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Leichenschau professionalisieren: Frankfurt will mehr Rechtsmediziner einsetzen

Eine Leiche liegt im Institut für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Frankfurt. Foto: Andreas Arnold/Archiv Eine Leiche liegt im Institut für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Frankfurt.
Frankfurt. 

In einem Pilotprojekt will die Stadt Frankfurt die Aufklärung von Todesursachen verbessern. Künftig soll deutlich häufiger ein Rechtsmediziner klären helfen, ob es sich um ein Verbrechen handelt. Damit sollen mehr Straftaten aufgedeckt werden, teilten Stadt, Polizei und Universitätsklinik bei der Vorstellung des Projekts am Freitag in Frankfurt mit. Frankfurt sei die erste Kommune in Deutschland, die ihre Leichenschau professionalisiere.

Im Bundesland Bremen wird seit August jeder Gestorbene von einem ausgebildeten Leichenarzt begutachtet. In Frankfurt soll nun immer dann, wenn die Polizei bei einer gefundenen Leiche ist oder hinzugerufen wird, auch ein Rechtsmediziner kommen. Bisher wurde der Hausarzt alarmiert - was laut Polizei erhebliche Wartezeiten und teils Qualitätsmängel mit sich brachte. Für das Pilotprojekt will die Stadt eine neue Stelle in der Rechtsmedizin schaffen. Ist die Polizei nicht bei einem Toten, soll weiterhin der Hausarzt die Leichenschau übernehmen.

Rechtsmediziner und Polizei kritisieren seit langem bundesweit eine zu hohe Zahl an fehlerhaften Totenscheinen und oberflächlichen Leichenschauen. Experten des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Rostock untersuchten in einer Studie 10 000 Todesbescheinigungen: Davon waren lediglich 223 fehlerfrei, 44 Mal wurde fälschlicherweise ein natürlicher Tod festgestellt.

(dpa)

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