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Spitze mit Handlungsbedarf: Frankfurter Unternehmen bewerten den Wirtschaftsstandort überwiegend positiv

Genauso gut wie München bewerten die ansässigen Unternehmen den Standort Frankfurt. Das ergibt ein Umfrage der Industrie- und Handelskammer Frankfurt, die gestern vorgestellt wurde. Es gibt auch noch viel Luft nach oben.
Nach der Umfrage der IHK fehlt es vor allem an Fachkräften. Foto: Wygioda Nach der Umfrage der IHK fehlt es vor allem an Fachkräften.
Frankfurt. 

In einer Umfrage unter fast 800 Unternehmen in ihrem Kammerbezirk, zu dem auch der Main-Taunus-Kreis und der Hochtaunuskreis gehören, hat die Industrie- und Handelskammer (IHK) Frankfurt in einer Umfrage „Schulnoten“ für den Wirtschaftsstandort Frankfurt am Main vergeben. Danach verdient er nach Ansicht der zumeist kleinen und mittleren Unternehmen die Note 2,1. Mit dieser Einschätzung liegt Frankfurt gleichauf mit dem Ergebnis einer identischen Umfrage in München – auch dort wurde die Schulnote 2,1 vergeben.

„Unsere Umfrage beinhaltete 35 Standortfaktoren, zu denen die Unternehmen ihre jeweilige Einschätzung abgeben sollten“, berichtete IHK-Präsident Professor Mathias Müller. Danach hätten sich die Betriebe mit der Erreichbarkeit besonders zufrieden gezeigt, „da die Anbindung an den Luftverkehr, den öffentlichen Nahverkehr und den Schienenfernverkehr im Vergleich zu anderen Standortfaktoren besonders überdurchschnittlich“ abgeschnitten hätte.

Zugleich unterstrich Müller aber auch, dass es trotz dieser positiven Bilanz „deutlichen Handlungsbedarf gibt“, der von den Verantwortlichen ernstgenommen werden müsse. So leide die Attraktivität des Standorts nicht zuletzt „unter der Dauer von Genehmigungsverfahren, sowie den höheren Standortkosten“. 61 Prozent der Teilnehmer an der Umfrage äußerten auch ihre Unzufriedenheit mit der zu geringen Zahl an Auszubildenden und Facharbeitern. Für die Zukunftssicherung der Region sei es dringend geboten, meinte der IHK Präsident, dass „die Wohnungssituation ebenso verbessert werden muss, wie das S-Bahn-System“. Auch mache vielen Unternehmen die nach wie vor nicht ausreichende Zahl der Kindergartenplätze Sorgen.

Mathias Müller sprach zudem über die „Zukunftsinitiative Perform“, die unter dem Motto „Gemeinsam machen wir Zukunft“ stehe. Nach einer Veranstaltung mit vielen Politikern im Mai wurden bei den Industrie und Handelskammern der Region Arbeitskreise eingerichtet, die sich um die Themen Digitalisierung, Verkehr und Flächenbedarf sowie Innovationsregion bemühen und zunächst Daten zu diesen Themen sammeln sollen.

Im „Arbeitsfeld“ Verkehr sprach der IHK-Präsident auch über die Regionaltangente West, die die S-Bahnen entlasten könne und daher eine wichtige Strecke sei. Er regte an zu prüfen, ob diese mit einem ÖPP-Projekt, also einer öffentlich-privaten Partnerschaft finanziert werden könnte. „Es gibt zurzeit viele institutionelle Investoren, die Geldanlagen suchen“, unterstrich Professor Müller.

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