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Großeinsatz der Bundespolizei: Festnahmen nach Razzia bei Getränkedosen-Händlern

Sie haben mit Getränkedosen gehandelt und dabei rund vier Millionen Euro Steuern hinterzogen: Bei 17 Razzien im Rhein-Main-Gebiet ist den Ermittlern ein Schlag gegen eine Bande von Steuerhinterziehern gelungen. Sie nahmen den Hauptverdächtigen und einen Komplizen in Neu-Isenburg fest.
Im ganzen Rhein-Main-Gebiet, wie hier in Neu-Isenburg, kontrollierten die Polizisten. Foto: Weihrauch Im ganzen Rhein-Main-Gebiet, wie hier in Neu-Isenburg, kontrollierten die Polizisten.
Frankfurt.  Sie schlugen gleichzeitig zu – mit Erfolg: Steuerfahndung und Bundespolizei ist am Dienstag ein Schlag gegen eine Bande von Steuerhinterziehern im Rhein-Main-Gebiet gelungen. Bei mehreren Razzien durchsuchten die Ermittler insgesamt 17 Wohnungen und Geschäftsräume und nahmen dabei den 32-jährigen Hauptverdächtigen und einen 38-jährigen Komplizen in Neu-Isenburg fest. Beide wurden dem Haftrichter vorgeführt, der die Haftbefehle verkündete.

300 Ermittler im Einsatz

Die dringend Tatverdächtigen sind laut Bundespolizei Teile einer zehnköpfigen Bande von Steuerhinterziehern, die Getränkedosen weiterverkauft haben sollen, ohne dabei die Umsatzsteuer in Höhe von rund vier Millionen Euro abzuführen.
Rund 300 Ermittler von Bundespolizei und Steuerfahndung durchsuchten Objekte in Frankfurt, Bad Vilbel, Neu-Isenburg, Ditzenbach, Mörfelden-Walldorf und Hanau und beschlagnahmten dort viel Beweismaterial. 

Bande drei Jahre aktiv

In Neu-Isenburg schlugen die Ermittler nach Informationen unserer Zeitung unter anderem auf einem Firmengelände an der Frankfurter Straße zu. Dort verhafteten sie die beiden Verdächtigen.  Die Mehrzahl der Durchsuchungen fand nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt in Neu-Isenburg statt. „Dort befinden sich etwa 70 Prozent der Objekte – vor allem Firmenräume“, erläutert Oberstaatsanwalt Alexander Badle, Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt, auf Anfrage.

Vereinzelt durchsuchten die Fahnder Wohnungen in Frankfurt, jeweils ein Objekte befand sich außerdem in Mörfelden-Walldorf und Bad Vilbel. Dort standen bereits  gegen neun Uhr vier Einsatzwagen der Bundespolizei auf einem Parkplatz in der Innenstadt in Bereitschaft und warteten auf das Startsignal, das gegen 9.15 Uhr erfolgte.

Wie lassen sich mit Dosen Steuern hinterziehen?

Ähnliche Betrugsfälle mit Getränkedosen sind in der Vergangenheit auch in anderen Bundesländern aufgedeckt worden. Die Zwischenhändler und Einzelhändler wie Dönerbuden oder Kioske gehen die Deals

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An welchen Straßen sich die einzelnen Gebäuden genau befinden, wollte die Generalstaatsanwaltschaft aus ermittlungstaktischen Gründen nicht mitteilen.
Die Bande  soll von Februar 2014 bis Juli 2017 die Getränkedosen im Wert von rund 20 Millionen Euro im großen Stil im In- und Ausland besorgt und in Deutschland weiterverkauft haben. Dabei führte sie allerdings nicht die Umsatzsteuer ab und verursachte damit einen Schaden von etwa vier Millionen Euro. Die Dosen selbst verkaufte sie an Zwischenhändler oder die Dönerbude „an der Ecke“, wie Christian Altenhofen, Sprecher der Bundespolizei, gegenüber dieser Zeitung erklärte.

Bei der Tatbegehung soll der Hauptbeschuldigte arbeitsteilig und als Mitglied einer Bande gehandelt haben, wobei er als faktischer Geschäftsführer der von ihm kontrollierten Firmen die Geschäfte aus dem Hintergrund heraus gesteuert und den Scheingeschäftsführern konkrete Handlungsanweisungen erteilt haben soll. Zum Kreis der Bandenmitglieder gehört nach bisherigem Stand der Ermittlungen auch die 34-jährige Ehefrau des Hauptbeschuldigten, die als Scheingeschäftsführerin in einer der Firmen eingesetzt gewesen sein soll. „Gegen sie ist aber kein Haftbefehl erlassen worden“, sagt Altenhofen.

Den zweiten Verdächtigen zählen die Ermittler ebenfalls zum Führungskreis der Bande. Er soll vor allem für Finanztransaktionen verantwortlich gewesen sein.
 
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