Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 21°C

Montagsdemo am Frankfurter Flughafen: Fluglärmgegner erhalten Gottes Beistand

Von Bei der 121. Demonstration im Terminal 1 des Frankfurter Flughafens verbreiteten die Demonstranten vorweihnachtliche Stimmung. Zwei Pfarrer aus dem Frankfurter Süden sprachen den Segen.
Nach Polizeiangaben kamen gestern Abend rund 700 Menschen an den Flughafen, um mit einem Weihnachtsbaum und Weihnachtsliedern gegen die Nordwest-Landebahn und die Ausbaupläne der Fraport zu demonstrieren.	Fotos: Menzel Bilder > Nach Polizeiangaben kamen gestern Abend rund 700 Menschen an den Flughafen, um mit einem Weihnachtsbaum und Weihnachtsliedern gegen die Nordwest-Landebahn und die Ausbaupläne der Fraport zu demonstrieren. Fotos: Menzel
Flughafen. 

Rund 700 Demonstrationsteilnehmer und zwei Pfarrer begingen am gestrigen Abend die insgesamt 121. Montagsdemo am Frankfurter Flughafen. Passend zur Vorweihnachtszeit dekorierten die Fluglärmgegner das Terminal 1 des Luftverkehrsknotens und brachten auch gleich Weihnachtsbäume samt passendem Schmuck mit. Pfarrerin Silke Alves-Christe und Pfarrer Werner Portugall erklärten die Dekoration mit schwarz-goldenen Sternen – die Farbgebung sollte positive wie negative Aspekte des Widerstands gegen die Auswirkungen des Flughafens auf die Region verdeutlichen. Zudem sprachen die beiden Pfarrer auch den Segen bei der Advents-Montagsdemo.

Die ökumenische Zusammenarbeit zwischen der evangelischen Pfarrerin und dem katholischen Pfarrer, die ihre Gemeinden jeweils im lärmgeplagten Frankfurter Süden haben, sei „ein schönes Zeichen“, sagte Pfarrerin Alves-Christe. Allerdings seien sie sich in der Sache ohnehin einig.

 

Unwort des Jahres

 

Für sie war die Advents-Demo auch ein Grund, noch einmal auf die vergangenen Monate des Protestes gegen den Ausbau des Frankfurter Flughafens zurückzublicken. „Das Wort ,Lärmpausen‘ könnte man als Vorschlag zum Unwort des Jahres einreichen“, sagt die Pfarrerin. Über verschiedene Modelle zur Lärmverschiebung wird seit Wochen diskutiert, der Frankfurter Süden wird von den derzeit debattierten Vorschlägen aber wohl in keinem Fall eine spürbare Verbesserung der Situation erwarten dürfen. „Die Menschen spüren, dass ihnen nicht geholfen wird“, sagt Alves-Christe, die kaum eine der Montagsdemonstrationen am Flughafen verpasst.

Zum Jahresausklang blickten auch Jochen Krauss, der die Demonstrationen im Terminal koordiniert, und Ursula Fechter von der BI Sachsenhausen noch einmal auf Erfolge und Niederlagen des Protestes im Jahr 2014 zurück. Insgesamt sei es ein positives Jahr gewesen. „Wir waren schon erfolgreich. Das sieht man alleine daran, dass der Widerstand auch im dritten Jahr der Montagsdemos nicht weniger geworden ist. Der Protest ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen“, sagte Krauss. Den Demonstranten sei es gelungen zu transportieren, dass es nicht der Flughafen ist, gegen den sie auf die Straße gehen, sondern dessen „Erweiterung zum Mega-Hub“.

 

„Bohren dicke Bretter“

 

Das sieht Ursula Fechter ähnlich. „Der Widerstand ist ungebrochen. Wir bohren dicke Bretter, das geht eben nicht von heute auf morgen.“ Ihr sei es wichtig, dass im ablaufenden Jahr der Konsortialvertrag geändert wurde. Dadurch muss Flughafenbetreiber Fraport etwa nun die Notwendigkeit eines dritten Terminals nachweisen. „Das gelang durch den Druck der Öffentlichkeit“, ist sich Fechter sicher. Auch sei sie froh darüber, dass Versuche, das Nachtflugverbot auszuhebeln, abgewendet werden konnten. „Auch die Zahl der Ausnahmegenehmigungen ist zurückgegangen“, sagt Fechter. Dies sei auch Folge der kontinuierlichen Überwachung durch die Fluglärmgegner.

Für das kommende Jahr hat Fechter vor allem die Entscheidung über die nachgelagerten Verfahren gegen den Planfeststellungsbeschluss zur Erweiterung des Flughafens auf der Agenda. „Da sind wir noch mit elf Klägern dabei“, sagt Fechter.

Die Gottesdienst-Demo im Terminal habe auch den Sinn gehabt, den Menschen weiter Mut zu machen. „Im kommenden Jahr geht es auf jeden Fall weiter. Wir haben bereits das Programm bis Ostern angemeldet“, erklärt Krauss. Dies sei auch eine Folge davon, dass die Zahl der Besucher der wöchentlichen Demonstration in den vergangenen Monaten konstant geblieben sei. „Alleine das ist ein riesiger Erfolg. Wir haben immer gesagt: Wenn wir hier nur noch mit
100 Mann stehen, machen wir es nicht mehr.“

Zur Startseite Mehr aus Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse