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Benny Maro: Frankfurts Entertainer Nummer 1

Von Der Zeilsheimer Sänger, Entertainer und Chorleiter Benny Maro, im Zivilleben Heinz Marosch, wird heute 70 Jahre alt. Zwei Konzerte, in denen er auf seine Karriere zurückblickt, sind komplett ausverkauft.
Viele Titel hat er in all den Jahren veröffentlicht. Einige singt er nun in seinem Jubiläumsprogramm – aber es gibt nicht nur Schlager zu hören. Bilder > Foto: Maik Reuß Viele Titel hat er in all den Jahren veröffentlicht. Einige singt er nun in seinem Jubiläumsprogramm – aber es gibt nicht nur Schlager zu hören.
Zeilsheim. 

Jüngst hat ihm sein Sohn erzählt, dass er im Internet auf der Video-Plattform Youtube zu finden sei. Heinz Marosch, Künstlername Benny Maro, war erstaunt: Hat er doch nie Musikvideos aufgenommen. Also hörte er in das Lied hinein, zu dem ein Standbild zu sehen ist: „Rosalie aus Tennessee“ heißt es, und Heinz Marosch kann sich nicht daran erinnern, es je gesungen zu haben. Doch es ist unverkennbar seine Stimme. „Ich war mal zu Probeaufnahmen in München bei Martin Mann, der ,Meilenweit muss ich gehen‘ gesungen hat. Da habe ich drei Country-Titel vom Blatt gesungen, das merkt man sich ja nicht. Das muss einer davon sein.“

So werden Hits gemacht

So unverhofft, wie er auf Youtube kam, so unverhofft wurde im Jahr 1965 auch seine erste Single-Schallplatte „Little Girl“, produziert von Hubert Wolf, ein Hit. Damals gab es die Sendung „Die großen 8 von Radio Luxemburg“. Für diese wurden per Zufallsgenerator Musikalien-Einzelhändler angerufen und nach ihren bestverkauften Platten gefragt.

Die RTL-Leute riefen nun ausgerechnet in der Woche bei „Musik-Effertz“ in Höchst an, als der blutjunge Benny Maro dort seine erste Platte am Markt hatte und halb Zeilsheim hinrannte, um sie zu kaufen. Der 19-Jährige hatte damit die großen Stars auf die Plätze verwiesen – dass es seine Single nur in der Höchster Musikalienhandlung gab, musste man ja nicht an die große Glocke hängen . . . „Das war wie ein Sechser im Lotto“, erinnert sich Heinz Marosch heute.

Begonnen hatte er mit der Musik-Karriere in einem Nachwuchs-Wettbewerb; plötzlich war er im Geschäft. Es gab Benny-Maro-Fanclubs in ganz Deutschland und sogar in Belgien. Er brach sein Studium des Bauingenieurswesens ab und verschrieb sich ganz der Musik. Die Frankfurter Opernsängerin Maria Madlen Madsen bildete ihn professionell aus, damit er sich nicht auf die „leichte Muse“ beschränken musste. Schubert-Lieder gehören noch heute zu seinen Lieblingsstücken, aber auch ein Lied, das der passionierte Eintracht-Frankfurt-Fan zum 75-jährigen Bestehen des Clubs mit den Zeilsheimer „Kellergeistern“ für eine Jubiläumsplatte aufgenommen hat: „Im Wald, da spielt die Eintracht“. Weil sich der Rechte-Inhaber beschwerte, musste die komplette Auflage der Jubiläumsplatte eingestampft werden – Heinz Marosch besitzt noch ein Exemplar mit Fußballer-Autogrammen, ein hochkarätiges Sammlerstück in Vinyl.

Die Liebe zur Eintracht hat er von seiner Mutter, die in der von den Eltern betriebenen Gaststätte in Zeilsheim am Samstagnachmittag eine Kerze anzündete, bevor die Spiele im Waldstadion begannen. 1950, mit drei Jahren, stand er bei einem Kappenabend des Volkschors Thalia in den „Vier Jahreszeiten“ an der Pfaffenwiese das erste Mal auf einer Bühne und trällerte. Mit neun kaufte er sich vom Inhalt seines Sparschweins ein Akkordeon; wenig später sang er im heimatlichen Schulchor die Hauptrolle in der Märchenoper „Der Igel als Bräutigam“. Dann wurde irgendwann die Gitarre cooler, und er trat bei Nachwuchs-Wettbewerben auf.

Danny oder doch Benny?

„Heinz“ ging da natürlich gar nicht. „Die Plattenfirma war für Danny, solche Vornamen waren damals ,in‘ “, erinnert er sich. Das gefiel ihm nicht. Vielleicht Benny? „Das erinnerte mich an Benny Goodman, das war okay für mich“, schmunzelt er. Er lernte den Komponisten Heinz Gietz kennen, der damals in Sindlingen lebte und unter anderem für Caterina Valente schrieb. „Drüben in der Heussleinstraße hat er gelebt“, sagt Marosch, der mit seiner Frau seit Jahren am Richard-Weidlich-Platz in Sindlingen wohnt, einen Steinwurf weit entfernt. Dann kam sein größter Erfolg: „Mädchen, die am Sonntag weinen“. Viele Titel sollten folgen.

Aber Marosch war – und ist – nicht nur Sänger, sondern auch Moderator, Entertainer und Chorleiter. Mit 15 Jahren trat er in den Volkschor Thalia ein, den er nun seit 36 Jahren leitet; auch andere Chöre – etwa der „Arion“ aus Sindlingen – traten mit ihm auf. 16 Jahre lang war er Kreischorleiter in Frankfurt, initiierte unter anderem Konzerte der Frankfurter Chöre in der Alten Oper oder den 1822-Chorpreis mit der Frankfurter Sparkasse. Sein Ziel war es immer, für Chor-Auftritte neue Wege zu finden – wie beispielsweise bei den Kaffeehaus- oder Musical-Konzerten der Thalia.

Anerkennung gezollt

Er wurde mit der Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet und ist nach Frank Lehmann, Liesel Christ, Lia Wöhr und Heinz Schenk der fünfte Preisträger des „Hessischen Apfelweinpreises“.

Die wichtigste Anerkennung zollte ihm Kollege Horst Reber seinerzeit in der „Abendpost / Nachtausgabe“: Er bezeichnete Benny Maro als „Frankfurts Entertainer Nummer 1“.

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