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Fastnacht-Eröffnung: Frankfurt startet knallbunt in die fünfte Jahreszeit

Die fünfte Jahreszeit hat begonnen; der große Rat der Frankfurter Karnevalsvereine seine Prinzenpaare gewählt. Wer sind sie? Das Geheimnis wurde am Samstag bei der Eröffnung der neuen Fastnachtssaison an der Hauptwache gelüftet.
Prinzenpaar und Kinderprinzenpaar. Foto: Rainer Rüffer Prinzenpaar und Kinderprinzenpaar.
Frankfurt. 

In Sachen Macht-Inszenierung muss das neue Frankfurter Prinzenpaar noch dazulernen. Es gehört schließlich zum Amt, diese Rituale zu parodieren. Im Betriebshof Ost der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) im Riederwald hat der Große Rat der Frankfurter Karnevalvereine samt Prinzenpaar und Oberbürgermeister eben die karnevalistisch dekorierte Fastnachts-Straßenbahn 11 eingeweiht.

Damit soll die Truppe Richtung Hauptwache fahren, um die Fastnachts-Saison zu eröffnen. Oberbürgermeister Peter Feldman (SPD) lässt sich gerade am Steuer fotografieren, als wollte er den Tollitäten die Show stehlen. Frech. Mathias I. und „Ihre Lieblichkeit“ Conny I. schieben ihre voluminösen Beinkleider quer durch die Bahn ins forderste Abteil. „Für Fürsten auf ihrem Weg zur Kur ziemt es sich, ganz vorn auszusteigen“, sagt Mathias I. Chauffeur Feldmann, aber wechselt die Führerkabine. Das Prinzenpaar sitzt in der Straßenbahn mit den Wappen der 63 Karnevalvereine nun doch ganz hinten. Bemerkt hat das Malheur aber niemand. Vor dem großen Auftritt hat sich das Prinzenpaar im Café Hauptwache noch einmal frisch gemacht.

Bilderstrecke Frankfurt: Fastnacht-Eröffnung und Vorstellung Prinzenpaar
Am 11. November 2017 eröffneten die Frankfurter Narren die Fastnacht-Saison. Ganz neu und zum ersten Mal am Start: Die Frankfurter Fastnachtsbahn der VGF. Im Bild: Alexandra Schiedeck und Karin Neff.Prinzenpaar und Kinderprinzenpaar.Frankfurter Fastnachtsbahn der VGF. Am Steuer Oberbürgermeister Peter Feldmann mit Kinderprinzenpaar.

Dass die Saison in der Innenstadt eröffnet wird, ist neu. In den vergangenen Jahren wurde der Kampagnenstart im Nordwest-Zentrum gefeiert. Doch der Frankfurter Karneval soll eine prominentere Rolle erhalten. Daher auch die Fastnachts-Bahn. Die wird auch nach Aschermittwoch noch auf der Linie 11 durch Frankfurt fahren.

Karneval bis zum 14. Februar

Das Ende der fünften Jahreszeit fällt in diesem Jahr auf den 14. Februar. Die Saison ist also kurz. Für das Prinzenpaar heißt das: Etwa 150 Auftritte verteilen sich auf nur etwas mehr als drei Monate. Vor allem im Februar wird es stressig. Acht Termine pro Tag können da im Kalender stehen. „Das muss man erst einmal leisten können“, sagt Axel Heilmann, Präsident des Großen Rates der Frankfurter Karnevalvereine. Bei der Wahl von Narrenprinz und -prinzessin habe man darauf geachtet, dass die beiden für solch einen Marathon geeignet seien. Außerdem sollten sie einen Bezug zur Fastnachtstradition in Frankfurt haben.

So ist Conny I., mit bürgerlichen Namen Cornelia Krause-Mehmeti, Vorsitzende beim Carneval-Club Blau-Rot in Niederrad. Dort trainiert sie den Nachwuchs. Auch Mathias I. alias Mathias Scherer ist als Mitglied des „Karnevalclubs Schöne Müllerin“ in der Frankfurter Karnevalszene kein Unbekannter. Seit 2016 gehört er obendrein dem Großen Rat an. Entsprechend begeistert waren etwa 300 Zuschauer, die neben dem Prinzenpaar auch den verschiedensten Tanz-, Musik- und Gardegruppen zujubelten – wenn sie nicht gerade mit ihren Plastebechern anstießen. Bis 16 Uhr verliehen sie dem Motto: „Frankfurts Leut’ e Freud’ zu mache, bringt unser Narrenherz zum Lache“ Geltung. Daran konnten auch Regen und Kälte nichts ändern. Auch wenn die Kostüme teils unter dicken Jacken und Schals verschwanden. Der guten Stimmung konnte das schlechte Wetter nichts anhaben.

Närrisch schon im Uterus

All die Fastnachtsbegeisterung krönte das Kinder-Prinzenpaar, das echte, reine, fast metaphysische Verbundenheit zur Karnevalstradition verkörpert. Nikolas I. (12) gehört zum „Karneval-Club Schöne Müllerin“. Das Mädchen an seiner Seite, Shanice I. (11), zum Carneval- und Tanzclub „Die Krätscher“ in Eckenheim. Shanice Geschichte beweise, dass sie für die Rolle der Kinderprinzessin geboren sei, sagt Hofmarschall Thomas Neff.

Die dazugehörige Geschichte erzählt er in etwa so: Es war einmal eine schwangere Närrin auf einem Karnevalsumzug in Hanau. Man schrieb das Jahr 2006. Von all dem fröhlichen Juchhei und Helau blieb die noch ungeborene Shanice im Mutterbauch leider getrennt. Für eine zur Kinderprinzessin Bestimmte ist das kein hinnehmbarer Zustand. Shanice protestiert. Ergebnisse: 1. Wehen. 2. ein Krankenwagen stoppt den Karnevalsumzug. 3. Helau im Kreißsaal. Nun musste das Kinderprinzenpaar ihren ersten Auftritt meistern. Nervös waren die beiden. Doch alles lief gut. Pünktlich marschiert es durch das Spalier der Prinzengarde auf die Bühne und winkte wie die Großen.

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