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ESV Blau-Gold hat kein eigenes Bootshaus: Frankfurter Kanufahrer suchen eine Bleibe

Von Personell und sportlich ist die Kanuabteilung des ESV Blau-Gold auf einem guten Weg, wie auch die Funzelfahrt jetzt zeigte. Doch drei Jahre nach Verlust ihres Bootshauses am Sommerhoffpark werden die Kanuten nun wohl auch ihre Liegeplätze beim Blau-Gelb verlieren.
Toll geschmückt waren die Boote bei der Funzelfahrt des ESV Blau-Gold. Jetzt werden sie untergestellt – noch gibt es einen Platz. . Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA Toll geschmückt waren die Boote bei der Funzelfahrt des ESV Blau-Gold. Jetzt werden sie untergestellt – noch gibt es einen Platz. .
Innenstadt. 

Dank eines glücklichen Zufalls wurden Annett Stütze und Britta Vorbach auf ein Probetraining aufmerksam, das die Kanuabteilung des Eisenbahner-Sportvereins im vergangenen Frühjahr anbot. „Ich paddle einmal die Woche auf dem Main, um mich zu ertüchtigen. Doch wir haben auch schon an Wildwasserfahrten in Frankreich teilgenommen“, sagt Annett Stütze. Verglichen damit sei der Main ein zahmes Gewässer, doch auch hier gelte es bei nächtlichen Fahrten einige Regeln zu beachten, um den Schiffsverkehr nicht zu behindern.

Gemessen an den anderen rund 40 Teilnehmern, die ihre Boote mit aufwendigen Lichterketten und phantasievollen Tier- oder Skylinekonstruktionen schmückten, beleuchteten die beiden Wassersportlerinnen ihre Kajaks bei der Funzelfahrt schlichter. Die Funzelfahrt bildet den Abschluss der Saison auf dem Main. Veranstaltet wird sie von der Kanuabteilung des ESV Blau-Gold mit 100 Mitgliedern.

Bahn verkaufte Gelände

Doch vor drei Jahren verlor Blau-Gold sein Vereinsgelände. Die Deutschen Bahn verkaufte das Areal an einen Investor. Damit verloren die Wassersportler auch den Zugang zum Main. „Allen Unkenrufen zum Trotz veranstalten wir unsere Funzelfahrt schon im dritten Jahr ohne eigenes Bootshaus“, erklärt der zweite Vorsitzende Georg Brandt. Möglich macht es die Segelabteilung des Sportvereins Blau Gelb, die seit vergangenem Jahr mit ihrem Bootshaus am Niederräder Mainufer aushelfen und dort neben sechs Liegeplätzen auch Räumlichkeiten bereitstellen kann.

Doch nun hat auch Blau Gelb offenbar neue Pläne mit ihrem Bootshaus. „Hier steht ein Verkauf an, weil sich Blau Gelb auf andere Sportabteilungen konzentrieren will“, sagt Brandt. Dem Vernehmen nach gehe er davon aus, dass die Rudergesellschaft Germania das Bootshaus übernimmt. Doch bei den Verhandlungen gehe es offenbar darum, einen einträglichen Kaufpreis zu erzielen. „Sollte sich zu diesen Bedingungen kein Verein als Käufer finden, dann bleibt zu hoffen, dass die Stadt von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch macht“, sagt Brandt.

Aber unter diesen Umständen sei es zu unsicher, auf einen weiteren Verbleib im Bootshaus mit einem neuen Eigentümer zu setzen. „Wir müssen, um weiter zu wachsen, mit neuen Vereinen kooperieren“, betont Brandt. Mit sechs Vereinen sei man bereits im Kontakt, doch die hätten viele Mitglieder und entsprechend volle Bootshäuser.

Kooperationen suchen

Trotzdem unterstützt Günter Mathes von der Sportentwicklungsplanung im Sportamt die Einstellung der Kanuabteilung: „Wir sind mit Blau-Gold seit Jahren in Kontakt, um eine Lösung zu finden, und hatten schon mal eine Übergangslösung zum Frauenruderverein Freiweg Frankfurt vermittelt.“ Die hätten Blau-Gold erst einmal aufnehmen können, zumal die Kanuabteilung aus finanziellen Gründen ein angebotenes Gelände in der Franziusstraße nicht übernehmen konnte. Doch dann habe sich die Möglichkeit ergeben, bei Blau Gelb unterzukommen. „Der Weg der Kooperation sollte auf jeden Fall weiterverfolgt werden, gegebenenfalls auch mit Offenbacher Vereinen“, meint Mathes. Auch der Leiter des Liegenschaftsamtes Alfred Gangel sagt seine weitere Unterstützung bei der Standortsuche „im Rahmen des Möglichen“ zu.

„Wir haben zwar auch noch eine Lagerhalle bei der Schlossgarde Höchst“, erklärt Brandt weiter. Doch ein Verein ohne Bootshaus oder zumindest Zugang zum Wasser sei auf Dauer unattraktiv. „Es ist für uns schon ein Zugewinn, dass wir auch abends nach der Arbeit ans Mainufer fahren und noch ein oder zwei Stunden paddeln können“, sagen auch Stütze und Vorbach. Das würde dann entfallen.

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