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Nach Hochhausbrand in London: Frankfurter Feuerwehrchef äußert sich zum Brandschutz

Nach dem Hochhausbrand in London erklärt der Frankfurter Feuerwehrchef Reinhard Ries, wie bei Frankfurter Wolkenkratzern der Brandschutz funktioniert.
Frankfurts Leitender Branddirektor Professor Reinhard Ries Bilder > Foto: Hermann Wygoda Frankfurts Leitender Branddirektor Professor Reinhard Ries
Frankfurt.  Der Frankfurter Feuerwehrchef Professor Reinhardt Ries zeigte sich erschüttert über den Hochhausbrand in London. Dort stand am Mittwoch ein 24 Stockwerke hohes Haus wie eine Fackel in Flammen.

„Wir erinnern uns bei den Bildern an den Brand in der Adickesalle, wo vor fast genau fünf Jahren ein noch nicht fertiggestelltes Gebäude in Brand geriet," sagte Ries. Damals habe für die Feuerwehr sofort festgestanden, dass es die an der Fassade angebrachten Polystyrolplatten gewesen seien, die die rasante Ausdehnung des Feuers ermöglicht haben. Allerdings war dieses Haus kein Hochhaus, sondern, wie Ries erläuterte, „haarscharf unter der Hochhausgrenze“. Sonst wäre eine brandsichere Fassade Vorschrift gewesen.

Die Skyline von Frankfurt am Main. Foto: Andreas Arnold/Archiv
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An dem Haus in London habe es an der Fassade kein Polystyrol gegeben. Dort seien kürzlich Metallplatten zur Dämmung auf die Fassade geschraubt worden. Diese metallenen Dämmplatten sind auf der Rückseite mit leicht brennenden Materialien beschichtet. Das Feuer konnte sich zwischen den Metallplatten und der Mauer mit rasender Geschwindigkeit wie in einem Schornstein nach oben fressen und über die Fenster in alle Wohnungen schlagen.

„Wir haben hier in Frankfurt bei allen Hochhäusern über 30 Meter Höhe sowohl einen zweiten Rettungsweg als auch in den Treppenhäusern Flure mit Schleusen und Feuerwehraufzügen", sagt Ries.

Die Feuerwehr kann in einem abgedichteten Fahrschacht nach oben fahren. Außerdem sind diese Aufzüge barrierefrei, um etwa Menschen auf Rollstühlen sicher nach unten zu bringen. Ältere Hochhäuser haben meistens einen außenliegenden Treppenraum. Auch die älteren Hochhäuser haben in Frankfurt nach Auskunft des Leitenden Branddirektors Ries bereits eigene Feuerwehraufzüge.
 

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Ries kritisierte, dass es in der Bundesrepublik mit ihrem föderativem System immer noch nicht gelungen sei, bundesweit einheitliche Bauvorschriften zu erarbeiten, in denen solche Standards festgeschrieben werden könnten. wyg
 
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