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Frankfurt und der Rest der Welt

Von Ein mysteriöser Vermisstenfall, Verstrickungen, die bis nach Afrika reichen und ein guter Schuss Lokalkolorit – mehr braucht ein guter Krimi mit Frankfurt-Bezug nicht. Die Geschichte im neuesten Buch von Autorin Sylvia Schopf spielt am Museum für Weltkulturen.
Mit der regionalen Verortung ihrer Geschichte am Weltkulturen Museum hat sich Sylvia Schopf angefreundet. 
Foto: Holger  Menzel Mit der regionalen Verortung ihrer Geschichte am Weltkulturen Museum hat sich Sylvia Schopf angefreundet. Foto: Holger Menzel
Sachsenhausen. 

Eigentlich habe sie gar keinen Krimi mit Bezug zu Frankfurt schreiben wollen, verrät Sylvia Schopf. Dass die Geschichte im neuesten Buch der Autorin „Zeit für Rache“ dennoch am Frankfurter Museumsufer ihren Ausgang nimmt, ist dem Wirken ihrer Agentin zu verdanken. „Ich habe länger damit gehadert, die Geschichte in Frankfurt anzusiedeln. Aber meine Agentin meinte, eine Lokalisierung wäre gut“, sagt sie.

Und die ist dann eindeutig ausgefallen. Am Museum für Weltkulturen, in dem Schopf auch schon Workshops angeboten und Lesungen abgehalten hat, nimmt die Kriminalgeschichte in ihrem neuen Roman ihren Anfang. Mitten in den Vorbereitungen zu einer Ausstellung verschwindet deren Leiterin plötzlich spurlos. Hinter den Kulissen im Museum brodelt es genau so heftig wie im Privatleben der Vermissten. Zwei Kommissare nehmen die Ermittlungen am Museumsufer auf, die Spur führt sie am Ende bis ins westafrikanische Burkina Faso.

Lokaler Bezug

Der punktgenauen Verortung ihrer Geschichte konnte Schopf trotz ihres anfänglichen Zögerns doch allerlei positive Seiten abgewinnen. „Natürlich ist das ein Trend. Aber die Menschen brauchen anscheinend diesen lokalen Bezug, etwas, was sie wieder erkennen.“ Und ihre Geschichte am Museum spielen zu lassen, habe sich letztlich angeboten. „Wenn man öfter in so einer Institution wie dem Museum arbeiten, dann bekommt man natürlich schon die Atmosphäre mit. Als Freiberuflerin finde ich es spannend, wie da Menschen aufeinandertreffen“, sagt sie.

Die Begegnung von Menschen, so unterschiedlich sie sind, durchzieht ohnehin die Arbeit Schopfs an ihrem neuesten Werk. Rund 14 Jahre hat sie an „Zeit für Rache“ gearbeitet, ein echtes Langzeitprojekt also. Und fast genauso lange hat sie sich auch mit der Feldforschung beschäftigt, die Ethnologen weltweit betreiben. Die Lebens- und Arbeitswelt der Forscher spielen im Roman eine wichtige Rolle, also wollte auch Schopf deren Alltag kennenlernen. „Ich konnte mir am Anfang ja gar nichts unter Feldforschung vorstellen. Das wollte ich mir selbst anschauen.“

Über mehrere Jahre fuhr sie deshalb mit einer Forschergruppe der Universität jährlich mehrere Wochen nach Burkina Faso, lernte die Menschen und das Land aus nächster Nähe kennen. „Ich habe viel gelernt während der Arbeit an diesem Roman. In Westafrika habe ich viel Lebensfreude erlebt. Und, dass die Zeit dort einfach anders läuft als hier. Ich hoffe, ein bisschen was davon in das Buch eingearbeitet zu haben.“ Einen Faible für Afrika habe sie vor den Recherchen nicht gehabt. „Aber inzwischen habe ich wirklich Feuer gefangen“, sagt Schopf.

Dass „Zeit der Rache“ rund 14 Jahre brauchte, um veröffentlicht zu werden, hatte aber noch weitere Gründe als nur die langwierige Recherche. Schopf verdient ihr Geld nicht nur mit dem Schreiben von Kriminalgeschichten. Lesungen prägen ihren Alltag, hinzu kommt ihre Arbeit als Schauspielerin und Hörfunkjournalistin. „Es war einfach immer irgendetwas anderes. Deshalb habe ich zwar kontinuierlich jedes Jahr an dem Buch gearbeitet, aber es wurde eben nie fertig.“

Ausgangspunkt für Reihe

Das ist nun doch noch geglückt. Und Schopf ist mit dem Konzept des Romans, also der Verortung der Geschichte in Frankfurt, um dann den Bogen zu einem weit entfernten Ort der Welt zu spannen, zufrieden. So sehr sogar, dass sie darüber nachdenkt, „Zeit für Rache“ zum Ausgangspunkt einer Buchreihe zu machen. „Ich würde gerne meine beiden Kommissare weiter nutzen und auch die Bezüge zu Frankfurt beibehalten“, gewährt Schopf einen Einblick in ihre nächsten Krimi-Projekte. Der nächste Krimi werde in Frankfurt und Andalusien spielen – so viel könne sie schon verraten.

Wer die Autorin Sylvia Schopf selbst treffen möchte, hat dazu am heutigen Freitagabend die Gelegenheit. Dann ließt sie ausgewählte Passagen aus ihrem neuesten Buch an den dazu passenden Orten wie dem Weltkulturen Museum. Startpunkt des Lese-Spaziergangs am Museumsufer ist in der Krimibuchhandlung „Die Wendeltreppe“, Brückenstraße 34. Los geht es um 17 Uhr.

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