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Park: Frankfurter Sommerfrische: Warum es das Stoffel eigentlich gibt

Von Jedes Jahr im Hochsommer zieht es die Menschen hinauf in den Günthersburgpark. Dieses Jahr feiert das Stoffel sein 15. Geburtstag. Zum Jubiläum hat sich das Festival von einer Neuerung direkt wieder verabschiedet.
Foto: Stalburg
Frankfurt. 

Es war ein heißer Julitag im Jahr 2004, als die Stalbürger das erste Mal hoch hinauf in den Park zogen, um bei Musik und Essen die obere Wiese des Günthersburgparks zu bevölkern. Niemand hatte damals geahnt, dass das Stoffel die hippieske Sommerfrische der Nordendler und Bornheim werden sollte.

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15 Jahre ist das erste Mal nun her und Stoffel ist weiterhin Stoffel. Ein gemütliches und unaufgeregtes Nachbarschaftsfest. Ein Massenpicknick mit Bühne. Ein Biergarten mit Würstchen, Bier und Gespritzten mitten im Park. Rund 100.000 Besucher finden sich in den vier Wochen Festival in etwa ein. Die Besucherzahlen sind stabil. Nur zwei Mal in der langen Zeit blieben die Einnahmen unter den Erwartungen. Und bei beiden Malen war das Wetter schuld. Denn Regen und Kälte kann dem Stoffel gefährlich werden.

Bild-Zoom Foto: fnpArchiv

Aus der Not geboren

Aber Stoffel wurde damals aus der Not geboren. „In der Sommerpause nahm das Stalburgtheater nichts ein“, erzählt der künstlerische Leiter Michael Herl. Fixkosten wie Mieten, Versicherungen und Löhne habe man natürlich aber in der Zeit weiterzahlen müssen. Deshalb kam die Anfrage des Nordend-Ortsbeirates für Herl wie gerufen: Die obere Wiese des Günthersburgparks sei so trist, könne man da nichts machen?

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Also lieh man sich eine Lastwagen-Bühne, stellte ein paar Partyzelte und Bierbänke auf und nannte das Ganze dann Stoffel – Stalburg Theater offene Luft. „Wir hatten keine Ahnung, wie viele Leute da kommen werden“, sagt Herl. „Mit über 500 haben wir nicht gerechnet.“ Am ersten Tag kamen über 2000.

Stalburg gibt's nicht mehr ohne Stoffel

Und gleich am ersten Tag gab es ein gewaltiges Unwetter. Die Partyzelte flogen umeinander und die Lastwagen-Bühne wurde beschädigt. Es sollte bis heute der größte Schaden sein, den Wetter beim Stoffel verursacht hat. Und wirklich wild war’s auch nicht. Man hat die Klohäusschen ein bisschen umgestellt. Und noch am gleichen Abend ging’s weiter.

Bild-Zoom Foto: Stalburg

Mittlerweile könnte die Stalburg ohne Stoffel nicht mehr überleben. Die Einnahmen des Festivals finanzieren die Theatersaison.  Und deshalb sollte es auch dieses Jahr vor allem auf der Bühne und weniger am Himmel stürmisch zugehen.  Und wer es sich dieses Jahr wieder auf seiner Picknickdecke gemütlich macht und den zauberhaften Sonnenuntergang hinter der Frankfurter Skyline bestaunt, während gute Musik über die Wiese weht, der sollte nicht vergessen, ein paar Euro in die roten Eimerchen zu werfen.

Anders als andere Feste

Stoffel war schon immer bewusst anders als andere Frankfurter Feste, wie zum Beispiel das untere Bergerstraßenfest. Eine „Hippi-Nummer“, wie Michael Herl sagt. Denn bis heute habe man „den Verlockungen des Kommerzes widerstanden.“ Das Erfolgskonzept heißt: Essen, Trinken und Musik. Kein Eintritt. Fertig. Bis heute klopfen große Sponsoren vergeblich an die Stoffel-Tür.

Bild-Zoom Foto: Stalburg

Die Stalburg bleibt ihrem ersten Bier-Sponsor Licher treu, der schon mit dabei war, als Eventprofis die Augenbrauen hochzogen, ob der Einfachheit, mit der das Stoffel-Konzept funktionieren sollte. Man hatte mal überlegt, mit Fritz Cola zu kooperieren aber die habe zu viel Koffein. „Das ist nix für die Kinder“, sagt Herl. Und die rhönsche Bionade, da ist sich Herl sicher, wurde auch durchs Stoffel in Frankfurt berühmt.

Mehr Zugezogene

Das Festival im Günthersburgpark ist ein Fest für die Anwohner und die machen auch heute noch den Großteil des Publikums aus. Das ist auch so gedacht. Aber Stoffel ist auch ein Seismograph für den Strukturwandel in den beiden lebhaften Stadtteilen Bornheim und Nordend.  Das Publikum habe sich in den vergangenen Jahren so verändert, wie sich eben auch das Nordend verändert habe, sagt Herl. Mehr junge Zugezogene. „Man kann die Welt nicht bremsen“, sagt Herl dazu. Eine bisschen buntere und interkulturellere Welt rund um den Park wäre ihm trotzdem lieber. 

Ohne Yoga

Am Donnerstag, 19. Juli, geht’s wieder los. Dieses Jahr allerdings ohne Yoga. Stattdessen ist das Chorprogramm an den „ausgestöpselten Tagen“ etwas umfangreicher. „Die trinken und essen einfach mehr“, sagt Herl. Denn so ganz unökonomisch geht es auch beim Stoffel nicht.

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