional vieler Shisha-Bars. Die Initiative "AltSaxneu" steuert dagegen, holt die Stadt mit ins Boot und engagiert als ersten Schritt einen "Ortsdiener".

clearing

„Dies konnte allem Anschein nach bisher kaum erreicht werden“, heißt es in dem Antrag. Zudem befürchtet die FDP, dass durch die verstärkte Schaffung von Wohnraum die „angestammte“ Apfelweinkultur oder auch neue „Institutionen“ wie der Freitagsmarkt verdrängt werden könnten. Schon jetzt sehe sich der samstägliche „Markt im Hof“ mit Klagen von Anwohnern konfrontiert, die sich über die Geräuschkulisse ärgern. Die Stereobar musste gar schon schließen, nachdem sich Nachbarn über den Lärm beschwert hatten.

Versteckte Stadtmauer

„Um solche städtebaulichen Spannungen gar nicht erst entstehen zu lassen, sollte sich der Förderschwerpunkt auf die Kreativwirtschaft erstrecken“, heißt es in dem Antrag. Aus Sicht der FDP könnte dafür an die Entwicklung des nahgelegenen Brückenviertels angeknüpft werden. Immerhin würde nun auch durch den Umbau der Elisabethenstraße die Barriere zwischen den beiden Quartieren beseitigt. Zudem will Reineking den historischen Bestand des Quartiers gefördert und ertüchtigt sehen. Mit letzterem Aspekt meint die FDP den gotischen Wohnturm sowie „die vermutlich in einem Hinterhof der Paradiesgasse gelegenen Reste der Stadtmauer“. Davon hat Florian Reineking jüngst erfahren. „Das muss für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.“

Der Ortsbeirat tagt

Die Sitzung ist am kommenden Freitag, 16. März, im Depot Oberrad, Offenbacher Landstraße 357. Los geht es um 19 Uhr.

(jlo)

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