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Wohntürme: Frankfurt hat die höchsten - und teuersten - Penthouses Deutschlands

Von Im „Grand Tower“ im Europaviertel, dem höchsten Wohnhochhaus Deutschlands, sind bereits 97 Prozent der Wohnungen verkauft – einige davon zu Rekordpreisen. Die beiden Penthouses in der Spitze des 172 Meter hohen Turms, die an einen einzigen Käufer gingen, dürften zusammen rund 16 Millionen Euro gekostet haben.
Der Rohbau ist bereits mehr als 20 Stockwerke hoch. Bilder > Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA Der Rohbau ist bereits mehr als 20 Stockwerke hoch.
Frankfurt. 

Wer von der City in Richtung Europaviertel fährt, sieht den Turm bereits hinter dem alten Polizeipräsidium emporragen. Mehr als 20 Stockwerke hoch ist der „Grand Tower“ mittlerweile, der neben dem Einkaufszentrum Skyline Plaza entsteht. Er hat aber erst die Hälfte seiner endgültigen Dimension erreicht. 47 Stockwerke wird er haben, wenn 2019 die ersten Bewohner einziehen. Mit 172 Meter Höhe wird der von dem Frankfurter Architekten Magnus Kaminiarz entworfene Turm das höchste Wohnhochhaus Deutschlands sein.

Das ist aber nicht der einzige Superlativ: In der Spitze wird sich künftig eine der exklusivsten Wohnungen Deutschlands befinden. Genau genommen sind es zwei 299 und 275 Quadratmeter große Penthäuser. Sie gingen aber an einen einzigen Käufer, wie das mit dem Vertrieb beauftragte Unternehmen JLL Residential Development mitteilte. Über die Summe, die er gezahlt hat, wurde Stillschweigen vereinbart. Jerzy Behnke, Marketingleiter des Bauherrn GSP Städtebau, nennt aber für die obersten fünf Stockwerke einen Preis von 19 000 Euro pro Quadratmeter. Das ist aber ein Durchschnittswert. Die Penthäuser in der Spitze lassen sich deutlich teurer verkaufen als die Wohnungen darunter.

Niveau von London

Tatsächlich gibt das Internetportal Immobilenscout24.de für den Grand Tower ein Preisspektrum zwischen 566 000 und 8,3 Millionen Euro an. Die beiden Penthäuser dürften demnach zusammen rund 16 Millionen Euro kosten, das sind 27 000 Euro pro Quadratmeter. Das entspricht dem Niveau von Städten wie London und ist ein neuer Rekord für Frankfurt. Der bisherige Höchstwert waren nach Angaben des Gutachterausschusses für Immobilienwerte 22 000 Euro pro Quadratmeter für eine Wohnung am Börsenplatz.

In den unteren Etagen des Grand Tower, wo es keine spektakuläre Aussicht gibt, geht es auch günstiger. Die Durchschnittspreise für die Etagen 7 bis 30 beziffert der Bauherr mit 6900 Euro pro Quadratmeter, in den Stockwerken darüber wurden 9400 Euro aufgerufen. 401 der 412 Wohnungen wurden nach Angaben des Maklerunternehmens bereits verkauft. Zu haben sind noch elf Einheiten in den Etagen 43 bis 46, darunter vier Zwei-Zimmer-Wohnungen mit 60 Quadratmeter und sechs Penthäuser, die bis zu 299 Quadratmeter groß sind.

„Wer mit der Höhe kein Problem hat, kann sich über ein spektakuläres und exklusives Panorama freuen“, sagt Thomas Zabel, Chef von JLL Residential Development Germany. Die Wohnungen verfügen über Balkone, in der 43. Etage gibt es eine große Dachterrasse. Versprochen werden den Bewohnern außerdem Annehmlichkeiten wie in einem Fünf-Sterne-Hotel. Es gibt einen großen Gemeinschaftsraum mit Küche, den man mieten kann.

80 Käufer kommen aus der Rhein-Main-Region, rund 200 aus dem Ausland. Laut Zabel stellen Käufer aus dem asiatisch-pazifischen Raum eine größere Gruppe als Europäer. Das Verhältnis zwischen Selbstnutzern und Kapitalanlegern halte sich etwa die Waage. Mit der vorgeschlagenen Ausstattung seien die Käufer sehr zufrieden, es habe bisher keinen einzigen Sonderwunsch gegeben.

Neue Türme geplant

Der Bau von Wohntürmen boomt derzeit in Frankfurt. Schon 2016 lag jede zweite verkaufte Neubauwohnung in einem Hochhaus. Derzeit sind 24 Türme in Bau oder geplant. Zehn Neubauten könnten allein in diesem Jahr in Angriff genommen werden, darunter drei Türme in der Stiftstraße in der Innenstadt. Hinzu kommt die Umwandlung von Bürohochhäusern, vor allem in Niederrad, aber auch in zentraleren Stadtteilen, wo zum Beispiel das Union Investment-Hochhaus im Bahnhofsviertel oder das Hochhaus am Park im Grüneburgweg eine neue Nutzung bekommen. Das Beratungsunternehmen Jonses Lang LaSalle bezeichnet es als „sehr wahrscheinlich, dass die Bedeutung des Wohnens in Hochhäusern in Deutschland in den nächsten Jahren rapide zunehmen wird“. Dadurch werde die Vielfalt des Wohnraumangebots bereichert.

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