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Fluglärm-Gegner holen Feldmann ins Haus

Die Wolken hängen an diesem Morgen tief über dem Lerchesberg. Fast windstill ist es. Trotzdem ist ein anhaltendes Rauschen zu hören. Es schwillt an, wird zu einem Donnern. Dann taucht aus der dicken Wolkenschicht plötzlich die gewaltige Silhouette einer Boeing 747 auf, keine 500 Meter über der kleinen zentralen Parkanlage mit Kinderspielplatz.
Peter Feldmann (rechts) hört sich die Klagen von Milivoj und Julia Mierke an.	Foto: Rüffer Peter Feldmann (rechts) hört sich die Klagen von Milivoj und Julia Mierke an. Foto: Rüffer
Sachsenhausen. 

Die Wolken hängen an diesem Morgen tief über dem Lerchesberg. Fast windstill ist es. Trotzdem ist ein anhaltendes Rauschen zu hören. Es schwillt an, wird zu einem Donnern. Dann taucht aus der dicken Wolkenschicht plötzlich die gewaltige Silhouette einer Boeing 747 auf, keine 500 Meter über der kleinen zentralen Parkanlage mit Kinderspielplatz.

Wie jeder Frankfurter ist SPD-Oberbürgermeister-Kandidat Peter Feldmann mit Fluggeräuschen vertraut. Was er jedoch bei seinem Besuch am Nobelring bei Familie Mierke zu hören bekommt, sei mit der akustischen Belastung in seinem Wohnort Bonames nicht zu Vergleichen. "Die nächste pfeift ein bisschen, das ist bestimmt wieder eine Lufthansa-Boeing." Julia Mierke kann die Maschinen mittlerweile fast am Geräusch erkennen. Aus Sorge um ihre beiden Söhne im Alter von zwei und vier Jahren schläft sie regelmäßig auf einer Luftmatratze neben den Kindern. Sie würden nachts oft aufwachen und seien wegen der Übermüdung sehr unfallgefährdet.

Die Augenringe der Jungs unterstreichen ihre Aussage. Auch der erhöhten Luftverschmutzung wollen die Mierkes ihre Kinder nicht länger aussetzen. Sie fordern daher nicht nur ein Nachtflugverbot, sondern die Stilllegung der neuen Landebahn. Doch die Hoffnung ist gering. Mit der Politik habe sie bittere Erfahrungen gemacht, meint Julia Mierke. Trotzdem hat die Hartnäckigkeit der jungen Eltern ihnen heute einen Politiker ins Haus gebracht.

Feldmann wirkt betroffen, er hat selbst eine zweijährige Tochter. Dennoch bleibt er zurückhaltend. Er sei kein Flughafengegner, trotzdem müsse man über die Dimensionen diskutieren. Vor allem für eine Verlängerung der Nachtruhe wolle er sich einsetzen. So wie ihn heute die Erkenntnis eingeholt hat, dass Fluglärm nicht gleich Fluglärm ist, will er nun die ganze Stadt für das Thema sensibilisieren, die Römer-Ausschüsse am liebsten gleich am Lerchesberg tagen lassen.

Wenn es seine Zeit erlaubt, will Feldmann an einer der nächsten Montagsdemonstrationen im Terminal gegen den Fluglärm teilnehmen. Familie Mierke fährt jetzt erstmal in die Schweizer Alpen, Ruhe-Urlaub machen. Fliegen wollen die Mierkes erst wieder, wenn die Landebahn weg ist.fnm

(fnm)
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