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Kooperation zweier Kliniken: Frankfurts erste Hebammenschule gestartet

Von Sie sind die wahren Fachleute zum Thema Schwangerschaft und Geburt: die Hebammen. In Frankfurts erster Hebammenschule soll ab sofort hochqualifiziertes Personal ausgebildet werden. Sie sollen in Zukunft vor allem den Frankfurter Geburtskliniken helfen.
Die Azubis freuen sich auf die nächsten drei Jahre. Foto: Salome Roessler Die Azubis freuen sich auf die nächsten drei Jahre.
Frankfurt. 

Glück! Das ist das wohl meist gesprochene Wort in den Gesprächen mit den angehenden Hebammen. „Man hilft einem neuen Menschen auf die Welt, das macht einen sehr glücklich“, beschreibt Auszubildende Shadi Nahed das Gefühl, bei einer Geburt zu helfen. Die 25-Jährige hat bereits ein Biologiestudium abgeschlossen, ihr berufliches Glück sieht sie jedoch nur als Hebamme. Zusammen mit 23 weiteren Auszubildenden gehört sie zum ersten Jahrgang der neuen Hebammenschule in Frankfurt.

Mit Hebammen versorgen

Glücklich sind auch jene, die diese Gründung ermöglicht haben. „Bisher mussten Interessierte die Stadt verlassen, um diese Ausbildung machen zu können“, blickt Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) zurück. Dass dies nicht mehr nötig ist, ermöglicht eine Kooperation zwischen der Carl Remigius Medical School, dem Universitätsklinikum und dem Bürgerhospital. „Unser Ziel ist es, über Jahre eine Schule aufzubauen, die das Rhein-Main-Gebiet mit Hebammen versorgt“, betont Wolfgang Heyl, Geschäftsführer des Bürgerhospitals.

An die eigene Qualität haben die Beteiligen genaue Ansprüche: „Wir legen die Messlatte für eine optimale Ausbildung sehr hoch“, erklärt Frank Louwen, Chef der Geburtshilfe des Uni-Klinikums. Zwar sei es perspektivisch ein Ziel, die Zusammenarbeit auf weitere Krankenhäuser auszubauen, jedoch müsse dabei sichergestellt sein, dass die Azubis eine optimale Lehre in den Kliniken erhalten und nicht etwa als willkommene Putzhilfen missverstanden werden.

Nach einem fünfwöchigen, theoretischen Einführungskurs geht es für die Auszubildenden in die Kliniken und Kreißsäle. Drei Jahre dauert die Ausbildung. Zusätzlich zu den 24, die ihre Ausbildung gestern begannen, konnte die Schule 15 Auszubildende aus einer kleinen Schule in Aschaffenburg gewinnen, die bereits im dritten Jahr sind.

So erhoffen sich die beiden Frankfurter Kliniken, die die Azubis untereinander aufteilen, schon im nächsten Jahr weiteres Personal auf ihren Stationen. Denn die Chancen, übernommen zu werden, seien mehr als gut: „Das ist gegenwärtig im Gesundheitswesen ein Leichtes“, verspricht Jürgen Graf, Ärztlicher Direktor der Uniklinik.

Bis es soweit ist, liegt jedoch eine intensive Zeit vor den Auszubildenden: „Mir haben viele gesagt, dass es hart wird, aber meine Vorstellungen wurden um das Doppelte übertroffen“, erzählt Julia Gries, die schon im dritten Ausbildungsjahr ist. Die 37-Jährige erfüllt sich damit endlich ihren Traum, den sie lange Zeit zum Wohle der eigenen Familiengründung zurückstellte.

Jede Geburt ist anders

Denn Flexibilität sei unbedingt notwendig, um diesen Job ausüben zu können, betont die gelernte Vermessungstechnikerin und Bürokauffrau. Langeweile komme in diesem Beruf dafür nicht auf. Ebenso gewöhne man sich nicht daran, Kinder auf die Welt zu begleiten: „Jede Geburt ist anders, es ist immer wieder etwas Neues“, berichtet sie schwärmend.

Auf dieses Glück freut sich auch Danilo Müller. Der 20-Jährige ist der einzige Mann in der Runde der Azubis – kann diesem Fakt aber nichts Besonderes abgewinnen. Interesse am Beruf des Entbindungspflegers weckte sein Freiwilligendienst als Sanitäter, der ihn auch mit Notgeburten konfrontierte. Dennoch: „Einen Menschen glücklich zu machen, das geht in keinem anderen Beruf so wunderbar.“

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