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Giftköder: Frankfurter Försterin warnt vor Hundehassern im Stadtwald

Im November und im April sorgten mehrere Funde von vergifteten oder mit Messerklingen gespickten Ködern für Aufregung unter Hundehaltern. Mindestens ein Hund ist daran gestorben. Die Gefahr ist noch nicht gebannt, warnt Frankfurts oberste Försterin Tina Baumann und rät zu Leine oder Maulkorb.
Diese Köder wurden am Wegesrand gefunden: Wurstenden, gespickt mit Messerklingenstücken. Diese Köder wurden am Wegesrand gefunden: Wurstenden, gespickt mit Messerklingenstücken.
Frankfurt. 

Frank Rehmsmeier war mit seinem elf Monate jungen Labrador im Stadtwald unterwegs. Vom Goetheturm liefen die beiden Richtung Oberrad, als Rehmsmeier plötzlich merkte, dass sein Hund nicht mehr hinter ihm war. Er entdeckte ihn einige Meter zurück im Gebüsch. „Als er raus kam, schluckte er irgendetwas runter. Ich habe dann im Gebüsch nachgeschaut, was es gewesen sein könnte, aber nichts mehr gefunden“, erinnert sich der Oberräder an jenen Tag Ende November.

Wurst mit Rattengift

Zuhause verkroch sich der Hund dann in eine Zimmerecke, zitterte und wollte nichts mehr fressen. „Da war mir klar, dass etwas nicht stimmt und ich habe ihn sofort zu einer Tierärztin nach Neu-Isenburg gefahren.“ Vom Auto in die Praxis musste Rehmsmeier den Labrador schon tragen, so geschwächt war der. Die Ärztin gab ihm ein Mittel, damit sich das Tier übergibt. „Fünf Minuten später und er hätte nicht überlebt“, sagt der Hundehalter. Die Diagnose lautete: Vergiftung.

Täter nicht geschnappt

Vermutlich wurde der Labrador Opfer eines Hundehassers, der im Stadtwald mit Rattengift getränkte Wurststückchen ausgelegt hat. Mehrere Hunde fraßen die Köder, mindestens einer starb daran. Da bislang kein Täter gefasst werden konnte, warnt die Frankfurter Forstbehörde immer noch mit Schildern im Stadtwald vor den Giftködern. „Wir raten Hundehaltern, sehr vorsichtig zu sein und ihre Tiere an die Leine zu nehmen“, sagt Forst-Chefin Tina Baumann. „Bei sehr gefräßigen Hunden ist sogar ein Maulkorb angebracht.“

Tina Baumann warnt. Bild-Zoom Foto: Christian Christes (www.chrischristes.de)
Tina Baumann warnt.

Im April wurden in den Forstrevieren Oberrad und Sachsenhausen eine weitere Form von gefährlichen Hundeködern entdeckt: Endstücke von Wiener Würstchen, in denen zerstückelte Klingen von Teppichmessern steckten. Der oder die Hundehasser hatten es offenbar darauf angelegt, dass sich die Tiere innere Verletzungen zufügen, an denen sie langsam verbluten. Die Fundorte lagen im Bereich der Mailänder Straße sowie in der Grünanlage zwischen Grethenweg und Schützenhüttenweg. Die Polizei nahm Ermittlungen auf, doch laut Försterin Baumann bislang ohne Ergebnis.

„Wäre kein Hundeleben“

Frank Rehmsmeier aus Oberrad hält die nach wie vor aktuellen Warnungen für sehr wichtig. „Die Leute sollen wirklich aufpassen, denn das kann jederzeit wieder passieren.“ Seinen Hund im Stadtwald an die Leine nehmen, das wolle er jedoch nicht. „Aus Trotz“, sagt Rehmsmeier. „Denn das wäre kein Hundeleben. Und dann hätten die Tierhasser ja gewonnen.“

Der Labrador ist inzwischen 18 Monate alt und bei bester Gesundheit. „Nachdem wir damals von der Tierärztin nach Hause gekommen waren, schlief er fast 24 Stunden am Stück“, so Rehmsmeier. Danach habe er langsam wieder angefangen zu fressen.

Bürger, die verdächtige Gegenstände finden oder auch verdächtige Personen beobachten, werden gebeten, dies an das 8. Polizeirevier zu melden. Die Beamten sind unter Telefon (0 69) 75 51 08 00 zu erreichen. Weitere Informationen gibt es bei der Abteilung Stadtforst im Grünflächenamt unter der Telefonnummer (0 69) 2 12-331 86.

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