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Fluglärm: Druck auf Lokalpolitiker steigt

Bei der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats 5 (Sachsenhausen, Oberrad, Niederrad) im Niederräder Bürgerhaus Im Mainfeld 6 herrschte phasenweise ein recht hoher Lärmpegel.
Niederrad. 

Bei der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats 5 (Sachsenhausen, Oberrad, Niederrad) im Niederräder Bürgerhaus Im Mainfeld 6 herrschte phasenweise ein recht hoher Lärmpegel. Doch für den Krach waren diesmal nicht die Flugzeuge verantwortlich, sondern die 70 anwesenden Fluglärmgegner sowie die in die Defensive getriebenen Lokalpolitiker. Während der Bürgerfragestunde mussten sich vor allem drei Ortsbeiratsmitglieder in aller Öffentlichkeit für ihr Abstimmungsverhalten rechtfertigen.

Im Zentrum der während der Bürgerfragestunde geäußerten Kritik standen Eva Maria Lang (CDU), Birgit Czerny und Ursula auf der Heide (beide Grüne). Dieses Trio ist sowohl im Stadtteilparlament sowie in der Stadtverordnetenversammlung stimmberechtigt. Doch die Fluglärmgeplagten legten den drei Politikerinnen ihr doppeltes Mandat negativ aus: Denn wer im Ortsbeirat für die sofortige Schließung der Landebahn stimmt, sich in seiner Rolle als Stadtverordneter allerdings nicht ebenso vehement für die Forderung einsetzt, der werde seiner Rolle als Bürgervertreter nicht gerecht, fand der aufgebrachte Niederräder Eberhard Bacher.

"Dass ich dem Ortsbeiratsantrag zur sofortigen Schließung zugestimmt habe, lag an der bemerkenswerten Bürger-Reaktion in der Dezembersitzung des Ortsbeirats", sagte Eva Maria Lang und fuhr fort: "Als Ortsbeirätin konnte ich da nicht anders handeln. Aber als Stadtverordnete stimme ich für die Bürger Frankfurts und deren Interessen, wie den Erhalt unseres Metropolstatus´ und weiteres Wachstum ab." Die aufgebrachten Bürger quittierten diese Aussage mit hämischen Zwischenrufen und Rücktrittsforderungen.

Auch der Erklärungsansatz von Ursula auf der Heide kam im prall gefüllten Tagungsraum nicht besser an: Sie habe sich nichts vorzuwerfen und kämpfe seit über elf Jahren gegen die Landebahn. "Ich stehe zu dem, was ich abgestimmt habe, und lehne einen Rücktritt ab", schloss auf der Heide ihre hochemotionale Rede. Ursula Fechter, Oberbürgermeisterkandidatin der Flughafenausbaugegner (FAG), war ebenfalls zugegen und hörte erst aufmerksam zu, bevor sie Eva Maria Lang belehrte, dass sie als Person und nicht als CDU-Mitglied von den Bürgern des Stadtteils gewählt wurde. Als solche könne man nicht je nachdem, in welchem Gremium man sitze, unterschiedliche Ansichten vertreten, ohne dabei seine Glaubwürdigkeit zu verlieren.

Der Niederräder Jürgen Lamprecht brachte mit seinem Redebeitrag die Meinung vieler Fluglärmgeplagter auf den Punkt: "Sie sind nicht von uns gewählt worden, um uns mit juristischen Spitzfindigkeiten zu belehren, sondern um sich klar zu positionieren." Der Oberräder Roland Limberg sagte, er sei zutiefst enttäuscht von der Partei, die in den 70ern erst durch die Startbahn West groß geworden sei.mov

(Mirco Overländer)
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