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Gute Erfahrungen mit neuer OP-Technik: Frankfurter Uniklinik entfernt Prostata behutsam

Eine Alternative für Patienten mit Prostatakrebs im frühen Stadium hat die Frankfurter Uniklinik im Angebot. Das Verfahren soll besonders schonend sein, aber ebenso effektiv wie etablierte Methoden. Die Resultate sind vielversprechend.
Privatdozent Dr. Wael Khoder Privatdozent Dr. Wael Khoder
Frankfurt. 

Fünf kleine Schnitte, mehr ist nicht nötig. Fünf kleine Schnitte, durch die Roboterarme und Laparoskope in den Körper eintauchen und die verkrebste Prostata minimalinvasiv entfernen. Um dabei möglichst wenige Gefäße und Nerven zu beschädigen und vor allem, um Kontinenz und Potenz zu erhalten, kommt an der Uniklinik seit einem Jahr ein spezielles Verfahren zum Einsatz, die intrafasziale radikale Prostatatektomie. Dabei präpariert der Operateur die Prostata durch eine nicht durchblutete Gewebeschicht zwischen Prostatakapsel und der umliegenden Beckenfaszie.

Eingeführt hat das Verfahren an der Uniklinik vor einem Jahr der neue Oberarzt, Privatdozent Dr. Wael Khoder, der damit zuvor schon in München gute Erfahrungen gemacht hatte. In Frankfurt konnte er nun daran anknüpfen. „Die große Zahl an Patienten, die wir mit dem Verfahren komplikationslos operieren konnten, zeigt, dass wir unser Ziel eines verbesserten funktionalen Ergebnisses bei gleichbleibender onkologischer Sicherheit mehr als erreicht haben“, freut sich Khoder.

Aus München

Bereits an der Uni München konnte der Mediziner in einer Studie belegen, dass gut vier von fünf Patienten (86 %), die mit dieser Methode operiert wurden, zwölf Monate nach dem Eingriff vollständig kontinent waren. Bei den Patienten, die 60 Jahre oder jünger waren, lag der Anteil bei fast 89 Prozent. Diese Zahlen konnten in Frankfurt nun bestätigt werden.

Auch mit Blick auf die Potenz hat sich das neue Verfahren als erfolgreich erwiesen. 9 von 10 Patienten erreichten nach der Operation eine Punktzahl von 15 oder mehr bei dem international etablierten Index zur erektilen Funktion (IIEF). Ermittelt wird die Punktzahl anhand eines Fragebogens. Ein Wert von 15 oder mehr bedeutet, dass keine oder nur eine schwache erektile Dysfunktion vorlag. Bei den Männern im Alter von 60 Jahren oder jünger erreichten alle diesen Wert.

Auch onkologisch kann die Methode mit anderen etablierten Verfahren mithalten: Bei 9,3 Prozent der Patienten fanden die Mediziner an den Schnittkanten noch Tumorzellen. Das entspricht „demselben hohen Niveau“ das mit den „besten alternativen Verfahren“ zu erreichen ist, teilt die Uniklinik in einer Pressemitteilung mit.

Im frühen Stadium

Geeignet ist die Operationstechnik vor allem im frühen Stadium des Prostatakrebses (bis T2). Auch bei größeren Tumoren (T3) kann sie – abhängig vom Einzelfall – eine Alternative sein.

(stef )
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