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25. Internationales Jugendturnier des FTV: Frankfurter Fecht-Talente zeigen sich ehrgeizig

Von Beim 25. Internationalen Jugendturnier des Frankfurter Turnvereins 1860 zeigte der Fecht-Nachwuchs sein Können. Darunter auch ein echtes FTV-Eigengewächs: Helena Lentz.
Hier landet Helena Lentz (rechts) beim Turnier in der Fabriksporthalle einen Treffer gegen ihre Gegnerin: Sie trifft sie am Oberkörper. Bilder > Foto: Holger Menzel Hier landet Helena Lentz (rechts) beim Turnier in der Fabriksporthalle einen Treffer gegen ihre Gegnerin: Sie trifft sie am Oberkörper.
Ostend/Fechenheim. 

Zehn Minuten vor dem ersten Gefecht beim Internationalen Jugendturnier beißt Helena Lentz schnell noch mal von ihrem trockenen Brötchen ab. Die 16-Jährige wirkt auf den ersten Blick recht locker. Vielleicht auch, weil jetzt noch nicht feststeht, gegen wen sie sich als erstes behaupten muss. Wer in welcher Gruppe ist, wird erst unmittelbar vor der ersten Runde bekanntgeben. Als die Namen auf dem Bildschirm erscheinen, zeigt sich das erste Mal an diesem Tag ein wenig Anstrengung in Helenas Gesicht. „Das ist eine ne ganz schöne Runde“, sagt sie und meint damit eigentlich schwer. Doch nichts anderes ist es, was Helena sucht. Schließlich tritt sie in ihrer Disziplin, dem Degenfechten, nicht nur in ihrer eigenen Klasse an, sondern misst sich heute auch in der nächst höheren, bei den Junioren.

Disziplinierte Sportlerin

„Sie hat Ehrgeiz und sie hat Talent“, sagt Erika Fenner, Vorsitzende der Fecht-Abteilung des Frankfurter Turnvereins 1860 (FTV). Vor allem seien es Helenas Ehrgeiz und Disziplin, die sie so erfolgreich machten.

Tatsächlich zählt die 16-Jährige zu den erfolgreichsten Eigengewächsen des Vereins. Aktuell steht sie bundesweit auf Platz sechs bei der A-Jugend und auf Platz zwölf bei den Junioren. Letztere ist jedoch eigentlich erst eine Klasse für Mädels ab 17 Jahren.

Dass Helena sich am Wochenende bei dem traditionellen Turnier in der Fabriksporthalle bei den Junioren etwas schwer tut, liegt an äußeren Umständen: Sie hat eine Erkältung noch nicht ganz auskuriert und konnte die vergangene Woche deshalb auch nicht trainieren. Mit Pfefferminztee versucht sie nun, die Atemwege freizuhalten. Gerade unter der Maske falle ihr aber das Luftholen mit verstopfter Nase im Gefecht schwer, sagt sie und merkt verschmitzt an: „Wenn man gesund ist, geht es halt viel leichter.“

Doch Helena schlägt sich eigentlich ganz gut: Am Ende schafft sie es bis in Viertel-Finale und belegt bei den Junioren Platz sieben unter 22 Fechterinnen. Und in der A-Jugend schafft sie Platz zwei mit dem Degen.

Tassilo Ixkes belegte mit dem Degen bei der Jugend A ebenfalls den zweiten Platz. Insgesamt waren 26 FSV-Starter angetreten.

Das Markenzeichen für Helenas Fechtstil ist, dass sie relativ offensiv an die Sache rangeht. Langes Zögern ist überhaupt nicht ihr Ding. Sie hat eine gute Beinarbeit und ficht elegant.

Seit etwa neun Jahren nimmt der Sport einen großen Teil ihres Lebens ein. Mittlerweile trainiert sie nicht nur selbst, sondern auch andere. Zudem hat sie bereits ihre Prüfungen als Wettkampfrichterin gemacht.

„Fechten ist anders als andere Sportarten“, antwortet Helena auf die Frage nach ihrer Faszination. Das Schöne sei, dass es zwar eine Kampfsportart sei, die Physis aber nur eine geringe Rolle spiele. „Wenn man schnell ist und flink, kann man auch gegen größere und stärkere Gegnerinnen gewinnen“, sagt die Elftklässlerin.

Das Jugendturnier des FTV feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen. Für die Frankfurter ist es laut Fenner eine schöne Bestätigung, dass ihr Engagement weiter Früchte trägt und das Turnier gut angenommen wird: Rund 260 Teilnehmer gingen am Wochenende an den Start. Darunter Vereine aus fünf Bundesländern sowie Italien, Tschechien und der Slowakei. Gäste aus Nachbarländern werden allerdings weniger. „Die meisten machen mittlerweile ihre eigenen Turniere“, sagt die erste Vorsitzende der Fecht-Abteilung.

120 Aktive im Verein

Die ist derzeit recht gut aufgestellt: 120 aktive Mitglieder zählen die Fechter. Etwa die Hälfte sind Jugendliche. Allerdings hätte die Abteilung gerne noch mehr finanzielle Förderer, um die Kosten für die Turnierreisen und die Ausrüstung leichter decken zu können. Hiervon würde vor allem der Nachwuchs profitieren, sagt Fenner.

Übrigens: Fechten – egal ob mit Degen oder Florett – ist nicht nur etwas für Junge. Willkommen sind im Verein auch Ältere und sogar Späteinsteiger können an dem Sport noch großen Spaß haben, wie Fenner betont. So habe es auch schon Anfänger um die 60 gegeben, die immer noch aktiv seien.

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