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Medaillen und Urkunden: Frankfurt ehrt Olympiasieger und Meister

Von Frankfurt hat eine Menge erfolgreiche Sportler. Ein Großteil davon wurde am Freitagabend beim Sportabend in der Paulskirche geehrt.
Frauenfußball-Olympiasiegerin Saskia Bartusiak bekommt von Oberbürgermeister Peter Feldmann eine Medaille der Stadt überreicht. Foto: Holger Menzel Frauenfußball-Olympiasiegerin Saskia Bartusiak bekommt von Oberbürgermeister Peter Feldmann eine Medaille der Stadt überreicht.
Frankfurt. 

Ob Olympiasieger oder deutscher Meister, Profi oder Amateur – was diejenigen miteinander verbindet, die am Freitag zum Frankfurter Sportabend geladen waren, brachte Stadtrat Markus Frank (CDU) auf den Punkt. „Sie haben viele einsame Stunden hinter sich gebracht, in denen sie immer wieder den Schweinehund überwinden mussten, um hier in der Paulskirche zu landen.“ Denn an der traditionsreichen Stätte ehrte die Stadt zum zweiten Mal Athletinnen und Athleten, die in den vergangenen zwei Jahren auf nationaler Ebene Titel gewannen oder international bei den Großereignissen in ihrer Disziplin dabei waren.

500 an der Zahl hätten sich Medaille und Urkunde abholen können, doch längst nicht die Hälfte der Plätze im weiten Rund war gefüllt. Trainingslager oder die Wettkämpfe hielten viele der Geladenen vom Kommen ab.

Olympiasiegerin Saskia Bartusiak und ihre Mitstreiterinnen vom Frauenfußball-Bundesligisten 1. FFC Frankfurt hatten sich für den Abend mächtig ins Zeug gelegt, das Training nach vorne verlegt und sich dann schnellstmöglich auf den Weg Richtung Innenstadt gemacht. Den Worten des Sportdezernenten musste die Nationalspielerin allerdings gleich widersprechen. „Ich erlebe in meiner Karriere viel Freude und Spaß.“ Und als Teamsportlerin sowieso eher wenige Augenblick des Alleinseins.

Die Gemeinschaft mit den zahlreichen Vertretern anderer Disziplinen, von denen sie einige vorher gar nicht kannte, genoss die 34-Jährige und zollte ihnen Respekt. „Da gibt es für mich keine Unterschiede, für welchen Sport sich ein junger Mensch entscheidet.“ Der kleine Bennet Hagner etwa, dessen Leidenschaft dem Schach gilt und der in diesem Denksport im vergangenen Jahr an der U8-Europameisterschaft teilnahm, hatte es der Goldmedaillengewinnerin von Rio besonders angetan.

Routine sind die feierlichen Momente der Auszeichnung auch für die Bowling-Spielerinnen des BV 77 Frankfurt nicht. Dabei waren die deutschen Serienmeisterinnen in den vergangenen Jahren stets dabei, wenn die Stadt lud. „Wir waren manchen Abend noch hier, obwohl wir am nächsten Morgen irgendwo gespielt haben“, erzählte Martina Beckel.

Doch es waren nicht allein die noch Aktiven, die am Ort der ersten Nationalversammlung zum Zuge kamen. Auch acht Ehrenamtliche, die seit Jahren ihre Freizeit opfern, um andere in Bewegung zu bringen, wurden für ihr Engagement gewürdigt. „Man bringt viele Opfer“, erklärte Maria Busch, die seit 33 Jahren beim Ersten Frankfurter Schwimm-Club den Wassersportlern die richtigen Techniken beibringt. Aber man bekomme auch „eine Menge Schönes“ zurück.

Den Wortbeiträgen der politischen Prominenz, in dem Fall der Rede von Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), hatte auch sie einiges hinzuzufügen. 27 Millionen Euro will die Stadt in die Umgestaltung von Fußballplätzen investieren. „Aber man muss genauso viel für die anderen Sportarten tun“, betonte Busch. Zwar stehen laut Feldmann die 14 Bäder im Frankfurter Stadtgebiet „oben auf der Prioritätenliste“. Doch, so die Trainerin und Ausbilderin, „die können wir ja nicht alle nutzen“. Seit Jahren schwimmen zehn bis zwölf Kinder gleichzeitig auf einer Bahn; andere müssten abgewiesen werden, wenn sie sich zu Kursen anmelden wollten. „Wir brauchen dringend ein Trainings- und Lehrbad“, fordert die resolute Ehrenamtliche.

Für die Veranstaltung in der Paulskirche hatte sie auch noch einen Verbesserungsvorschlag parat: „Warum lädt man die Eltern nicht mit ein? Oder auch die Nachwuchssportler? Dann würden nicht so viele Stühle leer bleiben, und die Jüngeren könnten ihre Vorbilder sehen.“

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