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Frankfurts fairste Klassen

Von Viertklässler der Erasmus Schule haben sich in den vergangenen Wochen intensiv mit dem Thema „Fairer Handel“ beschäftigt. Und wurden jetzt dafür ausgezeichnet.
Ingrid von Osterhausen (rechts) überreicht die Urkunden an Erasmusschüler. Bilder > Ingrid von Osterhausen (rechts) überreicht die Urkunden an Erasmusschüler.
Westend. 

Die erste Schulstunde in der Erasmus Schule in der Friedrich-Ebert-Anlage 44 ist gerade zu Ende gegangen. Im Klassenzimmer der 4 s herrscht großer Trubel. Mädchen und Jungen der vierten Klasse tragen noch Getränke in den Raum, auf den Tischen stehen allerhand Leckereien wie Schokolade, Kekse und verschiedene Säfte. Alle Produkte des kleinen Buffets sind fair gehandelte Waren.

Was das bedeutet, damit haben sich die Grundschüler der Klassen 4 e und 4 s in den vergangenen Wochen im Unterricht beschäftigt und sich damit schließlich für die Auszeichnung „Faire Schulklasse – Klasse des fairen Handels“ der „Fairtrade Initiative Saarbrücken“ (FIS) beworben. Mit Urkunden in der Tasche reiste jetzt Ingrid von Osterhausen, Bildungsreferentin der FIS vom Saarland nach Hessen, um die Schüler der Erasmus-Grundschule als erste hessische Klassen auszuzeichnen. Stolz nehmen die Kinder die Urkunden von ihr entgegen.

 

Bewusstsein schaffen

 

Die Idee hinter der speziell für Schulklassen entwickelten Auszeichnung ist, bereits bei den Jüngsten ein Bewusstsein für den fairen Handel zu entwickeln und dieses zu stärken. Um als „Faire Schulklasse“ ausgezeichnet zu werden, müssen zuvor einige Kriterien erfüllt sein. So muss das Thema etwa mit in den Unterricht einbezogen und mindestens eine Aktion hierzu geplant werden. Eine Jury überprüft die Bewerbungsunterlagen. Sind die Kriterien erfüllt, wird die Klasse ausgezeichnet.

„Ihr seid jetzt Botschafter“, sagt von Osterhausen zu den Mädchen und Jungen. Sie würden ihr Wissen über das Thema „Fairer Handel“ mit nach Hause und zu Freunden tragen. „Meiner Erfahrung nach schauen die Kinder beim nächsten Einkauf mit den Eltern genauer darauf, welche Produkte sie in den Einkaufswagen legen.“

Dass genau solches Handeln notwendig ist, wissen die Kinder jetzt: „Fair gehandelte Produkte einzukaufen ist wichtig“, sagt Ariel (10). Denn dort, wo beispielsweise Kakao angebaut werde, würden die Menschen für ihre Arbeit nicht gut bezahlt werden. „Vielen Menschen dort geht es deswegen nicht gut“, betont Max (10). „Der faire Handel setzt sich dafür ein, dass dort mehr Geld ankommt, weil es auch weniger Zwischenhändler gibt.“ Im Gegenzug verpflichteten sich diese Menschen, ihre Kinder zur Schule anstatt zum Arbeiten zu schicken. „Die fair gehandelten Produkte sind zwar ein wenig teurer, doch es lohnt sich“, sagt Maximian (9). Es sei wichtig, dass sich ganz viele Menschen anschließen und solche Produkte mit Fair-Trade Siegel kaufen, denn nur so könne es funktionieren.

 

Aktion auf Schulfest

 

„Wir haben im März damit begonnen, das Thema im Unterricht zu besprechen. Wir sind auch zusammen mit den Schülern einkaufen gegangen, damit sie lernen, auf was sie dabei achten müssen“, sagt Janna Heynen, Klassenlehrerin der 4 e. Hierzu gehörten etwa die Bereiche Kakao-Anbau und Schokoladenherstellung oder der Anbau von Baumwolle und die Herstellung von fair gehandelter Kleidung. Mit der Teilnahme an dem FIS-Projekt solle bei den Mädchen und Jungen ein Bewusstsein für das Thema geschaffen werden. „Damit sie wissen, woher die Produkte kommen, die sie essen oder tragen“, fügt sie hinzu.

Die Schüler seien dem Thema gegenüber sehr aufgeschlossen. Zum diesjährigen Schulfest sei eine Aktion geplant, bei der Grundschüler fair gehandelte Produkte vorstellen und darüber Eltern und Mitschüler informieren.

„Ihr erworbenes Wissen nehmen die Kinder auch in die weiterführenden Schulen mit“, so von Osterhausen. Diese seien Multiplikatoren. „Die Kinder von heute sind die Konsumenten von morgen“, betont sie weiter. „Wir haben eine Verantwortung den Menschen gegenüber. Wenn wir die fair gehandelten Produkte nicht kaufen, dann kann das System nicht funktionieren.“ Deswegen sei Aufklärung hierüber wichtig.

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