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Kreativkreis aus dem Gallus: Frauen stricken für Bedürftige

Handschuhe, Schals, Mützen und Socken für die kalte Jahreszeit haben die strickenden Damen des Kreativkreises in der Begegnungsstätte Gallus gestrickt. Gestern haben sie die Gaben an Bruder Michael, den Leiter des Franziskustreffs, übergeben.
Fleißig waren die Damen aus dem Gallus: Schals, Mützen, Handschuhe und Socken haben sie für Obdachlose gestrickt. Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA Fleißig waren die Damen aus dem Gallus: Schals, Mützen, Handschuhe und Socken haben sie für Obdachlose gestrickt.
Gallus/Innenstadt. 

100 Schals und ebenso viele Mützen, 60 Paar Handschuhe und 100 Paar Strümpfe türmen sich auf einem Tisch im Nebenraum des Franziskustreffs im Liebfrauenkloster. Bruder Michael, der den Treff leitet, betrachtet die großzügige Spende. Lange schweigt er. Dann sagt er: „Die Kleidungsstücke sind nicht mal eben schnell gekauft. Das alles sind Einzelanfertigungen, in die jede Menge Herzblut reingesteckt wurde. Die Spende kommt von Herzen.“

Damit liegt er goldrichtig. Die strickenden Damen aus dem Gallus wollen mit ihren wärmenden Mützen und Schals Menschen in Not unterstützen. Bereits zum 13. Mal haben sie jetzt ihre Weihnachtsgeschenke übergeben, an Heilig Abend werden die wärmenden Kleidungsstücke an Besucher des Franziskustreffs – in der Einrichtung bekommen Obdachlose ein Frühstück – verteilt.

27 Damen sind aktiv

„Die 13 ist eine magische Zahl“, sagt Marianne Sänger und fügt an: „Es macht uns einfach große Freude zu helfen.“ Die heute 73-Jährige leitete viele Jahre die Begegnungsstätte Gallus in der Frankenallee. Vor rund 20 Jahren hatte sie den Kreativkreis gegründet. Vor sieben Jahren ging sie zwar in Ruhestand, doch weil ihr die Gruppe mit aktuell 27 Damen so sehr ans Herz gewachsen ist, leitet sie diese immer noch. „Wir sind wie eine kleine Familie“, sagt sie.

Immer mittwochs von 14 bis 17 Uhr treffen sich die fleißigen Handarbeiterinnen zum Stricken. Bei den wöchentlichen Treffen stehen aber vor allem Gespräche und Gesellschaft in netter Runde an erster Stelle. Den größten Teil ihrer Handarbeiten erledigen die Damen aber Zuhause. Eine der fleißigsten ist Renate Oppelt aus Schwanheim. „Nach 15 Uhr geht bei mir im Haushalt nichts mehr“, sagt sie. Danach widme sie sich voll und ganz dem Stricken. Sechs Stunden pro Tag könnten dann schon mal die Nadeln klappern, verrät sie. Die für sie entspannende Handarbeit erledige sie nebenbei beim Fernsehschauen. „Zwischendurch schläft man aber auch mal“, sagt sie und grinst.

Frau der ersten Stunde ist Anna Jouliart. Als ihr Mann vor 20 Jahren verstarb, sei es ihr sehr schlecht gegangen, erzählt sie. Marianne Sänger hatte ihr das offenbar angesehen, sie damals in der Straßenbahn angesprochen und in den Kreativkreis eingeladen. „Es war einfach wunderbar dort“, erinnert sich Jouliart gerne daran, wie sie neuen Mut fasste und der Gruppe bis heute die Treue hält.

Geselligkeit ist ein Grund, weshalb man sich der Gruppe anschließen kann. Marianne Sänger kennt aber noch einen anderen: „Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Stricken geistig fit hält und Alzheimer eher weniger ein Thema wird. Auch das Risiko, Depressionen zu bekommen, ist deutlich geringer, wenn man strickt“, sagt sie. Wer jetzt neugierig geworden ist, ist willkommen. Stricken muss man übrigens nicht können. „Das kann man bei uns lernen“, sagt Marianne Sänger.

Die 27 Damen spielen gern Handarbeitslehrerin. So bunt und unterschiedlich wie die Menschen, für die die Strickereien bestimmt seien, sei auch die Gruppe selbst, sagt Marianne Sänger. Frauen aus Italien, Russland, Kroatien, Ungarn und Deutschland sind dabei. Das jüngste Mitglied des Kreativkreises ist 63 Jahre, das älteste 87. Und die Damen stammen bei weitem nicht nur aus dem Gallus. Einige kommen auch aus Sachsenhausen, Bornheim, Griesheim oder Schwanheim.

Spenden erwünscht

Die vielen fleißigen Hände verarbeiten das Jahr über ordentlich Wolle. Wolle-Spenden sind deshalb immer willkommen, wie Marianne Sänger betont. Je mehr, desto bester, denn davon profitieren nicht nur die Gäste des Franziskustreffs. Auch obdachlose Frauen im Treff am Affentorplatz und Kinder von Inhaftierten im Frauengefängnis imn Preungesheim bekommen regelmäßig Geschenke. bit

 

 

Informationen zum Kreativkreis gibt es unter der Rufnummer 7 38 25 45 in der Begegnungsstätte Gallus, Frankenallee 206 – 210. Hier kann auch Wolle abgegeben werden.

 

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