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Fluglärm-Gegner suchen Schulterschluss

Zum Schulterschluss mit gleichgesinnten Gruppen hatte die Initiative "Frankfurt-Nord gegen Fluglärm" geladen. Doch nur wenige Leute kamen, klagten ihr Leid und diskutierten hin und her, was zu tun ist.
Eberhard Centner Eberhard Centner
Eckenheim. 

Einigen Besuchern ist es anzusehen: Die Nerven liegen blank beim Koordinierungstreffen der Bürgerinitiativen (BI) gegen Fluglärm im Frankfurter Norden. Auf Vertreter von Gruppen aus Offenbach, Mainz und anderen Städten hatte die einladende Initiative "Frankfurt-Nord gegen Fluglärm" gehofft. Doch viele sind nicht in die Gaststätte "Homburger Hof" gekommen, nur 20 Personen. Vor allem aus Eckenheim, Bonames, Preungesheim, Frankfurter Berg und Bergen-Enkheim, einige auch aus Liederbach oder Hanau. Darunter Mitglieder dortiger Bürgerinitiativen, aber keine offiziellen Vertreter. Und so klagen die Anwesenden vor allem einander ihr Leid, diskutieren, was man tun kann.

Der Lärm ist die Hölle

So wie Elmar Bautz aus Rodenbach. Erst Ende vergangenen Jahres kaufte er dort ein Haus. Seit im März der Fluglärm schlimmer wurde, kommt er extra später von der Arbeit nach Hause. Um dem Krach zu entgehen. "Mir geht es immer schlechter, Aggressionen stauen sich an." Heike Farr aus Eckenheim geht es ähnlich. "Es ist schwierig, mit dem Lärm umzugehen. Das ist die Hölle." Wenn sie Kraft dazu habe, rufe sie den Flughafenbetreiber Fraport an und beschwere sich.

Nur vereinzelt sind Mitglieder anderer Bürgerinitiativen gekommen. Etwa Alexandra Markert, Mitglied von "Stoppt Fluglärm in Liederbach", oder Gabriele Franz von der Initiative aus Kelkheim. Beide Initiativen wurden wie die im Frankfurter Norden erst vor kurzem gegründet. "Wir haben in Liederbach nur 40 Unterstützer. Alleine können wir nichts erreichen. Gemeinsam mit anderen BI macht es Sinn", sagt Markert. Doch wie die gemeinsame Strategie aussehen kann, sind sich die Anwesenden nicht im Klaren.

Formen des Protests

Verschiedene Formen des Protestes werden diskutiert. Einige schlagen vor, juristisch vorzugehen, mit Einzel- oder Sammelklagen. Andere meinen, das habe keinen Sinn, es wurde schon versucht – erfolglos trotz hoher Kosten. Oder es weiter über die Politik versuchen? Doch von den Politikern fühlen sie sich ohnehin im Stich gelassen. "Es ist schockierend, dass die Wirtschaft über dem Wohl der Menschen steht", so Bautz. Lothar Kramer (Linke), als einziger aus dem zuständigen Ortsbeirat 10 zum Treffen gekommen, konstatiert: Langfristige Erfolge sind nur über die Politik möglich. Wichtig sei, Institutionen wie Fraport weiter zu nerven. Ob ständige Beschwerden wirklich helfen, darüber sind auch die Lärmgeplagten uneins.

Und so versucht es jeder auf seine Weise. Alexandra Markert will vor allem mobilisieren. "Je mehr Menschen wir für unsere Sache gewinnen, desto besser. Dabei hilft es schon, Nachbarn über bestehende Initiativen zu informieren." Heike Farr will sich weiter telefonisch bei der Fraport über den Lärm beschweren. Einig sind sich alle in drei Forderungen: Ein absolutes Nachtflugverbot muss her. Tagsüber müssen die Maschinen höher fliegen als heute, damit sie leiser sind. Und leisere Triebwerke müssen in die Flugzeuge eingebaut werden.

Das Treffen endet zwar ohne konkretes Ergebnis, doch man möchte "dranbleiben", resümiert BI-Gründer Eberhard Centner. Die nächste Aktion ist die Demonstration "Rhein-Main gegen Fluglärm" am 22. Oktober in Mainz. Dort kommt eine Zusammenkunft der vielen Bürgerinitiativen wohl doch noch zustande.

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