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Führungen durch die barocke Befestigungsanlage: Frankfurt hat auch unter Tage was zu bieten

Die Kasematten in der „Friedberger Bastion“ von Frankfurts barocker Stadtbefestigung bleiben ein Besuchermagnet.
Blick in die unterirdischen Gänge der Anlage. Blick in die unterirdischen Gänge der Anlage.
Frankfurt. 

Die Befestigungsanlage in der Bleichstraße 10, die vom Archäologischen Museum betreut wird, zog mit ihrer Ausstellung auf dem Gelände der Stiftung Waisenhaus in diesem Jahr rund 1050 historisch Interessierte an. Seit der Eröffnung der Ausstellung im Jahr 2011 nahmen somit über 3000 Besucher an den Führungen teil.

Die auf der Homepage des Museums angekündigten Termine sind meist unmittelbar nach der Veröffentlichung ausgebucht. Das gilt auch für die im Jahr 2015 eigens für Familien konzipierten Taschenlampen-Führungen, bei denen Kinder in lebendiger Weise Episoden aus der wechselvollen Geschichte Frankfurts erleben können.

Tatsächlich bietet ein Besuch der Anlage in der Bleichstraße mehr als nur einen Einblick in die Festungsbaukunst des 17. Jahrhunderts. Mit ihrer Errichtung hoffte der Frankfurter Magistrat, die Reichstadt vor den Wirren des 30-jährigen Krieges (1618-1648) zu schützen. Die Baugeschichte der „Friedberger Bastion“ mit ihrer aufwendigen Kasematte erinnert dabei an manche modernen Großbauprojekte. So stand der heute wieder auf 40 Meter Länge begehbare, 9,50 Meter unter aktuellem Straßenniveau liegende Gang bereits wenige Wochen nach der Fertigstellung im Jahr 1629 meterhoch unter Wasser und musste aufgegeben werden. Die daraufhin in 27-jähriger Bauzeit errichtete Sternschanze brach Ende des 18. Jahrhunderts in sich zusammen. Bei der ersten Bewährungsprobe, dem Angriff der französischen Revolutionsarmee 1792, war die Anlage bereits technisch überholt – die Stadt war nicht zu verteidigen. Der 1807 einsetzende Abriss der barocken Befestigungsanlagen machte den Weg frei für die Schaffung des Frankfurter Anlagenrings mit seinen Spazierwegen und Grünanlagen. In der jüngeren Vergangenheit erfüllten die bereits teilweise aufgefüllten Kasematten schließlich doch noch die ihnen zugedachte Schutzfunktion – wenn auch nicht im ursprünglichen Sinn: Hier suchten im Zweiten Weltkrieg Menschen Schutz vor alliierten Luftangriffen. Davon zeugen im Gang gefundene Gartenmöbel und ein amerikanischer Stahlhelm, den man als Schutz vor herabfallenden Steinen oder Mörtelbrocken aufsetzte.

Somit werden in der mit historischen Plänen, Informationstafeln und archäologischen Funden museal aufbereiteten Ausstellung über 300 Jahre Frankfurter Stadtgeschichte für die Besucher lebendig erfahrbar.

 

Weitere Infos unter www.archaeologisches-museum.frankfurt.de.

 

(pia)
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