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In der Kurhessenstraße: Frankfurt lehnt Verkehrsversuch ab: Autos können weiter wenden

Von Der vom Ortsbeirat 9 mehrheitlich beschlossene Verkehrsversuch, den Anfang der Kurhessenstraße zur Einbahnstraße zu machen, ist auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Stadt will zunächst den Umbau der Eschersheimer Landstraße abwarten, was bei den Stadtteilpolitikern für Empörung und Unverständnis sorgt.
Egal ob Taxi oder Privatwagen – am Anfang der Kurhessenstraße wenden alle Fahrzeuge, die nicht über den Lindenring fahren wollen. Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA Egal ob Taxi oder Privatwagen – am Anfang der Kurhessenstraße wenden alle Fahrzeuge, die nicht über den Lindenring fahren wollen.
Eschersheim. 

Thomas Budenz (BFF) fühlt sich verschaukelt. Kopfschüttelnd liest der Stadtteilpolitiker im Ortsbeirat 9 (Dornbusch, Eschersheim, Ginnheim) den letzten Satz der Stellungnahme des Magistrats. Immer und immer wieder. „Nach Abschluss der Baumaßnahmen in der Eschersheimer Landstraße – frühestens Oktober 2018 – ist zu beobachten, ob die Probleme weiterhin bestehen“, heißt es dort. Gemeint sind die Schwierigkeiten durch die auf der Kurhessenstraße wendenden Autos, um schneller zum Frankfurter Berg zu kommen. Deswegen hatten BFF- und FDP-Fraktion angeregt, den Abschnitt der Kurhessenstraße zwischen Eschersheimer Landstraße und Lindenring versuchsweise zur Einbahnstraße zu machen.

Judith Dietermann
Einspurigkeit der Eschersheimer Landstraße Kommentar: Nur eine Linksabbiegerspur löst das Problem

"Welchen Einfluss soll die künftige Einspurigkeit der Eschersheimer Landstraße auf die Autofahrer haben, die in der Kurhessenstraße wenden? Richtig, keinen." Ein Kommentar von Judith Dietermann.

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Auf den trotz Ablehnung der CDU und Enthaltung der SPD vom Ortsbeirat 9 mehrheitlich verabschiedeten Antrag, reagierte jetzt die Stadt mit der bereits erwähnten Stellungnahme. Wegen der geänderten Verkehrsführung während der anstehenden Großbaumaßnahme „Umgestaltung Eschersheimer Landstraße“ sei der Verkehrsversuch nicht möglich, heißt es dort.

„Völliger Blödsinn“

„Das ist nachvollziehbar, schließlich muss der Verkehr während des Umbaus umgeleitet werden. Auch durch die Kurhessenstraße. Aber das mit dem Umbau die Probleme erledigt sind, ist doch völliger Blödsinn“, ist Budenz sogar überzeugt davon, dass diese schlimmer werden. Weil die Blechlawine durch die Einspurigkeit künftig noch langsamer rolle und so immer mehr Autofahrer animiert würden, in der Kurhessenstraße zu drehen. Statt über den Lindenring, die eigentlich angedachte Verkehrsführung, zu fahren. „Eineinhalb Jahre soll der Umbau der Eschersheimer mindestens dauern, so lange können die Anwohner nicht auf eine Lösung warten“, betont Budenz.

Das sieht Rachid Rawas, Mitglied der SPD-Fraktion und stellvertretender Ortsvorsteher, genauso. Auch wenn er von der angedachten Einbahnstraßenregelung nicht viel hält. „Das ist ein kompliziertes Thema, das eigentlich nur mit einer Maßnahme lösbar ist: eine Linksabbiegerspur für die aus Heddernheim kommenden Fahrzeuge“, sagt er. Diese solle aber bitte im Zuge des Umbaus der Eschersheimer und nicht erst nach Abschluss der Maßnahme eingerichtet werden. „Es ist Unsinn, erst eine Straße fertig zu machen, um sie dann wieder aufzureißen. Allerdings passiert das in Frankfurt immer wieder. Die Stadt arbeitet wie ein Flickenteppich“, so der Sozialdemokrat.

Mit der Linksabbiegerspur kann sich auch Ortsvorsteher Friedrich Hesse (CDU) anfreunden. Er ist überzeugt davon, dass es „keine All-inclusive-Lösung“ geben wird. „Egal wie man agiert. Entweder sind die Anwohner in der Kurhessenstraße verärgert, weil dort Autos wenden. Oder die Bewohner des Lindenrings fluchen, weil durch die Einbahnstraße dort mehr Verkehr fließt“, erklärt er. Dass die Wende-Probleme an der Einmündung der Kurhessenstraße mit dem Umbau der Eschersheimer behoben werden könnten, ist für Hesse eine waghalsige These. „Was soll das denn, das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Die Probleme bleiben und werden durch die Einspurigkeit nur noch verstärkt“, ist er überzeugt.

Endlose Geschichte

Die Geschichte mit den immer wieder wendenden Autofahrern am Anfang der Kurhessenstraße ist übrigens nicht neu, aber entwickelt sich zu einer unendlichen. Weil seit den ersten Anträgen 2003 immer noch keine Lösung gefunden wurde. Stetig dafür eingesetzt hat sich Klaus Funk (FDP), der auf der anderen Seite der Eschersheimer Landstraße wohnt. Dass der Magistrat dem Antrag nicht zustimmte, ist für ihn allerdings keine Überraschung. „Ich habe damit gerechnet, dass er abgelehnt oder aufgeschoben wird. Weil ein Verkehrsversuch während des Umbaus der Eschersheimer nicht sinnvoll ist“, stimmt er in diesem Punkt mit der Stadt überein.

Es gebe jedoch keinen Anlass zur Annahme, dass sich nach dem Umbau die Gegebenheiten ändern und die Probleme verschwinden würden. Deswegen will Funk etwas anderes verbessern: Das Schild, das die aus Heddernheimer kommenden und in Richtung Frankfurter Berg fahrenden Autos leitet, soll besser sichtbar gemacht werden.

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