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Markus Frank, Sportdezernent: „Frankfurt braucht Multifunktionsarena“

Im Montagsinterview haben Skyliners-Chef Gunnar Wöbke und Löwen-Chef Stefan Krämer eine Multifunktionshalle für Frankfurt gefordert. Nur damit könnten ihre Vereine zurück an die Spitze in Deutschland. Sportdezernent Markus Frank (CDU) zeigt im Gespräch mit Sebastian Semrau Verständnis und will helfen. Mehr Geld werde es von der Stadt aber nicht geben.
Sportdezernent Markus Frank verspricht, sich weiter für die Profivereine einzusetzen. Mehr Geld will er aber nicht zur Verfügung stellen.	Foto: Roessler Sportdezernent Markus Frank verspricht, sich weiter für die Profivereine einzusetzen. Mehr Geld will er aber nicht zur Verfügung stellen. Foto: Roessler

Herr Frank, Gunnar Wöbke hat im Montagsinterview mit dieser Zeitung gesagt, dass sich die Standortbedingungen in Frankfurt in den vergangenen Jahren deutlich verschlechtert haben. Was antworten Sie ihm darauf?

MARKUS FRANK: Wir sind eine stolze Sportstadt, 200 000 Frankfurter bekennen sich aktiv zum Sport und sind persönlich Mitglied in unseren zahlreichen Sportvereinen. Aber selbstverständlich gibt es immer Dinge, die noch weiter zu verbessern sind. Mit hohen Investitionen in die Commerzbank-Arena, das Volksbank-Stadion und auch das Stadion am Brentanobad haben wir in den vergangenen Jahren auch eine Menge geleistet.

Das half vor allem dem Fußball. Wie unterstützen Sie die Hallensportarten?

FRANK: Aktuell wollen wir als Stadt eine große, hervorragend gelegene Fläche am Kaiserlei zur Verfügung stellen, auf der ein privater Investor eine Multifunktionsarena errichten und betreiben kann. Das sind mehr als 20 000 Quadratmeter zu einem eher symbolischen Preis. Da zeigen wir deutlich Flagge und wollen damit unsere Frankfurter Profi-Vereine unterstützen, sich wirtschaftlich noch besser zu etablieren.

Wie ist denn der Stand zur Multifunktionsarena? Gunnar Wöbke und auch Stefan Krämer sagten uns, die Stadt sei am Zug.

FRANK: Die wichtige Vorarbeit ist nun gemacht. Es fehlt jetzt nur noch ein ergänzendes Verkehrsgutachten, um die Arena in die neue Planung der Offenbacher für die neue Kreuzung am Kaiserlei einzubeziehen. Dies wird hoffentlich in den nächsten Wochen fertig sein. Wenn dies da und positiv ist, machen wir uns an die Formulierung der Ausschreibung. Ziel bleibt es, diese bis Sommer zu starten. Bisher haben wir schon zwei Gutachten erarbeiten lassen, eines zur Machbarkeit und eines zur Wirtschaftlichkeit. Diese Gutachten bestätigen uns in der Annahme: Frankfurt ist der richtige Ort für eine Multifunktionsarena. Mit der Ausschreibung wollen wir dann einen Investor auswählen, der in Frankfurt investiert.

Gibt es denn da schon Interessenten?

FRANK: Einige haben schon großes Interesse signalisiert, aber bis so eine Halle steht, ist es noch ein weiter Weg. Meine Vorgänger haben auch schon mal eine Ausschreibung für eine Multifunktionsarena an der Commerzbank-Arena durchgeführt, die endete leider mit zahlreichen Wünschen verschiedener Investoren nach garantierten Dauerzahlungen der Stadt. Und das war auch damals nicht zu leisten.

Fürchten Sie so etwas wieder?

FRANK: Nein, wir kommunizieren klar: Unsere Übereinkunft in der Regierungskoalition ist es, eine große, attraktive Fläche zur Verfügung zu stellen. Das ist in schwierigen Zeiten eine bemerkenswerte Unterstützung und war auch bisher kein Selbstläufer. Selbstverständlich bieten wir bei der weiteren Planung auch unsere tatkräftige Hilfe an. Klar ist aber auch, dass unsere Stadt im Moment nicht selbst in eine Multifunktionsarena investieren kann.

Ist das Jahr 2018, das Gunnar Wöbke für die Eröffnung der Multifunktionsarena anstrebt, realistisch?

FRANK: Wie gesagt, bis zur Eröffnung einer Multifunktionsarena muss noch sehr viel Arbeit geleistet werden, es ist eher ein Hürdenlauf als ein kurzer Sprint. Aber wenn es sehr gut läuft, könnte 2018 möglich sein. Und wir wissen: Frankfurt braucht eine Multifunktionsarena. Da sind wir und die gesamte Rhein-Main-Region in dieser Größenordnung noch ein großer, weißer Fleck auf der Landkarte. Die Multifunktionsarena wird unsere Stadt nicht nur sportlich und kulturell voranbringen, ich bin mir sicher, diese Investition wird sich für einen professionellen Hallenbetreiber auch lohnen. Deshalb arbeiten wir intensiv an der Halle und stecken auch Rückschläge weg.

Wie bewerten Sie denn das Engagement von Herrn Wöbke und Herrn Krämer?

FRANK: Beide haben gemeinsam, dass Sie ihrem Stern folgen und damit die Sportstadt Frankfurt voran- bringen. Dr. Wöbke ist ein solider und hervorragend vernetzter Sportmanager und damit wichtiger Antrieb für die Multifunktionsarena. Herr Krämer hat wunderbare Arbeit geleistet, um gemeinsam mit einem sehr engagierten Team Eishockey und unsere Löwen wieder ganz nach oben zu bringen. Solch engagierte Menschen tun unserer Sportstadt gut, als Sportdezernent bin ich für diese Arbeit sehr dankbar.

Können Sie verstehen, dass es den beiden dabei hin und wieder zu langsam geht?

FRANK: Ja sicher, das geht mir nicht anders, ich bin selbst ein ungeduldiger Mensch. Aber in einer großen Stadt gibt es viele Interessen vom Umweltschutz bis zum Wohnungsbau, die abgewogen und miteinander in Einklang gebracht werden müssen.
 

Stefan Krämer und Gunnar Wöbke im Gespräch mit Redakteur Sebastian Semrau (von links).	Foto: Christes
„Wichtig ist, dass es uns dann noch gibt“

Sowohl der Deutsche Basketball- als auch der Eishockey-Meister kamen 2004 aus Frankfurt. Zehn Jahre später aber spielen die Skyliners nur noch im Mittelfeld der Basketball-Bundesliga (BBL), die Lions gingen sogar pleite und stehen heute als Löwen an der Oberliga-Spitze. Im Interview mit FNP-Redakteur Sebastian Semrau erklären die Bosse Gunnar Wöbke (Skyliners) und Stefan Krämer (Löwen), wie sie ihre Vereine wieder nach vorn bringen wollen, was dazu fehlt und wie sie die „Sportstadt“ Frankfurt bewerten.

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