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Operngala mit Überraschung: Feldmann bekennt sich zu Bühnensanierung am Stammplatz

Von Bei der Operngala, die bei ihrer 18. Ausgabe gut 850 000 Euro „einspielte“, konnten die 951 Gäste wunderbarer Musik lauschen und lecker essen. Doch wer genau hinhörte, vernahm auch ein kulturpolitisches Statement – Oberbürgermeister Peter Feldmann bekannte sich zu Sanierung der Bühnen am Willy-Brandt-Platz.
Carsten Kengeter, Chef der Deutschen Börse, und Brigitte Kengeter. Bilder > Foto: Bernd Kammerer (Presse- und Wirtschaftsdienst) Carsten Kengeter, Chef der Deutschen Börse, und Brigitte Kengeter.
Frankfurt. 

Es ist die Crème de la Crème der Gesellschaft der Mainmetropole, die sich hier ein Stelldichein gibt, die Oper hoch leben und es sich anschließend bei Tiramisu von der Entenleber mit geröstetem Früchtebrot an Granatapfelgelee und Eiskraut-Lammrücken im Spinat-Crepe mit Pak-Choi, Süßkartoffelcreme und Wan Tan-Segel gutgehen lässt.

Im Zentrum standen zuvor die großartigen Stimmen des hauseigenen Ensembles der Oper Frankfurt unter der Leitung von Sebastian Weigle. Darunter talentierte Neuzugänge wie Sydney Mancasola, Cecelia Hall, AJ Glueckert und Daniel Miroslaw.

Abend der Debüts

Es ist aber auch ein Abend der Debüts. So gibt die junge kanadische Sopranistin Kirsten MacKinnon ihr Deutschland-Debüt ebenso wie ein anderer junger Gast aus den Staaten: Shereen Pimentel, ein verheißungsvolles Gesangstalent, das bereits durch Auftritte am Broadway auf sich aufmerksam machte. „Sie ist eigens für diesen Auftritt von New York nach Frankfurt geflogen und ist morgen schon wieder auf dem Weg nach Hause“, so Opernintendant Bernd Loebe. Er hat die 18-jährige Sopranistin, die derzeit an der renommierten Juilliard School in New York studiert, entdeckt. Doch die 951 Gäste, die später an den mehr als 80 Tischen auf der Bühne Platz nehmen werden, lauschen vor Vorspeise und Hauptspeise nicht nur der Musik, sondern auch den Ausführungen Loebes, der neuen Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) sowie des Oberbürgermeisters Peter Feldmann (SPD).

Der stellt die „Neue“ erst einmal vor und benennt „zwei klare Signale“, die Hartwig setzte. Zum einen, „sind wir uns einig, dass die Sanierung der Bühne Priorität hat und dass der Standort nicht angetastet wird“. Zum anderen lobt er, dass eine seiner „kulturpolitischen Kernforderungen“, zügig umgesetzt wurde: „Und das ist der freie Eintritt in die Museen unserer Stadt für Kinder und Jugendliche.“ Feldmann, der mit seiner Frau Zübeyde zu der Veranstaltung gekommen war, und Ina Hartwig verbindet ein Traum. Und das ist der, „dass die kulturellen Institutionen insgesamt für Kinder und Jugendliche frei zugänglich sind“.

Hartwig fügt dem nicht viel mehr hinzu, spricht vom „Geist dieser Stadt“, die „weltoffen und menschlich offen“, sei. Sie sei zwar neu im Amt, aber nicht neu in Frankfurt, lerne es aber nun als Kulturdezernentin auf eine „ganz neue Art kennen“. Ihr Fazit: „Hier wird nicht gejammert, sondern angepackt.“

Bernd Loebe macht auf die „unglaubliche Belastung“ aufmerksam, die mit den Vorbereitungen und dem Aufbau für die Operngala verbunden ist, die „aber jeder hier gern auf sich nimmt. 850 000 Euro, das ist eine Summe, für die man sich auch anstrengen darf. Und das tun wir auch“.

Loebes Qual

Seine Ansprache ist wenig bis gar nicht kulturpolitisch. Loebe berichtet von den „Qualen, die er auf dem Sofa“ während des Spiels von Eintracht Frankfurt gegen Dortmund durchlitten habe und zieht eine Parallele zwischen dem Verein und der Oper. Bei den Adlerträger spielen etliche Ausländer und auch das Opern-Ensemble habe eine große Internationalität aufzuweisen – allein 21 der 41 Mitglieder seien englischsprachig.

Jürgen Fitschen, einst Kopf der Deutschen Bank, ist Vorsitzender des Kuratoriums des Patronatsverein für die Städtischen Bühnen, spricht von der Operngala als „wichtigster Einnahmequelle, die es uns erlaubt, die Aktivitäten der Oper zu unterstützen“. Er lobt den „hervorragenden Kulturbetrieb“ in Frankfurt, betont, wie gut die Oper im internationalen Vergleich ist, bemängelt allerdings, dass das Bürgertum noch ein wenig lebendiger sein könnte.

Stunden später: Das „Katzenduett“, bei dem nicht nur zwei, sondern gut ein Dutzend Sänger mitmachen, ist gesungen, die Reden gehalten, die Speisen gegessen, die Stühle sind nicht mehr besetzt. Jetzt ist es Zeit für den großen Auftritt der sechs Frauen, die die Operngala auf die Beine gestellt haben.

Das Organisationskomitee nimmt Aufstellung und nur für wenige Sekunden stehen Magda Boulos-Enste, Gabriela Brackmann Reiff, Katherine Fürstenberg-Raettig, Martina Heß-Hübner, Sylvia von Metzler und Claudia Steigenberger im Zentrum der Aufmerksamkeit.

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