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Exorzismus-Prozess in Frankfurt: Familie reagierte „kalt“ auf den Tod der Mutter

Im Frankfurter Exorzismus-Prozess hat der Concierge des Hotels vor Gericht ausgesagt. Der junge Mann sah die Tote als einer der Ersten. An was erinnert er sich?
Rechtsanwalt Torsten Fuchs (l) führt im Landgericht in Frankfurt seinen Mandanten an den Zuschauern vorbei zur Anklagebank. Foto: Boris Roessler (dpa) Rechtsanwalt Torsten Fuchs (l) führt im Landgericht in Frankfurt seinen Mandanten an den Zuschauern vorbei zur Anklagebank.
Frankfurt. 

Im Prozess um eine tödliche Teufelsaustreibung in einem Frankfurter Hotel kommen immer mehr Einzelheiten ans Licht. Am Donnerstag berichtete der Concierge des Luxushotels von dem grausigen Leichenfund. Auch der Vermieter eines Hauses in Sulzbach im Taunus wurde vom Frankfurter Landgericht als Zeuge gehört.

„Ich war mit der Erste, der die Dame auf dem Boden gesehen hat“, sagte der Hotelangestellte. Die Tote habe verquollene Augen und blau angelaufene Füße gehabt. Das Gesicht der 41-Jährigen sei mit einem Handtuch bedeckt gewesen. Auf eine Teufelsaustreibung habe aber nichts hingedeutet. „Wir dachten zunächst, dass die Dame an einem Herzinfarkt gestorben sei“, erinnerte sich der 26-Jährige.

Die aus Südkorea stammende Familie, die das Zimmer 433 und ein weiteres gemietet hatte, habe kalt und unbeteiligt gewirkt, als er mit dem Notarzt in das Zimmer kam. Die fünf Angeklagten im Alter zwischen 16 und 45 Jahren sollen dort im Dezember 2015 bei dem Exorzismus ihre Verwandte zu Tode gequält haben. Unter den Angeklagten ist auch der Sohn der Toten. Den mutmaßlichen Teufelsaustreibern wird gemeinschaftlicher Mord vorgeworfen.

Die Familie reiste nach Aussage des Chef-Portiers am Vorabend mit einem kleinen Bus an und buchte die beiden Zimmer. „Es war eine ganz normale Familie, die eincheckt“, erinnerte sich der 26-Jährige vor Gericht. Sie hätten allerdings die Zimmer bezogen, ohne vorher reserviert zu haben – ungewöhnlich für Asiaten.

In dem Prozess haben bislang unter anderem auch schon der Notarzt und zwei Nachbarn ausgesagt, die neben dem von der Familie in Sulzbach gemieteten Haus leben. Sie hatten von merkwürdigen Gesängen und Schreien berichtet. Der 77 Jahre alte Vermieter des Doppelhauses sagte am Donnerstag aus, dass sich einer der Nachbarn sogar bei ihm wegen des Lärms beschwert habe. Der Prozess vor der Jugendstrafkammer wird am 1. Dezember fortgesetzt.

(lhe)
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