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Feuerwehr verlangt für ausgepumpte Keller 200 bis 500 Euro: Folgen des Juni-Hochwassers: Regenopfer müssen zahlen

Von Die Feuerwehr muss fürs Auspumpen der Keller bezahlt werden. Auf der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats 16 (Bergen-Enkheim) war der 70-Liter-Regen vom Juni noch einmal Thema. Bei den Betroffenen regt sich Widerstand.
400 Enkheimer reifen die Feuerwehr um Hilfe bei dem Starkregen im Juni. Insgesamt gab es 800 Alarmierungen in ganz Frankfurt. Foto: Eifert/Sajak (einsatzfotos.tv) 400 Enkheimer reifen die Feuerwehr um Hilfe bei dem Starkregen im Juni. Insgesamt gab es 800 Alarmierungen in ganz Frankfurt.
Bergen-Enkheim. 

Der 12. Juni ist vielen Bergen-Enkheimern in schlechter Erinnerung geblieben. Ein Regen, wie er laut Magistratsbericht einmal in 100 Jahren vorkommt, prasselte auf Frankfurt nieder. In Enkheim wurden 68 Millimeter Niederschlag gemessen, das entspricht fast 70 Litern binnen vier Stunden. Diese Zahlen stehen im Magistratsbericht an den Ortsbeirat in Bergen-Enkheim.

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Ob die Enkheimer die bereits gestellten Feuerwehrrechnungen nun bezahlen müssen? Die Antwort steht offiziell immer noch aus. Am Montag wird sich der Magistrat damit befassen, sprich: einen Entwurf beschließen. Demnach müssen, wie die FNP erfahren hat, die Bürger zahlen. „Es war kein Katastrophenfall“, sagte Cornelia Kops, Referentin bei Sicherheitsdezernent Markus Frank (CDU). „Wir sind durch das Hessische Brand- und Katastrophenschutzgesetz gezwungen, die Kosten zu erheben.“ Dies habe auch die Überprüfung ergeben.

„Ich zahle nicht“

Der Ortsbeirat 16 hatte, wie berichtet, um Prüfung gebeten. Begründung für die Kostenerhebung ist, dass es sich bei der Hilfeleistung der Feuerwehr beim Auspumpen der Keller nicht um Hilfe im Katastrophenfall handelt – dann wäre es für die Bürger kostenlos –, sondern um eine „allgemeine Hilfe“, die nach kommunalem Satz zu bezahlen ist. „Ein Katastrophenfall hätte vom Oberbürgermeister ausgerufen werden müssen. Voraussetzung ist unter anderem, dass Feuerwehren aus anderen Städten zur Hilfe hätten herbeieilen müssen.“ Dies war aber nicht der Fall, auch wenn in Enkheim ganze Straßenzüge unter Wasser standen, fast 400 Einwohner die Feuerwehr um Hilfe riefen.

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Im Südbahnhof.

Günther Kraus, Fraktionsvorsitzender der WBE, kannte die niederschmetternde Antwort noch nicht, als er in der Sitzung des Ortsbeirats fragte: „Sollen wir nun zahlen oder nicht?“ Bürger, die ihn angesprochen hatten, sind zum Teil von der Feuerwehr schon gemahnt worden. Zwischen 200 und 500 Euro will die Feuerwehr für das Auspumpen der Keller haben. „Es ist doch eine Katastrophe gewesen“, wundert er sich. „Zumindest für die Betroffenen.“ Kraus selbst soll 205 Euro zahlen. „Das mache ich nicht. Uns wurde gesagt, es habe eine politische Entscheidung gegeben, aber dem Ortsbeirat ist diese Entscheidung noch nicht bekannt gegeben.“ Fällt sie negativ aus, wird Kraus unter Vorbehalt zahlen und erneut Einspruch einlegen. „Es geht nicht um mich, sondern um die Bergen-Enkheimer, die vielleicht nicht viel Geld haben.“ Der Regen sei für sie eine Katastrophe gewesen: Keller voll Wasser, Möbel kaputt. Und dann kommt noch eine Rechnung der Feuerwehr, und das nur, weil die Stadt den Katastrophenfall nicht ausgerufen hat.

Hingegen antwortete der Magistratsbericht B 283 auf Fragen aus dem Ortsbeirat 16 (Bergen-Enkheim). Demnach handelte es sich bei dem Starkregen vom 12. Juni um einen Jahrhundertregen, weit mächtiger als alles, worauf die Kanalisation ausgelegt werden kann.

Zisternen können helfen

„Es kommt daher einerseits zu einem Rückstau in der Kanalisation verbunden mit Austritt von Abwasser aus den Schächten. Andererseits sind die Sinkkästen nicht in der Lage, solche außergewöhnlichen Wassermengen zu fassen und in das Kanalnetz abzuleiten. Tritt Überstau auf, ist das Straßenprofil bis zu einem gewissen Grad in der Lage, das Wasser schadlos abzuleiten. Stärkere Regenfälle erfordern die Eigenvorsorge der Grundstückseigentümer“, heißt es in dem Bericht.

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<br><br>Erst in der vergangenen Woche haben starke Regenfälle die Feuerwehr in Bad Vilbel und Teilen Frankfurts auf Trab gehalten. <br><b><a href="http://www.fnp.de/bilderstrecken/Land-unter-Hochwasser-nach-Starkregen-in-Bad-Vilbel-und-Frankfurt;cme65080,1504267">Hier geht's zu den Fotos.</a></b><br>In den frühen Abendstunden wurde Bad Vilbel erneut von einer größeren Regenfront getroffen. Seit diesem Zeitpunkt sind rund 60 Einsatzkräfte der Feuerwehr Bad Vilbel dauerhaft im Stadtgebiet im Einsatz. Der Hauptschwerpunkt hat sich erneut auf den Bereich Bad Vilbeler Wald und Ritterweiher gelegt.<br><br>Erst in der vergangenen Woche haben starke Regenfälle die Feuerwehr in Bad Vilbel und Teilen Frankfurts auf Trab gehalten. <br><b><a href="http://www.fnp.de/bilderstrecken/Land-unter-Hochwasser-nach-Starkregen-in-Bad-Vilbel-und-Frankfurt;cme65080,1504267">Hier geht's zu den Fotos.</a></b><br>In den frühen Abendstunden wurde Bad Vilbel erneut von einer größeren Regenfront getroffen. Seit diesem Zeitpunkt sind rund 60 Einsatzkräfte der Feuerwehr Bad Vilbel dauerhaft im Stadtgebiet im Einsatz. Der Hauptschwerpunkt hat sich erneut auf den Bereich Bad Vilbeler Wald und Ritterweiher gelegt.<br><br>Erst in der vergangenen Woche haben starke Regenfälle die Feuerwehr in Bad Vilbel und Teilen Frankfurts auf Trab gehalten. <br><b><a href="http://www.fnp.de/bilderstrecken/Land-unter-Hochwasser-nach-Starkregen-in-Bad-Vilbel-und-Frankfurt;cme65080,1504267">Hier geht's zu den Fotos.</a></b><br>

Zisternen können Eigenvorsorge sein. Sie fangen das Wasser der Dachflächen auf statt die Kanalisation damit zu belasten. Die Leerung der Zisternen kann in die Kanalisation erfolgen. Dann ist die Zisterne jedoch genehmigungspflichtig. Genehmigungsfrei sind Zisternen ohne Anschluss an den Kanal. Das Wasser kann man zur Gartenbewässerung nutzen. Wie viele dieser Zisternen es in Frankfurt gibt, weiß bei der Stadtentwässerung niemand.

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