Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer

Weihnachtsgeschäft: Frankfurts Händler sind optimistisch

Noch herrscht die Ruhe vor dem Sturm: Aber Frankfurts Händler gehen optimistisch ins Weihnachtsgeschäft. Die Grundstimmung in Deutschland ist gut, das Geld sitzt locker. Und der Weihnachtsmarkt dürfte manch zusätzlichen Kunden bescheren.
Am Samstag im weihnachtlich dekorierten Einkaufszentrum My Zeil: Der große Ansturm blieb noch aus. Foto: Salome Roessler Am Samstag im weihnachtlich dekorierten Einkaufszentrum My Zeil: Der große Ansturm blieb noch aus.
Frankfurt. 

Der erste Advent ist gelaufen. Der Weihnachtsmarkt hat seine Buden geöffnet. Der Glühwein steht bereit: Der Handel kann sich schon mal auf satte Umsätze im Weihnachtsgeschäft freuen. Einige Frankfurter sind schon unterwegs im Auftrag des Christkindes, um Geschenke einzukaufen. Noch aber sieht es in den Geschäften friedlich aus, hält sich der Trubel in Grenzen. Weihnachtliche Deko glitzert. Aber so langsam rüsten sich Händler und Kunden für den Ansturm, der auch dieses Jahr zufriedenstellend ausfallen sollte.

Die Grundstimmung ist gut. Es ist laut Schätzungen des Einzelhandelsverbandes für 2017 bundesweit ein Umsatz von 501 Milliarden Euro zu erwarten. Das sind drei Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Der Onlinehandel soll wie seit Jahren um zehn Prozent zulegen. Der Anteil im November und Dezember liegt stets bei 12,2 Prozent, etwas höher als im Restjahr.

Die Einzelhändler in Hessen erwarten sogar eine Umsatzsteigerung von 3,5 Prozent auf 44,3 Milliarden Euro im Jahr, 8,4 Milliarden – etwa 20 Prozent – werden alleine im Dezember umgesetzt, obwohl im Dezember zwei Verkaufstage fehlen. Die Arbeitsmarktlage ist stabil. Das Geld sitzt locker im Portemonnaie. Die Deutschen sind zwar Schnäppchenjäger, aber sie wollen laut einer Verbraucherbefragung des ifes Institut der FOM Hochschule 466 Euro für Weihnachtsgeschenke ausgeben. Also es steht alles günstig für das Weihnachtsgeschäft in Hessen.

Keine Zahlen für Frankfurt

Der Weihnachtsmarkt, der seit dieser Woche Besucher und potenzielle Kunden in die Stadt lockt, könnte einiges dazu beitragen, dass das Geschäft mit den Geschenken in Frankfurt über den hessischen Durchschnittsergebnissen liegt. Zahlen für Frankfurt sind trotz mehrfachen Nachfragens nicht zu bekommen. Die überraschende Auskunft von den Handelsverbänden: Es gebe keine gesonderte Frankfurt-Bilanz.

Kurt Stroscher, bei der städtischen städtischen Tourismus und Congress GmbH zuständig für Feste und Veranstaltungen, erwartet, dass sich der Weihnachtsmarkt sehr gut auf die Einzelhandelsumsätze in der Stadt auswirkt. Immerhin kommen jedes Jahr rund drei Millionen Menschen zu den Buden auf dem Römerberg.

Wie viel Geld sie sonst noch in der Stadt lassen, könne man im Fall Frankfurts nicht sagen, meint Stroscher. Der Weihnachtsmarkt findet in Frankfurt schon seit dem 1393 statt. Man kann deswegen keine Aussage über mögliche Einzelhandelsumsätze ohne ihn treffen. „In Birmingham allerdings ist ein solcher Vergleich möglich“, erzählt Stroscher. 1997 wurde der Frankfurter Weihnachtsmarkt in die britische Partnerstadt „exportiert“. „Es hat sich gezeigt, dass in Birmingham jetzt ein Umsatzanstieg im Einzelhandel um 30 Millionen Britischer Pfund registriert wird“, berichtet Stroscher aus einer aktuellen Studie zur englischen Millionen-Metropole. In Frankfurt könnten die Auswirkungen ähnlich sein. Schließlich profitiert laut Studien der Handelskammer der Handel in Deutschland mit zweistelligen Umsatz-Beträgen von Weihnachtsmarkt-Besuchern.

Dr. Joachim Stoll, der Frankfurt im Handelsverband Hessen-Süd vertritt und den Einzelhandelsausschuss der IHK leitet, sieht den Weihnachtsmarkt als eine Veranstaltung, die eine schöne Atmosphäre in die Stadt bringt und die Menschen freut. „Er ist ein Anlass, in die Innenstadt zu fahren und eine Chance für viele Händler“, meint der Kaufmann. Wie das Weihnachtsgeschäft läuft, kann man laut Stoll allerdings erst nach dem ersten Adventssamstag sagen. Das Jahr sei jedoch bisher zufriedenstellend abgelaufen.

Gutscheine boomen

Auch dieses Jahr sind rund 200 Stände auf dem Weihnachtsmarkt, etwa 30 Prozent bieten allerlei Fressalien an, die anderen Geschenke und Weihnachtsdeko an. Die großen und meist nachgefragten Geschenke werden die Verbraucher vermutlich jedoch nicht auf dem Markt finden. Die Hessen schenken nämlich am liebsten Geschenkgutscheine, Kosmetik, Bücher Eintrittskarten für Theater und Konzerte, Uhren Schmuck, Spielwaren und Bekleidung.

Passenderweise wird es jetzt zum Beginn der Adventszeit schön kalt. Gestern fiel prompt auch noch der erste Schnee, der für viele erst richtig Weihnachtsstimmung aufkommen lässt. Und eine Pause bei den Weihnachtseinkäufen bei Glühwein und Bratwurst auf dem Weihnachtsmarkt ist doch immer drin.

Zur Startseite Mehr aus Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse