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Terrorangst: Frankfurter Rettungskräfte proben den Ernstfall

Nach einem Sprengstoffanschlag in einer U-Bahn sind zahlreiche Verletzte gleichzeitig zu versorgen. Ein neues elektronisches System soll den Sanitätern helfen, dabei schneller und effektiver vorzugehen. Frankfurter Rettungsdienste haben es bei einer Großübung ausprobiert.
Rettungskräfte müssen schnell entscheiden, welche Patienten am dringendsten Hilfe brauchen. Rettungskräfte müssen schnell entscheiden, welche Patienten am dringendsten Hilfe brauchen.
Frankfurt. 

Während der Ausfahrt aus einer U-Bahnstation kommt es im Zug zu einer heftigen Explosion. Einigen Fahrgästen gelingt es, sich über die Notausgänge ins Freie zu retten. Feuerwehrleute und Sanitäter kümmern sich um die Verletzten. Sie müssen schnell entscheiden, wer welche Hilfe benötigt. Die Rettungskräfte zücken deshalb Smartphone und Tablet-Computer. Ein Programm fragt die wichtigsten Patientendaten innerhalb von Sekunden ab. Sie werden zentral gespeichert und an die Kliniken weitergegeben, in denen Ärzte auf die Anschlagsopfer warten.

Besuch aus Berlin

Dieses Szenario spielten Feuerwehr und Rotes Kreuz am Samstag bei einer Übung durch. Hochrangiger Besuch aus Berlin schaute den Einsatzkräften über die Schultern. Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) und ein Staatssekretär aus dem Forschungsministerium waren im Trainingszentrum der Frankfurter Feuerwehr zu Gast. Sie interessierten sich für das neu entwickelte Computerprogramm, mit dem die Sichtung und Einteilung der Patienten schneller und besser gelingen soll.

Beim Ausfahren explodiert die U-Bahn. Bild-Zoom
Beim Ausfahren explodiert die U-Bahn.

Die in Frankfurt eingesetzte Technik ist Teil des Forschungsprojekts „Sofortrettung bei Großunfall“, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird. Ziel des Projekts ist eine bessere medizinische Erstversorgung und ein effektiveres Vorgehen der Rettungskräfte bei Großunfällen. Erforscht werden neue Ansätze, wie bei einem Großunfall mit Hunderten von Verletzten möglichst viele Menschenleben gerettet und Verletzte optimal versorgt werden können.

Ergebnis der Großübungen

Im Jahr 2010 fand am Flughafen Frankfurt im Rahmen dieses Forschungsprojekts die größte Rettungsübung der letzten Jahrzehnte im gesamten Bundesgebiet statt, 2012 eine weitere Großübung in der damaligen Fraport-Arena. Das Besondere an diesen Übungen war schon damals der Einsatz einer IT-Lösung zur Einordnung der Patienten in Verletzungsgrade. Aus den in diesen Übungen gewonnenen Ergebnissen ging das System hervor, das am Samstag bei dem inszenierten U-Bahn-Anschlag demonstriert wurde.

Das Training läuft unter realen Bedingungen ab. Bild-Zoom
Das Training läuft unter realen Bedingungen ab.

Bisher haben Rettungskräfte bei Großeinsätzen die Verletzten mit verschieden farbigen Papieranhängern nach Dringlichkeit gekennzeichnet. Besonders schwer Verletzte werden rot markiert, weniger stark Verletzte gelb oder grün.

Unfallklinik beteiligt

„An jedem Unfallort herrscht erst einmal Chaos“, sagte der Frankfurter Sicherheitsdezernent Markus Frank (CDU) bei der Übung. Die digitale und zentrale Erfassung der Verletzten in Echtzeit ermögliche es den Einsatzkräften nun, geordneter und gezielter vorzugehen.

Nach dem ersten Teil der Übung ging es am Samstag in der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik weiter. Dort wurden die geschminkten Verletztendarsteller in Empfang genommen. Es ging dabei darum, die massenhafte Einlieferung von Patienten infolge eines Großunfalls oder Terroranschlags unter realen Bedingungen zu trainieren. red

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