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Hausmanns Oktoberfest: Frankfurt profitiert vom Oktoberfest in der Commerzbank-Arena

Von Das Oktoberfest ist eine Erfolgsgeschichte. Davon profitieren Taxifahrer, Hoteliers, Einzelhändler. Doch im städtischen Veranstaltungskalender ist das Oktoberfest nicht aufgeführt.
(Symbolbild) (Symbolbild)
Frankfurt. 

Im übervollen Frankfurter Festkalender etabliert sich ein neues Fest, und die städtische Tourismus und Congress GmbH (TCF) hat nichts damit zu tun. Gar nichts. Die Rede ist vom Oktoberfest, das Festzelt-König Edmund Hausmann 2009 ins Leben gerufen hat. Inzwischen hat es sich etabliert, es ist erfolgreich, das Zelt auf dem Platz vor der Commerzbank-Arena war beim jüngsten, dem achten Oktoberfest, fast täglich voll. „Immerhin machen wir doch mit diesem Fest auch etwas für die Stadt, wir bringen Umsatz. Und jetzt fanden wir uns nicht einmal im städtischen Veranstaltungskalender wieder“, sagt Patrick Hausmann, der das Fest gemeinsam mit seinem Bruder Dennis in diesem Jahr zum ersten Mal ohne den Vater organisiert hat. Die TCF ignoriere das Oktoberfest vollständig.

Thomas Feda, Geschäftsführer der TCF, freut sich für Hausmann, der mit seiner Geschäftsidee Erfolg hat, fragt aber: „Was sollte die Tourismuswerbung der Stadt Frankfurt mit einem bayerischen Fest zu tun haben? Wenn es ein hessisches Fest wäre, dann vielleicht.“

Rund 60 000 Besucher waren beim jüngsten Oktoberfest vor der Commerzbank-Arena. An 23 Tagen war Party, 2500 Gäste fasst das Festzelt, und der Eintritt am Abend kostet mindestens 43 Euro. Der hohe Preis schreckt nicht ab, denn die Stimmung ist immer super. Ein Ko-Veranstalter holt Musiker ins Zelt. So beliebt ist das Fest, dass Patrick Hausmann unter seinen Gästen schon Prominente aus München hatte. „Die wissen, dass es hier super ist.“

Schade sei es dennoch, dass die Stadt das Fest ignoriert. „Wir bringen doch Geld in die Stadt“, sagt Hausmann und führt an: „800 Taxis gehen jeden Tag ab, Hotels haben Gäste, Einzelhändler bieten Dirndl- und Trachtenmoden.“

„Das Oktoberfest spielte früher nur in München, heute sieht man auch tausende Leute in Dirndl in Frankfurt“, staunt Dr. Joachim Stoll, Vertreter Frankfurts im hessischen Einzelhandelsverband. „Das Oktoberfest ist mittlerweile eine feste Größe. Es wird Verkaufsfläche freigeräumt und das Fest gezielt beworben.“ Das „bayerische Halloween“ habe sich, so Stoll, „verselbstständigt“ und sei „für den Einzelhandel auf jeden Fall eine Größe“.

Patrick Hausmann weiß: Viele Gäste kommen aus Bad Vilbel, Aschaffenburg, Mannheim oder Büdingen. „Das ist für die Taxifahrer sehr rentabel, es sind große Strecken.“ Hans-Peter Kratz, Vorsitzender der Taxi-Vereinigung Frankfurt, bestätigt: „Für Taxi-Unternehmer ist das Oktoberfest ein einträgliches Geschäft mit zunehmender Bedeutung. In der Gesamtbilanz eines Unternehmens ist es ein rentabler Bestandteil.“

Festbier nur für kurze Zeit

Wie viele Hotelübernachtungen das Fest generiert, ist nicht klar. Patrick Hausmann berichtete von einer geschlossenen Veranstaltung mit rund 2000 Finanzexperten, bei denen seiner Schätzung nach 1800 in Hotels in Frankfurt und Umgebung übernachtet haben. Bei der TCF gibt es keine Statistik zum Oktoberfest. Für die Binding-Brauerei war Frankfurts Oktoberfest schon 2010 Anlass, ein eigenes Festbier zu brauen. Dieses Oktoberfestbier wird nach dem Anstich im Festzelt auch an die Gastronomie verkauft, aber nur, so lange der Vorrat reicht. Zahlen wollte die Brauerei jedoch nicht nennen.

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