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Vor 20 Jahren wurde der 259 Meter hohe Commerzbank-Tower eröffnet: Frankfurts Größter feiert Jubiläum

Er ist das höchste Gebäude Deutschlands, er besitzt ein besonderes Männerklo – und ist für Feuerwehrleute eine große Herausforderung. Hier steht, was es über den Commerzbank-Tower sonst noch zu wissen gibt.
Ist auch dann das höchste Bürogebäude Frankfurts, wenn man die Antenne nicht berücksichtigt: der Commerzbank-Tower. Bilder > Ist auch dann das höchste Bürogebäude Frankfurts, wenn man die Antenne nicht berücksichtigt: der Commerzbank-Tower.
Frankfurt. 

Genau 20 Jahre ist es her, dass der Commerzbank-Tower im Bankenviertel eröffnet wurde. Doch der Wolkenkratzer bietet mehr als nur Arbeitsplätze für Banker. Acht Fakten zu dem Wolkenkratzer, der die Skyline ganz besonders prägt:

Ein Zuhause für Falken: Neun Jahre nachdem die ersten Angestellten in die neue Zentrale der Commerzbank gezogen waren, bezogen auch zwei Falken Posten auf dem Dach des Wolkenkratzers. Von dort aus haben sie eine gute Aussicht – zum Beispiel auf Tauben, die sie jagen und an ihren Nachwuchs verfüttern. Auch in diesem Jahr lagen zwei Eier im Nest. Deswegen bleibt das Dach während der Brut- und Nistzeit für jegliche Wartungsarbeiten gesperrt.

Luftiges Gebäudekonzept: offener Kern als Hochhausinnovation. Bild-Zoom Foto: Holger Menzel
Luftiges Gebäudekonzept: offener Kern als Hochhausinnovation.

Ein Dreieck aus Gärten: Auch Pflanzen leben im Tower: Spiralförmig schrauben sich neun Gärten in die Höhe des Turms – jeweils drei sind nach Osten, Süden und Westen ausgerichtet. Jeder Himmelsrichtung liegt dabei ein verbindendes botanisches Thema zugrunde, wie der Architekt Lord Norman Foster erklärt: Die östlichen Gärten bieten asiatische Vegetation, in den südlichen Gärten wachsen mediterrane Pflanzen und die westlichen Gärten beherbergen Botanik aus Nordamerika – sehr zur Freude der Mitarbeiter, die hier ihre Pause verbringen können. Diese „grüne Lunge“ ist Teil des Energiekonzepts und bescherte der Bank 2008 den Umweltpreis der Stadt Frankfurt.

Ein Hoch auf die Antenne: Der Commerzbank-Tower ist mit 259 Metern und 56 Stockwerken das höchste Gebäude Deutschlands. Das trifft – entgegen weit verbreiteter Gerüchte – auch dann zu, wenn man die Antenne auf dem Dach des Hauses nicht gelten lässt. Deren Spitze erreicht eine Höhe von 300 Meter. Auf Platz zwei der Liste steht der Frankfurter Messeturm mit 257 Metern und 55 Stockwerken. Die zehn höchsten Gebäude Deutschlands stehen übrigens in der Main-Metropole, die daher auch „Mainhattan“ genannt wird. Lange Zeit war der Commerzbank-Tower das höchste Hochhaus Europas. 2004 verlor er diesen Titel aber an einen Wolkenkratzer in Moskau. Deutlich höher sind übrigens viele Fernsehtürme (der „Ginnheimer Spargel“ zum Beispiel erreicht 337 Meter), die aber nicht als klassische Gebäude zählen. Erlaubt wäre in Frankfurt auch ein 365 Meter hoher Wolkenkratzer, für den es aber bisher keinen Investor gibt.

Eine Herausforderung für die Feuerwehr: Wie löscht man einen Brand im 50. Stock? Der gängige Feuerwehrschlauch ist dafür zu kurz. Seit 1993 verfügt die Feuerwehr in Frankfurt über ein eigenes Höhenrettungsteam, das auf solche Einsätze spezialisiert ist. Rund 72 Stunden im Jahr müssen sich die schwindelfreien Feuerwehrmänner fortbilden und ihre Fähigkeiten trainieren – unter anderem am Commerzbank Tower. Am häufigsten werden die Einsatzkräfte zur „Personenrettung“ gerufen – wenn zum Beispiel Menschen in einer Wartungsgondel an der Fassade oder in einem Aufzug feststeckten.

Eine Kulisse für Film und Fernsehen: Ob im „Tatort“ des Hessischen Rundfunks oder in den Wirtschafts-Nachrichten der Tagesschau – der Commerzbank-Tower bestimmt seit seiner Fertigstellung das Bild der Frankfurter Skyline. Kein Filmteam kommt am größten Bürogebäude Deutschlands vorbei, wenn es in Frankfurt drehen will.

Ein Blick von der Männertoilette: Die Banker, die im 49. Stock des Commerzbank Towers auf die Toilette gehen, haben einen spektakulären Ausblick. Beim Verrichten kleinerer Geschäfte können sie von oben auf Frankfurt schauen – die Stehklos sind direkt unterhalb der Fenster angebracht und erlauben einen Blick nach draußen.

Eine Immobilie für Investoren: Der Wolkenkratzer heißt zwar Commerzbank-Tower, gehört der Bank aber nicht. Sie verkaufte das Gebäude schon nach Fertigstellung an zwei Immobilienfonds. Im September 2016 kaufte sie das Hochhaus zurück, um es an eine Versicherungstochter des südkoreanischen Samsung-Konzerns weiterzureichen. Bis zum Sommer soll das Geschäft endgültig abgeschlossen sein. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart – die Rede ist aber von mehr als 600 Millionen Euro. Ausziehen wird die Commerzbank nicht – sie hat einen langfristigen Mietvertrag für ihre Zentrale abgeschlossen.

Zum Schluss ein paar Zahlen: Im Commerzbank-Tower befinden sich 2800 Arbeitsplätze. Außerdem können in der Tiefgarage 300 Autos und 200 Fahrräder geparkt werden. Geschäfte und einige Wohnungen sind ebenfalls in das Gebäude integriert. Platz ist reichlich vorhanden: 120 736 Quadratmeter beträgt die gesamte Fläche aller Etagen. Bei diesem Wert ist der Commerzbank-Tower allerdings nicht Spitze in Frankfurt: Mehr Fläche hat nur „The Squaire“ am Flughafen aufzuweisen, das mit nur 45 Meter Höhe und 660 Meter Länge quasi ein umgelegtes Hochhaus ist.

(dpa , red)
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