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Kinder: Frankfurts Kitas werden kostenfrei

Frankfurts Kindertagesstätten sind ab August kostenfrei – so wie in ganz Hessen. Das gilt auch für die Ganztagesbetreuung, sofern Plätze vorhanden sind.
Oberbürgermeister Peter Feldmann und Bildungsdezernentin Syliva Weber informieren über den Wegfall der Kita-Gebühren. Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA Oberbürgermeister Peter Feldmann und Bildungsdezernentin Syliva Weber informieren über den Wegfall der Kita-Gebühren.
Frankfurt. 

Die neue Regelung der kostenfreien Kitas gilt in ganz Hessen für Kinder ab dem vollendeten dritten Lebensjahr: Sechs Stunden Kita sind kostenfrei. Ende April hatte der Hessische Landtag in Wiesbaden einem Gesetzentwurf der Regierungsfraktionen von CDU und Grünen zugestimmt, pro Jahr 220 Millionen Euro in die kostenfreie Betreuung zu investieren.

Die Stadt Frankfurt geht einen Schritt weiter und legt das Geld für die Ganztagesbetreuung obendrauf: Für neuneinhalb Stunden in der Kita oder bei der Kindertagespflege übernimmt die Stadt die Kosten. Bislang zahlten Eltern für den Ganztagsplatz 148 Euro im Monat, sofern ihr Kind älter als drei Jahre war. Die Stadt zahlt allerdings nicht für das Essen: Die Verpflegungskosten müssen die Eltern weiterhin tragen.

Die Stadt muss dafür keine zusätzlichen Kosten aufwenden. Das Land Hessen stellt ab August pro Kind pro Monat 135,60 Euro bereit – eben für sechs Stunden Kita-Betreuung am Tag. In Frankfurt liegen die Kosten für einen Platz unter diesem Betrag. Das Geld vom Land reicht also aus, um alle vorhandenen Ganztagsplätze zu finanzieren – obwohl die meisten Betreuungsplätze (80 Prozent) bereits Ganztagsplätze sind.

Ganztagsplätze erhöhen

Es sei „ein großer Tag für Frankfurts Familien“, sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) gestern bei einer Pressekonferenz, bei der er zusammen mit der Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) die Nachricht verkündete. „Viele Eltern und Unterstützer haben lange dafür gekämpft, dass in Frankfurt, wo die Mieten und Lebenshaltungskosten steigen und beide Elternteile arbeiten müssen, Familien entlastet werden,“ sagte Feldmann. „Es profitieren die, die wenig verdienen: Sie können zehn bis 15 Prozent ihrer Ausgaben einsparen, bis zu 1776 Euro im Jahr für jedes Kind.“ In einer Stadt wie Frankfurt hätten die Eltern gar keine Wahl, die meisten müssten beide ganztags arbeiten – und wollten dies auch.

„Der Zusammenhalt in der Stadtgesellschaft wird von unten her stabilisiert,“ sagte Feldmann. Für den OB ist die kostenlose Kita ein Vorstoß in Richtung Vereinbarkeit von Familie und Beruf. „Wir verabschieden uns damit von einem Familienmodell, in dem die Frau nur in Teilzeit arbeiten kann.“

Wenn sich nun Eltern entscheiden, ihr Kind von einem Halbtags- auf einen Ganztagsplatz wechseln zu lassen, soll dies laut Weber möglich sein. Da aber kein Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz besteht, werden freie Plätze nach dem üblichen Verfahren vergeben: Kinder von Alleinerziehenden haben Vorrang, entscheidend ist auch, ob beide Eltern berufstätig sein müssen oder ob ein Geschwisterkind da ist. „Wir können nicht voraussagen, ob und wie sehr die Nachfrage steigen wird. Wir müssen abwarten, was passiert“, so Weber.

Ausbau vorantreiben

Die Stadt bietet schon seit längerem das dritte Kita-Jahr kostenlos an, auch ganztags. Die Betreuungsquote der Drei- bis Sechsjährigen liegt in Frankfurt bei 97 Prozent, die Anzahl der Betreuungsplätze liegt derzeit bei 24 910 Plätzen. Bei den restlichen drei Prozent ist unklar, warum die Eltern ihre Kinder nicht zur Kita schicken – möglicherweise sind es die Kosten. Gerade deshalb, so die Bildungsdezernentin, sei die Entgeltbefreiung so wichtig. Denn das Ziel sei es, alle Kinder an der vorschulischen Bildung teilhaben zu lassen.

„Es macht später in der Schule einen Unterschied, ob das Kind in der Betreuung war, soziales Verhalten gelernt hat und Sprachbildung genossen hat“, sagte Weber. Die Kinder würden individuell gefördert. „Die restlichen drei Prozent kriegen wir auch noch.“ Es werde weiter am Ausbau der Betreuungsplätze gearbeitet. Auch Erzieher würden „immer gesucht“, da die Personalsituation an den Kitas, ob städtisch, kirchlich oder von freien Trägern, angespannt sei. Deshalb plane die Stadt eine Kampagne, um für den Erzieherberuf zu werben.

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