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Autorin: Franziska Franz ist die Frau mit tausend Ideen

Franziska Franz braucht gleich drei Verlage, um alle Genres, in denen sie unterwegs ist, abzudecken. Ihr neuestes Buch, ein Liebesroman, spielt in Wien – wo sie niemals war. Und sie schrieb es zusammen mit einem Mann – den sie nie persönlich getroffen hat. Am Donnerstag liest sie im Café Cult.
Sie hat im Moment gut lachen: Franziska Franz hat einen richtigen Lauf, im vergangenen Jahr hat sie sechs Bücher veröffentlicht. Eines davon stellt sie jetzt in Frankfurt vor. Foto: Holger Menzel (Holger Menzel) Sie hat im Moment gut lachen: Franziska Franz hat einen richtigen Lauf, im vergangenen Jahr hat sie sechs Bücher veröffentlicht. Eines davon stellt sie jetzt in Frankfurt vor.
Bockenheim. 

Sara Wenzel, eine junge Konzertmeisterin, stößt in Wien im strömenden Regen mit Galerie-Besitzer Sebastian Reger zusammen. Im Lauf des Buches zeigt sich, dass beide sich auf eine Beziehung einlassen könnten – und dass Männer und Frauen sehr unterschiedliche Sichtweisen aufs Leben haben. Den Part der Konzertmeisterin hat die Wahl-Frankfurterin Franziska Franz geschrieben – obwohl sie noch nie in Wien gewesen ist. „Dank Google war das aber völlig unproblematisch.“

Den männlichen Gegenpart übernahm der Wiener Autor Norbert J. Rottensteiner – den Franz wiederum niemals persönlich gesehen hat. „Wir haben uns über ein Kurzgeschichten-Projekt kennengelernt, weil wir einen ähnlichen Humor hatten“, sagt sie. Seitdem skypen sie, wenn es etwas zu besprechen gibt. Es ist schon das zweite Buch, das die beiden gemeinsam schreiben.

Wie die Geschichte von Sara und Sebastian sich entwickeln würde, war völlig offen. „Eine Woche habe ich geschrieben, die andere er“, sagt sie. Nicht einmal darüber, ob es ein Happy-End geben würde, hatten sich die beiden verständigt. Und ob es das gibt, verrät sie auch nicht im Voraus.

Kleiner Ball

„Sara und die Regentage“ ist das sechste Buch, das Franz im vergangenen Jahr veröffentlicht hat. „Das war wohl ein Flow“, sagt sie. Die meisten ihrer Geschichten fielen ihr beim Spazierengehen ein. Etwa die von den lebendigen Satzzeichen. „Ich sah von Ferne einen Jungen Fußball spielen, und der Ball war so klein wie ein Punkt.“ Ein Punkt, der in Kopf von Franziska Franz lebendig wird.

Vier der fünf Bücher, die daraufhin entstehen, sind didaktische Kinderbücher rund um die sieben Satzzeichen. Jedes von ihnen hat seinen ganz eigenen Charakter: „Das Ausrufezeichen ist sehr laut, weil es permanent ruft, der Punkt ist der Hauptdarsteller, weil er fast jeden Satz beenden kann, deshalb ist er manchmal allerdings auch ein kleiner Angeber“, sagt die Schriftstellerin.

Obwohl die Bücher erst im vergangenen Jahr erschienen sind, hat das Kultusministerium sie bereits für den Schulunterricht empfohlen, die Heinrich-Kracht-Schule und die Konrad-Haenisch-Schule in Fechenheim nutzen sie bereits. Denn während die Kinder die Abenteuer miterleben, lernen sie ganz nebenbei den richtigen Gebrauch der Satzzeichen. „Für die Kinder ist das ein Heidenspaß. Einmal habe ich auch bei 16-Jährigen mit Migrationshintergrund gelesen. Sogar die fanden das fantastisch.“

Im Fernsehen aufgetreten

Eigentlich ist Franz, die in Detmold geboren wurde, ausgebildete Schauspielerin. Nach Frankfurt kam sie mit ihrem Vater, ihrem beruflichen Vorbild. Franziska Franz tut es ihm nach, spielt erst am Theater, später auch im Fernsehen, etwa 1984 in der ZDF-Serie „Angelo und Luzy“ an der Seite von Rolf Zacher, der kürzlich gestorben ist, und Iris Berben. Als ihre Kinder geboren werden, bleibt sie zu Hause. „Ich konnte ja schlecht monatelang weg sein.“

Doch Hausfrau zu sein reicht ihr nicht: Im Jahr 2012 veröffentlicht sie ihre erste Kurzgeschichte – bei dem Projekt lernt sie Rottensteiner kennen. Es folgen Abenteuergeschichten für Kinder und Krimis. „Ich kann mich auf kein Genre festlegen, ich habe so viele Ideen.“ Kommenden Monat erscheint ein weiterer Krimi von ihr: In „Mordsmenü“ wird es um einen alternden Sternekoch gehen, dessen Leben durch – logisch – einen Mord unterbrochen wird.

Wiener Schmäh

Bis dahin tourt sie noch mit „Sara und die Regentage“ durch Frankfurt – und beherrscht den Wiener Schmäh, mit dem sie lesen wird, so gut, dass bei einer ihrer vergangenen Lesungen ein Österreicher gefragt habe, aus welchem Bezirk sie komme. „Der hat mir bis zum Schluss nicht geglaubt, dass ich noch nie dort gewesen bin“, sagt Franz.

Sara und die Regentage

Lesung am Donnerstag, 15. Februar, im Café Cult, Alt Fechenheim 80, 19 Uhr; Dienstag, 20. Februar, Café Diesseits, Konrad-Broßwitz-Straße 1.

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